Gratis Wettprognosen heute – ein Leitfaden für die Schweiz

Updated Oktober 2026
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Ein abgegriffenes Notizheft, ein Bleistift und eine Stoppuhr liegen auf einer Bank am Rand eines Trainingsplatzes.

Stand: Oktober 19, 2026 | Geprüft gegen die Spielregeln von Swisslos (Sporttip, Version 4.2) und das Geldspielgesetz (BGS)

Wer nach «gratis Wettprognosen heute» sucht, will in den meisten Fällen Antwort auf eine einfache Frage: Lohnt sich der Tipp, den mir jemand anbietet, und wo kann ich ihn überhaupt spielen? Beide Fragen haben in der Schweiz klare Antworten, die wenig mit der Quote zu tun haben und viel mit dem, was hier erlaubt ist und was nicht. Gratisprognosen verändern die Rechtslage nicht. Sie verändern auch nicht, dass jede Wette einen Gegner hat, der Marge einbehält, und dass am Ende des Tages der Einsatz auf dem Spiel steht, nicht die Prognose.

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Dieser Leitfaden erklärt, wie Prognosen aus Form, Statistik und Quotenvergleich entstehen, was eine Value Bet ist und weshalb sie eng mit der Marge des Marktes verbunden bleibt. Er beschreibt, wie das Schweizer System mit Swisslos (Sporttip) und Loterie Romande (Jouez Sport) zwei Veranstalter erlaubt und alles andere aussperrt. Er ordnet ein, was eine Wette rechnerisch wert ist, wo das Geld fliesst, wer es schützt und welche Grenzen die Spielerin oder der Spieler setzen sollte, bevor ein Tipp zum Einsatz wird. Konkrete Matchtipps, Prognosen zu heutigen Spielen oder vorhergesagte Resultate enthält dieser Text bewusst nicht – er ist ein Leitfaden und kein Tippschein.

Die Rechtslage in der Schweiz: Warum nur zwei Veranstalter Sportwetten anbieten dürfen

In der Schweiz gilt das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51), in Kraft seit dem 1. Januar 2019. Online-Sportwetten sind darin ein Grossspiel und stehen unter der Aufsicht der Gespa, der interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, die aus dem Geldspielkonkordat hervorgegangen ist. Die Eidgenössische Spielbankenkommission überwacht nur die Casinos, nicht die Sportwetten. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS), und sie gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Kantone haben festgelegt, dass es landesweit genau zwei Veranstalter gibt.

Eine Alpwiese mit weidenden Kühen und einem Holzzaun unter wolkigem Himmel.
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet.

Swisslos mit Sitz in Basel ist aus der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020) hervorgegangen und veranstaltet unter dem Produktnamen Sporttip sowohl Lose als auch Wetten. Loterie Romande betreibt Jouez Sport aus Lausanne für die sechs Westschweizer Kantone. Beide sind bewilligt, beide sind die einzigen, die es sein dürfen. Wer im Internet eine «offizielle» Sportwettseite ohne diese beiden Namen findet, hat es mit einer ausländischen Marke zu tun – und das ist ein anderer Sachverhalt.

Die Vertragsgebiete sind klar getrennt. Sporttip wird in den Deutschschweizer Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt; die Kantone zusammen bilden das Swisslos-Vertragsgebiet. Loterie Romande bedient FR, GE, JU, NE, VD und VS. Eine Online-Spielkonto eröffnet nur, wer im jeweiligen Vertragsgebiet wohnt. Wer im falschen Kanton wohnt, wird nicht abgewiesen – das Konto wird gar nicht erst angelegt, denn die Bedingungen für die Online-Teilnahme verlangen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, mindestens 18 Jahre und eine eindeutige Identifikation. Eine Person darf sich nur einmal registrieren, die Personendaten werden aus einem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer bei beiden Veranstaltern spielen will, kann das tun – mit zwei Konten.

Wetten darf nur, was die Gespa auf ihrer Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten führt; die Liste trägt ein Datum und wird regelmässig nachgeführt. Was dort nicht steht, ist nicht erlaubt: Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehshows fallen schon im Gesetzestext weg. Qualifikationsrunden, Frauenwettbewerbe und Rangierungswetten gelten nur, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind. Die Liste enthält keine Eckball- oder Kartenmärkte und keinen Esports-Bereich. Trainingsläufe wetten geht ebenso wenig wie Events mit überwiegend Minderjährigen. Livewetten sind erlaubt, vor Spiel und live, sofern der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hält; das BGS schränkt bestimmte Live-Märkte nicht zusätzlich ein. Cash-Out ist im Gesetz nicht geregelt, sondern eine Funktion, die der Veranstalter anbietet oder nicht. Was Sporttip im Detail kann, steht im Abschnitt zur Berechnung.

Das hat zwei Folgen für jede «gratis Wettprognose», die heute ins Haus flattert. Erstens: Sie prognostiziert in aller Regel ein Ereignis, das bei einem Schweizer Veranstalter gar nicht angeboten wird – Eckballwetten, Kartenmärkte und viele Spezialmärkte gehören dazu. Zweitens: Wer dem Tipp folgt und versucht, ihn zu spielen, landet auf einer ausländischen Seite, die in der Schweiz nicht bewilligt ist, nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen ist und deren Gewinne im Kanton Thurgau ohne Freibetrag als Einkommen versteuert werden.

Was Gratisprognosen versprechen und was sie rechtlich nicht ändern

Eine «gratis Wettprognose» ist ein Tipp mit kostenlosem Zugang – nicht mehr, nicht weniger. Sie verändert nichts daran, dass ohne Schweizer Bewilligung organisierte Wetten nach Art. 130 BGS strafbar sind, mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe für die Anbieter, im gewerbsmässigen Fall bis zu fünf Jahren. Werbung für nicht bewilligtes Glücksspiel ist nach Art. 74 Abs. 3 BGS verboten und kann mit Busse bis CHF 500’000 geahndet werden. Wer als Spielerin oder Spieler eine ausländische Seite nutzt, wird nicht bestraft; Einlagen und Gewinne können aber in einem Verfahren gegen den Anbieter beschlagnahmt werden. Faire Spielregeln, Schutz vor überhöhten Limits oder eine Schweizer Anlaufstelle bei Streit existieren dort nicht.

Ein Fussball ruht an der Seitenlinie im taufeuchten Gras, die ersten Sonnenstrahlen fallen schräg über den Platz.
Bei Sporttip-Livewetten zählen Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00.

Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekomanbieter per DNS blockieren – Ende 2025 standen 671 Domains darauf. Was dort steht, ist in der Schweiz nicht «verfügbar, aber riskant»; es ist gar nicht verfügbar, zumindest nicht über die üblichen Internetwege. Domains werden ersetzt, aber die Blockliste wird nachgeführt. In diesem Sinn ist «gratis» und «aus dem Ausland» keine Sparversion – es ist eine andere Kategorie als die zwei Veranstalter, die das BGS überhaupt zulässt.

Verantwortungsvolles Spielen: Was eine Prognose in Geld übersetzt heisst

Eine Prognose ist eine Schätzung, keine Garantie. Sie wird zu Geld, sobald jemand den Tipp in eine Wette umsetzt. Wer das tut, sollte vorher drei Dinge tun: die eigenen Grenzen kennen, das verfügbare Geld vom nicht verfügbaren trennen und die Hilfsangebote kennen, falls das Spielen den Charakter verliert. Die Schweiz hat dafür ein verhältnismässig klares Gerüst – nicht perfekt, aber mit harten Werkzeugen für den Ernstfall.

Vor der ersten Sporttip-Teilnahme setzen Spielende Verlustlimiten für einen, sieben und 30 Tage. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999, bei unter 21-Jährigen bei CHF 1’000. Eine Senkung tritt sofort in Kraft, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – die Sperrzeit ist nicht nur Bürokratie, sie ist ein Schutz gegen impulsive Reaktionen auf eine verlorene Wette. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage setzen. Wer bei Loterie Romande spielt, findet eine vergleichbare Logik. Eine statliche fixe Einzahlungsobergrenze kennt das BGS nicht; die Limite ist Sache der Spielenden, nicht des Staates.

Wer sich selbst sperren will, kann das produktbezogen für einen Tag bis 180 Tage tun, ohne Aufhebungsmöglichkeit vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos und Online-Casinos sowie in Liechtenstein. Die Spielsperre ist keine Administrativerledigung: Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden, eine Fachstelle ist einzubinden. Wer gesperrt ist oder das 18. Altersjahr nicht erreicht hat, hat nach Art. 45 BGS keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn. Die Regeln gelten für die zwei bewilligten Veranstalter – wer bei einem ausländischen Anbieter spielt, ist an dessen Hausregeln gebunden, ohne Schweizer Schutz.

Bei Verkaufsstellen sieht es weniger streng aus, als der gesetzliche Rahmen suggeriert: Die Gespa hat 2025 bei Testkäufen an Verkaufsstellen in 47.5 % von 200 Fällen einen Minderjährigen eine Sportwette verkaufen können. Das ist kein Grund, das System abzuschreiben; es ist ein Hinweis darauf, dass der Online-Kanal mit Konto, Identifikation und Limiten den verlässlicheren Schutzrahmen bietet.

Geld, das auf eine Wette gesetzt wird, sollte frei verfügbar sein – keine Reserven, kein Mietgeld, kein Geld, das in der gleichen Woche für etwas anderes gebraucht wird. Wer nach einer Verlustserie versucht, diese durch höhere Einsätze oder mehr Wetten auszugleichen, hat die Verlustlimite nicht zu hoch, sondern gar nicht gesetzt. Prognosen, die mit Formkurven und Statistik arbeiten, sind gegen dieses Muster neutral; sie helfen nicht weiter, wenn das eigentliche Problem vor dem Bildschirm sitzt.

Wo Hilfe erreichbar ist

Für Fragen und Probleme gibt es im Schweizer System zwei Anlaufstellen: die Gespa für Aufsichtsfragen und das Sperrregister, sowie die kantonalen Fachstellen und das nationale Angebot «Sucht Schweiz». Wer merkt, dass Spielen nicht mehr Kontrolle ist, sondern Kontrolle durch Spielen – Aufregung statt Ablenkung, Jagd nach Verlusten, Geheimhalten –, der sollte die Spielsperre setzen, bevor der nächste Tipp in eine Wette umgesetzt wird.

Wettprognosen verstehen: Wie aus Statistik, Form und Quotenvergleich ein Tipp wird

Eine Wettprognose entsteht nicht aus Bauchgefühl und nicht aus der Lieblingsmannschaft. Sie ist das Ergebnis einer Reihe von Schritten, die jede Prognose nachvollziehbar machen, wenn sie denn nachvollziehbar arbeitet. Wer weiss, wie das Produkt hergestellt wird, kann beurteilen, was eine Gratisprognose leisten kann – und was sie nicht leisten kann.

Am Anfang stehen die Fakten zur Mannschafts- oder Spielerform: jüngste Ergebnisse, Heim- und Auswärtsbilanz, Verletzungen und Sperren, Belastung durch vorangegangene Spiele. Dazu kommen Statistiken, die das Geschehen differenzierter beschreiben als das Resultat: Expected Goals, Ballbesitz, Torschüsse, Zweikampfquote bei Fussball; Aufschlagquoten, Breakbälle, Tiebreak-Häufigkeit bei Tennis. Diese Zahlen werden in Beziehung gesetzt zur Stärke des Gegners – eine Heimsiegquote von 70 Prozent gegen schwache Gegner ist wenig aussagekräftig, wenn die kommende Partie gegen einen Spitzenclub läuft. Was dann entsteht, ist eine geschätzte Wahrscheinlichkeit für jedes mögliche Ergebnis.

Aus dieser geschätzten Wahrscheinlichkeit ergibt sich eine faire Quote: Die «wahre» Quote für ein Ereignis ist der Kehrwert der Wahrscheinlichkeit. Wer einem Team 50 Prozent Siegchance gibt, landet bei einer fairen Quote von 2.00. Der Vergleich mit der angebotenen Quote entscheidet, ob der Tipp eine Value Bet ist: Eine Value Bet liegt vor, wenn die faire Quote über der vom Veranstalter angebotenen Quote liegt, also der Markt die Chance des Ereignisses schlechter einschätzt als die eigene Analyse. Drei Dinge schliessen sich daran an. Erstens: Diese Value-Rechnung ist eine Aussage über einen Mittelwert über sehr viele gleichartige Wetten, nicht über eine einzelne Partie. Zweitens: Die eigene Einschätzung kann falsch sein. Drittens: Die angebotene Quote enthält bereits die Marge des Veranstalters, weshalb die Value-Rechnung ohne diese Marge nicht funktioniert.

Marge und Auszahlungsquote – warum jede Quote schon einen Abschlag enthält

Eine Buchmacherquote ist nie die faire Quote. Sie ist die faire Quote geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes – das ist die Auszahlungsquote, im Englischen «payout share» oder im Deutschen als «Quotenschlüssel» geläufig. Die Differenz zu 100 % ist die Marge des Veranstalters. Eine einfache Rechnung zeigt, wie das funktioniert: Bei einem Zweiwege-Markt mit beiden Quoten 1.90 ergibt sich die Auszahlungsquote als 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90). Da beide Seiten denselben Wert haben, vereinfacht sich das zu 1.90 ÷ 2 = 0.95, also 95 %. Die Marge ist 100 % minus 95 % = 5 %. Von jedem Franken, der insgesamt gesetzt wird, fliessen 95 Rappen zurück, 5 Rappen behält der Veranstalter. Bei einem Dreiwege-Markt wie Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg verteilen sich die drei Quoten auf eine Summe, deren Kehrwert die Auszahlungsquote ist – typischerweise zwischen 92 % und 96 % bei Fussballwetten, je nach Markt und Veranstalter.

Die Marge ist der Preis, den die Wetten annehmen müssen, um überhaupt spielen zu können – und sie verschwindet nicht mit dem Tipp-Anbieter. Auch wer eine «sichere Prognose» behauptet, ändert nichts an dem Abschlag, der in der vom Veranstalter angebotenen Quote schon steckt. Kostenlose Prognosen kosten den Tippenden kein Geld; sie kosten aber die Zeit, einen Tipp umzusetzen, der unter Umständen nie eine Value Bet war. Wer das Musser schon kennt, schaut zuerst auf die Differenz zwischen eigener Wahrscheinlichkeit und impliziter Wahrscheinlichkeit der Quote – und nicht auf das Versprechen.

Formcheck, Quotenvergleich und Bankroll-Disziplin

Ein seriöser Tipp stützt sich auf vier Bausteine: Formanalyse, Statistik, Quotenvergleich und Bankroll-Management. Das Vorgehen ist immer ähnlich. Man sammelt Fakten zur aktuellen Form, prüft Ausfälle und Sperren, vergleicht die Wettangebote mehrerer Anbieter und schliesslich die eigene Wahrscheinlichkeitseinschätzung mit der impliziten Wahrscheinlichkeit der höchsten angebotenen Quote. Erst dann fällt die Entscheidung, ob der Tipp eine Value Bet ist – und wenn ja, mit welchem Einsatz.

Der Quotenvergleich ist nicht Kosmetik. Schon bei einer Marge von 5 % auf einem ausgeglichenen Markt bedeutet ein Unterschied von 0.05 in der angebotenen Quote (1.85 statt 1.90) eine um etwa 2.6 Prozentpunkte schlechtere Auszahlungsquote. Über hundert Wetten hinweg wird das messbar; über zehn Wetten ist es Rauschen. Wer mit Quoten arbeitet, sollte sich deshalb auf eine ausreichend grosse Stichprobe verlassen – die einzelne Wette, die gewinnt oder verliert, ist im Voraus nicht prognostizierbar.

Bankroll-Management bedeutet, dass ein fester Prozentsatz des verfügbaren Wettkapitals pro Wette gesetzt wird, üblich sind ein bis drei Prozent pro Tipp, gestreut auf unabhängige Ereignisse. Das schützt vor genau dem Musster, das viele Gratisprognosen-Konsumenten in den Ruin treibt: nach einer Pechsträhne den Einsatz erhöhen, um «zurückzugewinnen». Es ist psychologisch naheliegend und mathematisch falsch. Die Verlustlimite, die Swisslos für 1, 7 oder 30 Tage verlangt, ist eine harte Variante desselben Prinzips – sie trennt das Wettkapital vom Rest des verfügbaren Geldes.

Trefferversprechen sind ein Warnzeichen. Wer behauptet, mit Sicherheit zu wissen, wer gewinnt, hat nichts verstanden oder nichts zu verlieren. Das gilt umso mehr, wenn diese Behauptung gegen Bezahlung oder gegen Klick auf Werbung verkauft wird.

Wie der Vergleich von Prognosequellen funktioniert

Wer Prognosen nutzt, vergleicht idealerweise nicht nur Spiele, sondern Anbieter von Prognosen. Auch das folgt einer Logik, die nicht von «mehr Tipps ist besser» ausgeht, sondern von der Frage: Wie belastbar ist das, was ich hier lese?

Kriterien für eine belastbare Prognosequelle

Drei Kriterien unterscheiden eine brauchbare Quelle von Werbeversprechen. Erstens: offene Methode. Eine Prognose, die nicht erklärt, wie sie zustande kommt, ist eine Meinung. Eine, die Wahrscheinlichkeiten, Statistiken und deren Gewichtung benennt, ist nachprüfbar. Zweitens: nachvollziehbare Bilanz. Trefferquoten ohne Ausweis über Stichprobe, ohne Auszahlungsquote der gespielten Quoten und ohne Erklärung, wann und weshalb der Tipp ausgelassen wurde, sind wenig wert. Drittes: die Trennung zwischen redaktionellem Tipp und Werbung. Werbung ist im Schweizer Recht ohnehin eingeschränkt – Art. 74 BGS verbietet aufdringliche oder irreführende Werbung sowie Werbung an Minderjährige und gesperrte Personen –, aber die Frage ist, ob ein Anbieter klar markiert, was bezahlter Inhalt ist und was eigene Analyse.

Eine Faustregel hilft bei der Auswahl: Wer eine Trefferquote von 80 % verspricht, ohne gleichzeitig offenzulegen, dass bei einer Auszahlungsquote der Quoten von 1.20 die Trefferquote gar nicht hoch genug sein kann, um langfristig Geld zu verdienen, hat mehr versprochen als gerechnet. Wettprofis reden nicht in «Trefferquoten», sondern in «Yield» – dem durchschnittlichen Gewinn pro eingesetzter Einheit – und über Zeiträume, die nicht in Wochen, sondern in Saisons gemessen werden.

Was eine Gratisprognose wirklich leistet

Eine gratis Wettprognose liefert in der Regel eine Tendenz: welches Team tendenziell stärker ist, wo der Markt eine Value sehen könnte, welche Wette zu welchem Spiel infrage kommt. Sie ist eine Arbeitshypothese, kein Resultat. Wer das verwechselt, spielt Wetten mit dem gleichen Verstand, mit dem er Tipps aus sozialen Medien liest: auf einen Schlag, mit vollem Einsatz, auf das nächste grosse Spiel.

Wirklich wertvoll wird eine Prognose, wenn sie mit der eigenen Analyse kombiniert wird. Wer eine Tendenz aus einer Gratisprognose bekommt und sie dann gegen die eigenen Notizen zu Form, Statistik und Quotenvergleich hält, gewinnt eine zweite Meinung gratis hinzu. Wer die Tendenz unbesehen übernimmt, hat keine zweite Meinung, sondern eine zweite Quelle derselben Verzerrung.

Die zwei erlaubten Veranstalter und was sie voneinander unterscheidet

Die zwei Schweizer Veranstalter sind Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Beide haben eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung unter dem BGS, beide werden von der Gespa überwacht, beide nehmen nur Spielende aus ihrem eigenen Vertragsgebiet auf. Die Profile unterscheiden sich trotzdem genug, dass die Wahl zwischen ihnen nicht egal ist.

Profil Veranstalter Schweizer Bewilligung Anbieter / bewilligtes Produkt
Deutschschweiz, Tessin, Liechtenstein SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS) Sporttip
Westschweiz (FR, GE, JU, NE, VD, VS) Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Lausanne Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS) Jouez Sport

Swisslos Sporttip

Swisslos ist die Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel. Sie veranstaltet Sportwetten unter dem Markennamen Sporttip – den Geschäftsbericht 2025 legte sie am 13.02.2026 vor. Die Online-Teilnahme ist an Bedingungen geknüpft, die seit 13. Januar 2025 gelten: mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt im Vertragsgebiet und keine bestehende Spielsperre. Das Vertragsgebiet umfasst die Deutschschweizer Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, den Kanton Tessin sowie das Fürstentum Liechtenstein. Wer unter 18 ist oder nicht im Vertragsgebiet wohnt, kann kein Konto eröffnen. Eine Person darf sich nur einmal registrieren. Vor der ersten Teilnahme setzen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage, die Oberlimite liegt bei CHF 9’999 und bei unter 21-Jährigen bei CHF 1’000.

Sporttip ist online über die Swisslos-Webseite und die Sporttip App (iOS, Android) erreichbar; in der App zusammengestellte Wetten lassen sich per QR-Code an einer Verkaufsstelle spielen, was das Offline-Geschäft mit dem mobilen verknüpft. Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis tatsächlich live übertragen wird. Wetten, die nach dem Eintreten des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00; in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 bewerten – das ist eine Schutzregel gegen Spätwetten, kein Fehler im System.

Beim Kombiboost verlangt Swisslos mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen. Der Boost gilt nur online für Prematch-, Live- und Systemwetten, Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Quoten- und Profitboosts sind nur online für Prematch-Einzelwetten verfügbar, jeweils pro Person einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert – bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 pro Systemwette. Swisslos kann die Limiten jederzeit und ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Cash-Out ist verfügbar für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ausgeführt ist nicht rückgängig zu machen, und es besteht keine Garantie, dass Cash-Out für jeden Markt angeboten wird. Der Cash-Out-Betrag liegt unter dem möglichen nicht vorzeitigen Gewinn und hängt vom Stand des Ereignisses ab; Swisslos kann ihn jederzeit anpassen.

Spielguthaben wird per PostFinance Pay oder Einzahlungsschein auf das Wallet geladen, Mindestbetrag CHF 20, in 30 Tagen höchstens CHF 10’000 und nur, solange das Wallet CHF 9’999 nicht übersteigt. Die Auszahlung erfolgt zweimal pro 365 Tage kostenlos auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto, ab der dritten kann eine Kommission von 3 % anfallen, die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage. Gewinne bis CHF 1’000 werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben, Gewinne darüber bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen überwiesen. Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntgabe der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Swisslos-Zwecks; eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung muss innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief erfolgen.

Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Voneinander abhängige Ereignisse derselben Sportveranstaltung werden nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.

Verdikt Sporttip. Sporttip ist für deutschsprachige Spielerinnen und Spieler sowie für das Tessin und Liechtenstein der einzige Schweizer Veranstalter, der online Sportwetten anbietet. Die Identifikation ist streng, die Limits sind gesetzt, das Spielerschutz-Instrumentarium (Verlustlimiten, Spielsperre, Selbstsperre von 1 bis 180 Tagen) ist etabliert. Wer im Vertragsgebiet wohnt, hat hier den verlässlichsten Zugang zu legalen Schweizer Sportwetten – mit dem Wissen, dass die Marge weiterhin eingepreist ist und keine Prognose der Welt sie wegbläst.

Loterie Romande Jouez Sport

Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone FR, GE, JU, NE, VD und VS. Die Kontaktadresse ist Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; das Unternehmen unterhält 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und beschäftigt 221 Mitarbeitende. Auch hier ist die Online-Teilnahme an Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet gebunden, an ein Mindestalter von 18 und an die Pflicht, vor der ersten Wette Limits zu setzen. Eine Spielsperre ist über die gleichen Kanäle wie bei Swisslos möglich und gilt ebenfalls registerweit.

Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000; eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Diese Limits sind enger gezogen als bei Sporttip – ein Vorteil bei kontrolliertem Spiel, eine Grenze, wenn jemand höhere Gewinne sucht.

Verdikt Jouez Sport. Für die Westschweiz ist Jouez Sport das Pendant zu Sporttip, mit derselben regulatorischen Sicherheit, etwas engeren Gewinnlimits und einem Vertrieb über ein dichtes Verkaufsstellennetz. Wer dort wohnt, bekommt das vollständige Bild einer bewilligten Schweizer Sportwette. Wer nicht dort wohnt, hat hier kein Konto – und landet, wenn überhaupt, nur auf Sporttip oder auf einer ausländischen Seite.

Ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung

Die folgenden Anbieter tauchen in der Schweiz immer wieder in Suchergebnissen zu Sportwetten auf. Keiner von ihnen hat eine Schweizer Bewilligung; die auf Curaçao, Malta oder anderswo ausgestellten Lizenzen haben nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Geltung. Sie sind nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, es gibt keine Schweizer Anlaufstelle bei Streit, und ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste landen – was bei Spielern in der Schweiz faktisch bedeutet, dass sie ohne DNS-Umgehung gar nicht erreichbar sind.

Die Profile sind kurz gehalten, weil es hier ums Verstehen geht, nicht ums Bewerben. Wer einen dieser Namen googelt und dort spielt, hat keine Schweizer Schutzmechanismen hinter sich.

22Bet

22Bet gehört zur Gruppe der Anbieter, die mit Sportwetten und Casino werben, ohne in der Schweiz bewilligt zu sein. Die ausländische Lizenz hat hier keine Kraft; das Spielen erfolgt ohne Schweizer Sperrregister und ohne Schweizer Beschwerdestelle. Domains können auf der Gespa-Sperrliste stehen, was den Zugang über die üblichen Internetwege unterbindet.

Rollbit

Rollbit ist im weiteren Sinn ein Krypto-Glücksspielanbieter, der Sportwetten ins Programm aufgenommen hat. Auch hier gilt: keine Schweizer Bewilligung, kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, keine Schweizer Spielsucht-Anbindung. Die Werbung erreicht Schweizer Spielende über internationales Marketing; die Sperrliste ist das einzige Werkzeug, mit dem die Gespa den Zugang blockieren kann.

Donbet

Donbet tritt mit ähnlichem Profil wie 22Bet auf: international lizenziert, in der Schweiz nicht zugelassen. Wer dort spielt, hat keine Schweizer Anlaufstelle, keine Sperrregister-Anbindung und keine kantonale Beschwerdestelle. Im Kanton Thurgau werden Gewinne ausländischer Grossspiele ohne Freibetrag als Einkommen versteuert.

BDMBet

BDMBet gehört in dieselbe Kategorie. Die fehlende Schweizer Bewilligung bedeutet, dass das Schweizer Schutzinstrumentarium nicht greift. Wer trotzdem spielt, sollte sich bewusst sein, dass keine Schweizer Instanz hilft, wenn es um Auszahlungen oder Streitigkeiten geht.

BetFury

BetFury positioniert sich als Krypto-Casino mit Sportwetten, international ausgerichtet. Die Lizenz hat in der Schweiz keine Geltung; die Konsequenzen für Spielerinnen und Spieler sind dieselben wie bei den anderen Marken ohne Bewilligung.

HighFlyBet

HighFlyBet ist ein weiterer internationaler Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Auch hier gilt: kein Schweizer Schutz, keine Schweizer Sperrregister-Anbindung, kantonale Steuerfolgen möglich.

Interwetten

Interwetten ist ein österreichisch geprägter Anbieter, der in der Schweiz ebenfalls nicht bewilligt ist. Die Gespa nennt Interwetten explizit als Beispiel für «Domain-Hopping», also den Wechsel auf neue Domains, wenn eine blockiert wurde – ein Hinweis darauf, dass die Sperrliste regelmässig nachgeführt wird, der Zugang über neue Domains aber jeweils nur vorübergehend offen ist.

Sportaza

Sportaza reiht sich in dieselbe Gruppe ein. Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung sind aus Schweizer Sicht keine Sparvariante, sondern eine andere Kategorie – ohne den Schutz, den das BGS vorsieht.

Verdikt zu den ausländischen Marken. Wer in der Schweiz wohnt und bei einem dieser Anbieter spielt, verzichtet auf den Schutz der zwei Schweizer Veranstalter – auf Verlustlimiten ohne Wartezeit für Senkungen, auf die Spielsperre im Register, auf die kostenfreie Schlichtung bei einer verweigerten Auszahlung, auf die im BGS vorgesehenen Werbebeschränkungen. Dazu kommt die kantonale Steuerfrage: Während Gewinne aus bewilligten Grossspielen unter dem Steuerfreibetrag einkommensteuerfrei sind und darüber mit 35 % Verrechnungssteuer belastet werden, behandelt etwa der Kanton Thurgau Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als steuerbares Einkommen. Das ist keine Lappalie; es ist der Grund, weshalb «gratis Wettprognose heute» aus einer Schweizer Domain mehr bedeutet, als die Werbung suggeriert.

Wie eine Wette rechnerisch funktioniert: Einsatz, Quote, Gewinn

Eine Wette ist die einfachste Finanztransaktion der Welt – ein Einsatz wird gegen eine Quote gesetzt, und wenn das Ergebnis eintritt, wird der Einsatz mit der Quote multipliziert zurückgezahlt. Der Rechner dazu passt in eine Zeile; das Verständnis dahinter nicht.

Der Gewinn einer Einzelwette berechnet sich aus Einsatz mal Quote. Wer CHF 10 auf Quote 2.50 setzt, erhält bei Gewinn CHF 25 zurück; der Nettogewinn ist CHF 15, weil der Einsatz Teil der Rückzahlung ist und nicht «obendrauf» kommt. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote – aus drei Wetten zu 2.00, 1.80 und 3.00 wird eine Gesamtquote von 10.80, und ein Einsatz von CHF 5 bringt CHF 54 zurück, wenn alle drei Voraussagen zutreffen. Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet – das ist ein Detail, das die letzten Rappen sortiert und in der Auszahlung erscheint.

Die Marge steckt in jeder einzelnen Quote. Am einfachsten zeigt das ein Zweiwege-Markt mit Quote 1.90 auf beiden Seiten. 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 0.95, die Auszahlungsquote beträgt 95 %, die Marge ist 5 %. Bei einem Dreiwege-Markt wie 1.80 / 3.40 / 4.50 ergibt die Rechnung 1 ÷ (1/1.80 + 1/3.40 + 1/4.50) = 1 ÷ (0.5556 + 0.2941 + 0.2222) = 1 ÷ 1.0719 ≈ 0’933, also eine Auszahlungsquote von etwa 93.3 % und eine Marge von rund 6.7 %. Welcher Wert genau herauskommt, hängt von den Quoten ab; der Grundsatz bleibt, dass die Marge in den Quoten enthalten ist und vom Veranstalter einbehalten wird.

Eine Wette wird in einem gewichtigen Sinn immer dann platziert, wenn die eigene Wahrscheinlichkeit über der impliziten Wahrscheinlichkeit der Quote liegt. Eine Quote von 2.50 impliziert 40 % Wahrscheinlichkeit; wer das Ereignis auf 50 % schätzt, hat eine Value Bet, weil der Markt die Chance zu pessimistisch bewertet. Diese Rechnung ist allerdings nur ein Mittelwert; einzelne Wetten können verlieren, obwohl sie Value Wetten waren.

Beispielrechnung – der Sporttip-Zweiwege-Markt bei 1.90 / 1.90

Eine typische Zweiwege-Wette mit Quote 1.90 auf jede Seite: 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 0.95, die Auszahlungsquote beträgt 95 %, die Marge beläuft sich auf 5 %. Das heisst: Von CHF 100, die insgesamt auf beide Seiten gesetzt werden, fliessen CHF 95 an die Spielenden zurück, CHF 5 behält der Veranstalter. Im Band ausgedrückt liegt die Marge bei vergleichbaren Zweiwege-Märkten typischerweise zwischen 4 % und 8 %, je nach Sportart und Konkurrenz. Was die Rechnung nicht zeigt: Die Quote selbst kann sich bis kurz vor dem Anpfiff noch bewegen – wer spät platziert, spielt gegen eine neue implizite Wahrscheinlichkeit.

Beispielrechnung – Sporttip-Dreiwege-Markt im Fussball

Ein Fussball-Heimsieg mit Quote 1.80, ein Unentschieden mit 3.40, ein Auswärtssieg mit 4.50: 1 ÷ (1/1.80 + 1/3.40 + 1/4.50) = 1 ÷ (0.5556 + 0.2941 + 0.2222) ≈ 0.9330 – die Auszahlungsquote beläuft sich auf etwa 93.3 %, die Marge liegt bei rund 6.7 %. Für den Spielenden bedeutet das: Auf lange Sicht gehen von jedem CHF 100, die auf diesen Markt gesetzt werden, etwa CHF 6.70 an den Veranstalter. Wer mehrere Fussballmärkte betrachtet, sieht ähnliche Grössenordnungen – bei Hauptmärkten eher 5 %, bei exotischeren Spezialwetten eher 8 % oder mehr.

Was diese Rechnungen zeigen, ist nicht, dass Wetten «sicher» seien oder dass ein konkreter Tipp gewinnt; sie zeigen, dass die Buchmacherquote einen eingebauten Abschlag enthält, den der Spielende nie zurückgewinnt, indem er auf einen Tipp setzt. Die Value-Rechnung setzt auf die Differenz zwischen eigener Wahrscheinlichkeit und implizierter Wahrscheinlichkeit, nicht auf die einzelne Wette.

FAQ – Häufige Fragen zu Gratis-Wettprognosen

Wie entsteht eine Wettprognose, und welche Statistiken fliessen ein?

Eine Wettprognose kombiniert mehrere Bausteine: aktuelle Form aus den jüngsten Spielen, Heim- und Auswärtsbilanz, Ausfälle und Sperren, sowie positionsspezifische Statistiken wie Expected Goals oder Torschüsse bei Fussball. Daraus entsteht eine geschätzte Wahrscheinlichkeit für jedes Ergebnis. Diese Wahrscheinlichkeit wird mit der vom Veranstalter angebotenen Quote verglichen – ist sie höher als die implizite Wahrscheinlichkeit der Quote, liegt eine Value Bet vor.

Was ist eine Value Bet, und weshalb enthält jede Quote eine Marge?

Eine Value Bet liegt vor, wenn die eigene Wahrscheinlichkeitseinschätzung eines Ereignisses höher ist als die Wahrscheinlichkeit, die der Veranstalter mit seiner Quote unterstellt. Die Marge ist der Preis, den der Veranstalter einbehält: Sie ergibt sich aus der Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes minus 100 %, oder einfacher aus 100 % minus der Auszahlungsquote. Konkret: Bei Zweiwege-Quoten von je 1.90 ergibt sich eine Marge von 5 %. Value Bet heisst also nicht «sicherer Gewinn», sondern «im Mittel rentabler».

Welcher Anteil des Kapitals darf auf eine einzelne Wette entfallen, damit die Bankroll geschützt bleibt?

Eine gängige Regel liegt bei ein bis drei Prozent des verfügbaren Wettkapitals pro Wette, gestreut auf voneinander unabhängige Ereignisse. Die Schweizer Veranstalter geben dazu ihre eigenen Limits vor: Bei Sporttip liegt die Oberlimite bei CHF 9’999 für 30 Tage (unter 21 Jahren CHF 1’000), bei Jouez Sport ist der Höchstgewinn pro Einzelwette auf CHF 300’000 begrenzt. Diese Limits sind Hüllen, keine Empfehlung: Wer regelmässig spielt, definiert seine eigene Quote pro Wette deutlich tiefer.

Welche Wetten sind in der Schweiz bei Swisslos und Loterie Romande überhaupt erlaubt, und wo steht das?

In der Schweiz dürfen nur Swisslos und Loterie Romande Sportwetten anbieten, gestützt auf das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019). Bewilligt sind nur Veranstaltungen, die auf der Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten der Gespa stehen. Was nicht auf der Liste steht, ist nicht erlaubt – etwa Eckball- und Kartenmärkte, Wetten auf Wetter oder Politik, Esports und Trainingsläufe. Die Liste ist auf der Website der Gespa abrufbar.

Wie wird der Gewinn einer Wette aus Einsatz und Quote berechnet?

Der Gewinnbetrag ist Einsatz mal Quote – bei einer Einzelwette. Bei einer Kombiwette ist die Gesamtquote das Produkt der Einzelquoten, und der Gewinn ist Einsatz mal Gesamtquote. Bei Sporttip wird der Betrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Beispiel: Ein Einsatz von CHF 10 auf Quote 2.50 ergibt einen Gewinn von CHF 25; der Nettogewinn ist CHF 15, weil der Einsatz Teil der Rückzahlung ist.

Inhalt erstellt vom Team «englandwetteninfo»