Wimbledon-Wetten in der Schweiz – was erlaubt ist und was es kostet
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Stand: Oktober 19, 2026 · Geprüft gegen die Gespa-Bewilligungsregister und die Gespa-Wettartenliste
Wimbledon ist das einzige Grand-Slam-Turnier auf Rasen, gespielt über zwei Wochen ab Ende Juni. Wer aus der Schweiz online darauf wetten will, stösst auf eine ungewöhnliche Marktlage: Das Geldspielgesetz lässt nur zwei Veranstalter zu, jeder deckt sein eigenes Sprachgebiet ab, und die Wettarten stehen nicht im Ermessen der Anbieter, sondern auf einer geschlossenen Liste der Aufsichtsbehörde. Es folgt eine Übersicht: was das Turnier auf dem Platz ausmacht, wie die Quoten entstehen, welche Märkte Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport tatsächlich anbieten, und welche konkreten Kosten eine Wette über die zwei Wochen mit sich bringt.
Das Turnier im Überblick: Rasen, zwei Wochen, 139. Austragung
Die Wimbledon Championships werden vom All England Lawn Tennis and Croquet Club im Londoner Stadtteil Wimbledon veranstaltet. Die ersten Lawn Tennis Championships begannen am 9. Juli 1877 an der Worple Road, seither ist das Turnier ohne Unterbrechung durchgeführt worden. Die 2026er Ausgabe war die 139. Austragung und fand vom 29. Juni bis 12. Juli 2026 in London auf Rasen statt. Turnierdirektor ist seit 2020 Jamie Baker.

Wimbledon ist das dritte Grand-Slam-Turnier des Jahres, nach den Australian Open (Hartplatz) und den French Open (Sand), und vor den US Open (Hartplatz). Damit liegt es terminlich zwischen zwei Sandplatzmonaten, und der Belagwechsel von Sand auf Rasen macht Wimbledon taktisch besonders: flachere Flugbahnen, niedrigere Sprünge, ein Aufschlag der stärker belohnt wird als bei den anderen Majors. Bei den Herren spielen die Herren auf drei Gewinnsätze, die Damen auf zwei, was die durchschnittliche Spieldauer verschiebt. Bei 6:6 wird ein Tiebreak bis 7 gespielt, im Entscheidungssatz seit März 2022 ein Match-Tiebreak bis 10 mit zwei Punkten Vorsprung.
Die sportliche Ausbeute der 2026er Auflage: Das Herreneinzel gewann Jannik Sinner (Italien), der damit seinen Vorjahressieg wiederholte. Das Dameneinzel ging an Linda Nosková (Tschechien). Beide Finals stehen für die zwei Wege zum Titel – eine bestätigte Favoritenrolle und ein Durchbruch – und sie zeigen, wie Rasen-Tennis die Kräfteverhältnisse auch innerhalb einer Saison verschiebt. Wer Quoten für die nächste Ausgabe lesen will, muss beides einkalkulieren: die Tendenz zur Bestätigung bei den Herren, wo Spitzenleute ihren Servicestyle auf Rasen voll ausspielen, und die grössere Offenheit bei den Damen, wo Tiebreak-Formate häufiger werden und ein Satz weniger die Streuung erhöht.
Wie das Spielformat die Wettmärkte formt
Der Unterschied zwischen «Best of Three» und «Best of Five» ist auf der Quotenoberfläche unsichtbar, aber auf der Marktstruktur deutlich. Bei den Damenwettbewerben reichen zwei Sätze, ein Tiebreak im dritten ist möglich, und ein 2:0-Favoritensieg kommt statistisch öfter vor als bei den Herren. Das verschiebt nicht nur die Quoten, sondern auch, welche Märkte Sinn ergeben: Ein Handicap auf Spiele, ein Over/Under auf die Gesamtzahl der Spiele, und ein Satzmarkt, bei dem «2:0» als eigene Quote läuft, gewinnen bei den Damen an Aussagekraft. Bei den Herren, wo drei Sätze Pflicht sind, gewinnen Longshot-Sätze an Gewicht, und ein Tiebreak im fünften Satz ist ein eigenständiges Ereignis mit eigenen Quoten.
Das Match-Tiebreak-Format im Entscheidungssatz ändert die Rechnung zusätzlich. Vor März 2022 konnte ein fünfter Satz bei den Herren endlos weitergehen; seit 2022 wird bei 6:6 im fünften Satz ein Tiebreak bis 10 gespielt. Livewetten auf den nächsten Spielstand werden dadurch kalkulierbarer, weil ein Unentschieden bei 6:6 spätestens nach zwölf weiteren Punkten gelöst ist. Für Wettende heisst das: Quoten auf «nächster Satz an Spieler X» haben ein klar definiertes Ende, und Cash-Out-Optionen werden planbarer.
Der Spielplan vom Auftakt bis zum Finale
Die Struktur ist bei Wimbledon wie beim Australian Open: Eine Woche Hauptfeld, in der die Erste bis Vierte Runde ausgetragen werden, danach das Viertelfinale in der zweiten Woche, Halbfinale und Finale am Schlusswochenende. Die Mixed- und Doppelwettbewerbe laufen parallel, häufig ab der zweiten Wochenhälfte auf den Aussenplätzen. Wer auf Rasen-Quoten über zwei Wochen setzt, erlebt, wie sich die Vorauswahlen verengen: 128 Spielerinnen und Spieler beim Auftakt, 16 im Achtelfinale, vier im Halbfinale, zwei im Finale. Die Quoten werden dabei nicht nur vom Marktverlauf enger, sondern auch von der Setzliste und der körperlichen Verfassung nach fünf Matches auf Rasen in zwei Wochen.
Rechtslage und Bewilligung: warum in der Schweiz nur zwei Anbieter bleiben
Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel im Sinne des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51), in Kraft seit dem 1. Januar 2019. Aufsichtsbehörde ist die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht) mit Sitz in Bern, gestützt auf das Geldspielkonkordat seit dem 1. Januar 2021 – nicht die ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung besteht aus der Veranstalterbewilligung und der Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS) und «gilt nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS). Die Kantone haben festgelegt, dass es für Sportwetten und Lotterien genau zwei Veranstalter gibt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Eine Liste weiterer bewilligter Buchmacher gibt es nicht, weil es keine weiteren gibt.

Swisslos (SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel) veranstaltet Sporttip gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Das Vertragsgebiet umfasst die Deutschschweizer Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Loterie Romande mit Sitz Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, betreibt Jouez Sport in den sechs Westschweizer Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura und zählt 2’350 Verkaufsstellen sowie 221 Mitarbeitende.
Wohnsitz, ein Konto pro Person, Identitätsprüfung
Ein Online-Konto bei Swisslos verlangt mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, keine bestehende Spielsperre und die Registrierung genau einmal pro Person. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Loterie Romande operiert mit denselben gesetzlichen Voraussetzungen, beschränkt auf ihr Westschweizer Vertragsgebiet. Wer ausserhalb des jeweiligen Vertragsgebiets wohnt, kann kein Konto eröffnen. Wer umzieht, muss das Konto beim alten Veranstalter abschliessen und beim zuständigen neu beginnen, sofern die Adresse im Vertragsgebiet liegt.
Werbebeschränkungen, die Buchmacher ausserhalb der Schweiz gerne ignorieren
Werbung für Geldspiele darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3) und wird mit einer Busse bis zu CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratiswetten oder Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS; im Jahr 2025 wurden 24 Zustimmungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt). Genau aus diesem Grund tauchen auf legalen Schweizer Buchmacher-Seiten keine Promocodes auf, und Werbung fremder Anbieter, die in den Schweizer Markt drängen, hat hier keine Grundlage.
Ausländische Marken, die Schweizer Spieler im Internet treffen
ZotaBet, Unibet, Betscore, WirWetten, BetFury, Rollbit, Rabona und Bruce Bet treten in Schweizer Werbenetzwerken und über Suchergebnisse auf. Keiner dieser Anbieter verfügt über eine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz – aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land – hat in der Schweiz keine rechtliche Kraft (Art. 4 BGS). Das Anbieten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist ein Vergehen bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, im gewerbsmässigen Fall bis zu fünf Jahren (Art. 130 BGS). Der Spielende wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, ein Schutz durch das Schweizer Ausschlussregister besteht nicht, und ein Rechtsweg vor Schweizer Behörden fehlt.
Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Internetanbieter per DNS blockieren (Art. 86–93 BGS; erste Liste am 3. September 2019, Ende 2025 umfasste sie 671 Domains). Geblockte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt, was die Liste nie vollständig sein lässt. Schweizer Banken und Kartensysteme haben kein wirksames Sperrwerkzeug gegen diese Anbieter – wer dort einzahlt, tut es auf eigene Verantwortung. Die ehrliche Lesart: Offshore ist keine Lizenz mit Hindernissen, sondern ein anderes Spiel ohne Schweizer Aufsicht.
Spielerschutz: Verlustlimiten, Pausen und Sperren, bevor die erste Wette angenommen wird
Die Schweizer Spielregeln setzen den Schutz vor die Wette. Wer bei Sporttip online mitmachen will, muss vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 (für unter 21-Jährige CHF 1’000). Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage setzen. Diese Werte sind Eigenangaben des Spielenden, gesetzlich verlangt sind lediglich eines oder mehrere Höchstwerte für täglichen, wöchentlichen oder monatlichen Einsatz oder Verlust (Art. 87 VGS); die genannten Höchstgrenzen entsprechen den Vorgaben der Veranstalter und nicht einer fixen staatlichen Obergrenze. Wer sie überschreitet, kann nicht weiter wetten, bis die Periode abläuft oder die Limite nach Ablauf der 72 Stundenfrist erhöht wird.
Die Spielsperre kommt ergänzend hinzu: Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Sperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine selbstgewählte Pause lässt sich nach drei Monaten erst aufheben, mit Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Wer von der Spielsperre betroffen ist und trotzdem spielt, hat keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS).
Warum das bei Wimbledon-Livewetten besonders greift
Wimbledon dauert zwei Wochen, das Spielplan-Volumen ist hoch, und Livewetten laufen tagsüber wie abends. Eine Wette auf das nächste Spiel ist in einem Satz in 30 Sekunden platziert; ein zweite Wette auf den Ausgang, ein dritte auf das nächste Break – daraus wird ein Multiplikator über zwei Wochen. Hier schlägt die Stunde der Verlustlimiten: Wer seine Tageslimite auf CHF 100 setzt, kann an einem spielfreien Tag nicht durch ein halbes Dutzend Mehrpacketen den ursprünglichen Vorsatz unterlaufen. Eine Selbstsperre für 30 Tage über die Turnierwochen ist eine harte Linie, aber sie funktioniert, ohne dass sich der Spielende jeden Abend überwinden muss.
Die Gespa-Testkäufe 2025 haben gezeigt, dass an Verkaufsstellen in 47.5 % von 200 Fällen eine Sportwette an Minderjährige verkauft wurde. Online ist die Sperre wirksamer: Identitätsprüfung und Ausschlussregister schliessen Minderjährige und gesperrte Personen von der Kontoeröffnung aus. Wer den stationären Verkauf nutzt, sollte sich bewusst sein, dass dort weniger Kontrolle besteht als im Online-Kanal.
Wettarten und Quoten: was die Gespa-Liste zulässt und wie der Markt entsteht
Die zulässige Wettpalette ist nicht Sache der Anbieter, sondern liegt als geschlossene Liste bei der Gespa (Art. 25 BGS, Art. 29 VGS; aktuelle Version 10.09.2026). Die Liste enthält Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten; Qualifikationsrunden nur, wenn sie gelistet sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet, Trainingsläufe nie. Was die Liste nicht enthält: Eckball- oder Kartenmärkte (typische Fussball-Spezialmärkte), keine Esports. Events, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS). Livewetten sind erlaubt vor dem Spiel und live während des Spiels, sofern der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hält; das BGS schränkt bestimmte Live-Märkte nicht weiter ein.
Bei Sporttip heisst das in der konkreten Wettoberfläche: Einzelwetten, Kombinationswetten und Systemwetten mit Quoten, die vom Veranstalter festgelegt und auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet werden. Livewetten sind zugelassen; die Wette wird unabhängig davon angenommen, ob das Ereignis live übertragen wird, Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintritt des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen kann Sporttip Wetten mit Quote 1.00 werten. Der Cash-Out-Betrag ist niedriger als der mögliche Gewinn ohne vorzeitige Auszahlung, hängt vom Spielstand ab und kann vom Anbieter jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten, und es gibt Cash-Out nur als volle Auszahlung, ohne Teilbeträge.
Wie eine Quote entsteht und was sie verbirgt
Eine Quote ist die Kehrseite der Wahrscheinlichkeit plus der Marge des Anbieters. Eine faire Auszahlungsquote von 1.90 / 1.90 auf einem Zweiwege-Markt – gleiche Chancen – bedeutet, dass 1.90 als Preis verstanden wird, der sich aus 1 geteilt durch die implizite Wahrscheinlichkeit plus Marge ergibt. Für ein ausgeglichenes Marktbild ohne Marge stünden 2.00 / 2.00. Bei zwei Wegen addiert sich die implizite Auszahlungsquote aus 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte der Quoten:
1 / (1/1.90 + 1/1.90) = 1 / (2/1.90) = 1.90/2 = 0.95.
Das entspricht 95 %. Die Marge, also der Anteil, den der Anbieter von jedem gesetzten Franken behält, ist 100 % − 95 % = 5 %. Diese Marge ist fix im Preis einkalkuliert: Wer 100 Franken setzt, erhält bei einem perfekt ausgewogenen Markt im Erwartungswert 95 Franken zurück. Bei einem unausgewogeneren Markt – etwa bei einem Wimbledon-Favoriten mit Quote 1.25 gegen Aussenseiter mit Quote 4.50 – verschiebt sich das Bild zugunsten des Anbieters: Die implizite Auszahlungsquote sinkt, die Marge steigt; das ist ein Anreiz, Quoten mit unterschiedlichen Spielstärken gewinnbringend zu kalkulieren.
Die genannten 1.90 / 1.90 sind ein Beispiel für die Mechanik, keine notierte Quote. Die echten Quoten für Wimbledon-Matches sind eine andere Zahl: Wettende müssen den konkreten Preis auf der Wettoberfläche prüfen. Die Marge ist die Konstante, die das Geschäft trägt, und sie ist auf jedem Markt, bei jedem Anbieter und in jedem Zeitfenster verschieden. Auf Märkten mit hoher Vorhersagbarkeit (Sieger, Top-Setzliste) liegt sie höher als auf Märkten mit hoher Unsicherheit (Tiebreak ja/nein, genaues Ergebnis).
Wie sich Live-Quoten verändern
Eine Livequote folgt drei Eingaben: dem Spielstand, der Restzeit, und dem Modell, das die Wahrscheinlichkeit des Restausgangs schätzt. Wer bei 0:0 im ersten Satz auf den Satzgewinn des Favoriten wettet, bekommt nicht die gleiche Quote wie bei 5:0 im ersten Satz – das Modell gewichtet die Punktwahrscheinlichkeit neu. Cash-Out kombiniert diese aktualisierte Einschätzung mit der ursprünglichen Quote und dem Restrisiko, weshalb Cash-Out-Beträge niedriger ausfallen als der mögliche Gewinn bei voller Spielfortsetzung.
Beim Tennis ergibt sich ein Eigenrhythmus: Die Quoten springen bei Aufschlagverlusten, halten sich über eigene Aufschlagspiele, und verschieben sich markant bei einem entscheidenden Tiebreak. Bei Wimbledon kommt der Belag dazu: Auf Rasen bleiben Aufschlagspiele kürzer und das Momentum verschiebt sich selten zwischen den Aufschlagspielen, was die Quoten «starrer» macht als auf Sand. Wer Livewetten mit Trendfolge spielt, muss auf Rasen mit weniger Momentum und höherer Marge rechnen.
Bonusmechaniken, die drin stecken und drin nicht drin stecken
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; ein Profitboost erhöht den möglichen Nettogewinn eines definierten Ereignisses um einen Prozentsatz; beides ist pro Spielenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der Kombiboost gilt nur online (Prematch, Live, Systemwetten) und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Einzelquote von mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Was eine Erhöhung um 100 % auf fünfzehn Voraussagen tatsächlich heisst, ist Mechanik: Bei einer angenommenen Auszahlungsquote von 90 % über alle fünfzehn Beine liegt der Nettogewinn bei einer Auszahlung von 90 Franken pro 100 Franken Umsatz – ein Bonus von 100 % addiert 90 Franken, macht 180 Franken rechnerischen Nettogewinn aus 200 Franken Umsatz. Das ist kein verschenktes Geld; es ist eine Subvention auf eine Wettkette, die ohne den Boost genauso ausbezahlt worden wäre, nur ohne Bonus auf dem Nettogewinn.
Was es nicht gibt: keine gratis Guthaben ohne Gespa-Zustimmung, keine Promocodes, keine Werbeaktionen für unbestimmte Zielgruppen. Die Werbe-Etikette des Schweizer Marktes ist eng. Wer Offshore-Anbieter mit grösseren Werbeversprechen vergleicht, vergleicht einen geregelten Markt gegen einen ungeregelten, und die Frage ist nicht, was dort mehr lockt, sondern welcher Schutz hier gilt.
Tennis-Wettmärkte konkret: Turniersieger, Match, Satz, Spiel
Die Wettmärkte für Wimbledon folgen der üblichen Tennishierarchie. Der Turniersieger ist die Longshot-Wette: Wer am 29. Juni auf einen Spieler der Setzliste 4 bis 32 setzt, bekommt eine hohe Quote, weil das Modell den Weg durch sieben Matches mit zunehmender Härte einkalkuliert. Die Matchwette (Sieger des Einzelspiels) ist die liquide Wette: Quoten passen sich nach Spielbeginn in Sekunden an, und das Cash-Out-Fenster ist gross. Die Satzwette (2:0, 2:1 oder die spiegelbildliche Variante bei den Damen) ist mittellang und reagiert auf Satzverläufe. Die Spielwette (nächstes Spiel, nächster Punkt) ist das Live-Segment.
Bei den Damen sind Satzwetten liquider als bei den Herren, weil 2:0 häufiger vorkommt und die Pre-Match-Quoten genau darauf reagieren. Bei den Herren sind Handicap-Wetten auf Spiele («−3.5 Spiele») liquider: Das Modell kann mit der Tiebreak-Wahrscheinlichkeit arbeiten und Spreads anbieten, die den Fit der Spieler auf Rasen abbilden. Eine Wette «mehr als 39.5 Spiele» beim Herrenmatch gewinnt, wenn das Spiel über vier Sätze geht oder ein Tiebreak den fünften Satz bringt – bei Wimbledon, wo Tiebreaks im fünften Satz nach den neuen Regeln laufen, gewinnt sie fast immer, wenn das Match die volle Distanz geht.
Preisgrenzen und das Wesen kleiner Einsätze
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wer mit kleinen Einsätzen spielt, hat durch den Mindesteinsatz von CHF 1 einen einfachen Einstieg, aber die Kombiboost-Stufen (mindestens vier, sieben, zehn oder fünfzehn Voraussagen) verteuern den Einstieg in den höheren Boni. Wer mit hohen Einsätzen spielt, stösst bei Einzelwetten früher an die CHF 1’000-Deckel als bei Systemwetten – das ist eine bewusste Anreizstruktur, Vielfalt zu spielen.
Wer Sporttip oder Jouez Sport nutzt, entscheidet nach Wohnsitz
Wer in Zürich, Bern, Basel, Luzern, St. Gallen, Aargau oder einem anderen Deutschschweizer Kanton, in Tessin oder in Liechtenstein wohnt, meldet sich bei Swisslos Sporttip an. Wer in Genf, Waadt, Freiburg, Neuenburg, Jura oder Wallis wohnt, meldet sich bei Loterie Romande Jouez Sport an. Es gibt keine Quotenunterschiede zwischen den beiden Veranstaltern, weil beide dem identischen gesetzlichen Rahmen unterliegen, aber es gibt Unterschiede im Produkt: Sporttip ist die grössere Plattform mit eigener Sportwetten-Marke, Jouez Sport ist in das Westschweizer Loterie-Ökosystem integriert, mit Vertrieb über 2’350 Verkaufsstellen und einer kleineren Online-Sportwettoberfläche.
Beide Veranstalter verrechnen auf den Gewinnen Steuern nach den Steuergesetzen des Kantons und des Bundes. Gewinne aus bewilligten Grossspielen sind in der Schweiz grundsätzlich einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn, der ab dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 liegt; darüber werden 35 % Verrechnungssteuer abgezogen, die bei der Steuererklärung zurückgefordert werden können. Ein typischer Wettender bleibt deutlich unter der Freigrenze und hat keine Verrechnungssteuer auf Gewinnen. Was bei Offshore-Anbietern anders ist: Es gibt keine Verrechnungssteuer, dafür behandelt der Kanton Thurgau Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen unabhängig vom Betrag – die steuerliche Mehrbelastung kann ein ordentlicher Steuersatz auf den Gewinn sein.
Verteilung des Reingewinns: wofür die Wette arbeitet
Swisslos hat im Geschäftsjahr 2025 CHF 562 Mio. Reingewinn verteilt: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, die Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe finanziert. Aus den Sportwetten allein stammten CHF 109 Mio., im Vorjahr CHF 122 Mio. Das ist die Logik des Systems: Sportwetten sind nicht Selbstzweck, sondern zahlen in den öffentlichen Nutzen zurück. Wer bei Sporttip wettet, finanziert direkt die Schweizer Sportförderung mit – eine Eigenschaft, die bei Offshore-Anbietern fehlt.
Die zugelassenen Anbieter und die offshore Alternativen: ein Überblick
| Marke | Schweizer Bewilligung | Veranstalter und Produkt |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung unter dem BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; Produktname Sporttip; Deutschschweizer Kantone, Tessin, Liechtenstein |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung unter dem BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa | Loterie Romande, Lausanne; Produktname Jouez Sport; Westschweizer Kantone (FR, GE, JU, NE, VD, VS) |
| ZotaBet | Keine Schweizer Bewilligung | Ausländisch, von Gespa nicht zugelassen; DNS-Sperre möglich |
| Unibet | Keine Schweizer Bewilligung | Ausländisch, von Gespa nicht zugelassen; DNS-Sperre möglich |
| Betscore | Keine Schweizer Bewilligung | Ausländisch, von Gespa nicht zugelassen; DNS-Sperre möglich |
| WirWetten | Keine Schweizer Bewilligung | Ausländisch, von Gespa nicht zugelassen; DNS-Sperre möglich |
| BetFury | Keine Schweizer Bewilligung | Ausländisch, von Gespa nicht zugelassen; DNS-Sperre möglich |
| Rollbit | Keine Schweizer Bewilligung | Ausländisch, von Gespa nicht zugelassen; DNS-Sperre möglich |
| Rabona | Keine Schweizer Bewilligung | Ausländisch, von Gespa nicht zugelassen; DNS-Sperre möglich |
| Bruce Bet | Keine Schweizer Bewilligung | Ausländisch, von Gespa nicht zugelassen; DNS-Sperre möglich |
Die Tabelle zeigt die Trennung, die das Schweizer Recht vorgibt: zwei zugelassene Veranstalter, jeder mit eigenem Vertragsgebiet und derselben Aufsichtsbehörde, und eine Gruppe ausländischer Marken ohne Schweizer Bewilligung. Innerhalb der zugelassenen Veranstalter unterscheidet das Recht weder «besser» noch «schlechter»: Es gibt keine Konkurrenz, weil es per Gesetz keinen dritten Anbieter geben darf. Wer «das beste Angebot» sucht, vergleicht faktisch nur die zwei Plattformen, und der Vergleich hängt am Wohnsitz, nicht an der Quote.
Die offshore Marken sind aufgenommen, weil Schweizer Spieler ihnen im Internet, in Suchergebnissen und in Werbenetzwerken begegnen. Sie sind keine echten Alternativen zur Schweizer Plattform, sondern eine andere Vertragsordnung: keine Schweizer Aufsicht, kein Schweizer Ausschlussregister, keine Schweizer Rechtsdurchsetzung, kantonale Steuerpraxis auf Gewinnen ausländischer Grossspiele. Wer dort spielt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass jeder dort platzierte Franken nicht in die Schweizer Sportförderung fliesst und im Streitfall vor ausländische Gerichte oder Schiedsstellen führt.
Was das für die Wahl heisst
Wer in der Schweiz lebt und mit dem Geldspielgesetz compliant bleiben will, hat effektiv zwei Entscheidungen: Wohnsitz im Vertragsgebiet von Swisslos oder Loterie Romande, und Plattform Sporttip oder Jouez Sport. Beide Plattformen haben dasselbe Wettarten-Repertoire aus der Gespa-Liste, beide haben eine Livewette, beide haben Cash-Out, beide haben Boni, die der Gespa-Zustimmung unterliegen. Welche Plattform «richtig» ist, entscheidet das Wohnsitzkriterium, nicht das Produkt. Es gibt keine Plattform, die «besser» ist im Sinne einer höheren Quote oder eines grösseren Wettangebots – beides ist gesetzlich gleichgeschaltet.
Wer aus bestimmten Gründen zu einem Offshore-Anbieter geht, sollte sich über drei Punkte im Klaren sein: kein Schweizer Ausschlussregister (Spielende mit Spielsperre können dort spielen, was in der Schweiz verboten wäre), keine Schweizer Aufsicht (keine Beschwerdestelle, keine Garantie für Cash-Out oder Quotenkorrektur), andere steuerliche Behandlung im Wohnsitzkanton (bei Thurgau voll steuerbar). Diese Punkte sind nicht abschreckend formuliert, sie beschreiben die Realität. Wer sie akzeptiert, geht bewusst ein anderes Geschäftsmodell ein.
Rechnen am Markt: was die Marge über den Preis verrät
Beispielrechnung für ein Zweiwege-Markt mit Quoten 1.90 / 1.90 – gleiche Chancen, ohne Favoritenposition: 1 geteilt durch (1/1.90 + 1/1.90) = 0.95 = 95 %. Die Marge ist 100 % − 95 % = 5 %. Bei einem Spiel mit dieser Konstellation zahlt der Anbieter 95 Rappen von jedem Franken Einsatz zurück und behält 5 Rappen. Das gilt im Erwartungswert über sehr viele Wetten mit identischen Quoten, nicht für eine einzelne Wette, und es gilt für genau diese Auszahlungsquote, nicht für andere Marktkonstellationen. Wenn die Quoten 1.25 / 4.50 lauten – deutlicher Favorit, klarer Aussenseiter – verschiebt sich das Bild: 1 / (1/1.25 + 1/4.50) ≈ 1 / (0.8 + 0’222) ≈ 0’978, die Auszahlungsquote sinkt auf etwa 97.8 %? Nein, diese Rechnung geht daneben: 1 / (0.8 + 0’222) ≈ 0’978, was eine Auszahlungsquote von 97.8 % und eine Marge von 2.2 % ergibt – das ist ungewöhnlich tief. Bei einem stärkeren Aufeinandertreffen von Quoten wie 1.20 / 5.00 steigt die Marge deutlich. Echte Wimbledon-Quoten liegen nahe am Hauptfeld oft im Bereich 1.20 bis 1.45 für den Favoriten und 2.70 bis 4.50 für den Aussenseiter; die Marge solcher Zweier-Märkte liegt in der Grössenordnung von 5 bis 8 Prozent, abhängig von Anbieter und Marktliquidität.
Das Ergebnis präsentiert sich als Band, nicht als Einzelpunkt: Bei einer einfachen Zweiwege-Wette mit ausgeglichenen Quoten liegt die Buchmacher-Marge in der Regel im Bereich von etwa 5 Prozent. Bei Wetten mit Favorit und Aussenseiter, bei Tiebreak-Märkten und bei Livewetten liegt die Marge höher. Wer die Marge als einzelne Zahl erwartet, unterschätzt die Marktmechanik: Die Marge ist der Preis, den der Wettende dafür zahlt, dass der Buchmacher den Markt überhaupt anbietet, dass Quoten sich in Echtzeit anpassen, und dass Konkurrenz und Aufsicht dafür sorgen, dass die Margen nicht über ein vernünftiges Mass steigen.
Anbieterprofile im Detail
Swisslos Sporttip
Swisslos Sporttip ist die Plattform für die Deutschschweiz, Tessin und Liechtenstein. Veranstalter ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, das Produkt läuft unter Sporttip, und die Plattform gehört zu den zwei bewilligten Veranstaltern unter dem BGS (SR 935.51) mit Aufsicht durch die Gespa. Wer hier spielt, spielt in einem System, das aus den Reingewinnen einen grossen Teil in die kantonalen Fonds und in die Stiftung Sportförderung Schweiz ausschüttet; Sporttip-Beiträge haben 2025 rund CHF 109 Mio. betragen.
Was das Produkt leistet: Eine vollständige Wettoberfläche mit Einzel-, Kombinations- und Systemwetten, Livewetten, Cash-Out, Quotenboosts und Kombiboost-Stufen, ein Spielerkonto mit Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage (Obergrenze CHF 9’999) und Einzahlungslimite auf 30-Tage-Basis, eine eigene Spielsperre über 1 bis 180 Tage plus Eintrag ins schweizweite Sperrregister. Die Wettarten folgen der Gespa-Liste, die Quoten werden auf 5 Rappen genau dargestellt, und der Mindesteinsatz von CHF 1 macht den Einstieg einfach. Sporttip ist die richtige Plattform für jeden Deutschschweizer Wettenden; die einzige Wechselentscheidung ist Loterie Romande, und die hängt am Wohnsitz.
Das Urteil: Für die Zielgruppe, für die Sporttip gemacht ist, ist es das einzige vollständige Produkt im Markt – eine legale, regulierte Plattform mit transparenten Regeln und Schutzmechanismen, die nirgendwo sonst in dieser Form angeboten werden. Wer nicht in der Deutschschweiz wohnt, hat zu Loterie Romande keine direkte Alternative, sondern bleibt im Schweizer Markt nur über den zweiten Veranstalter erreichbar.
Loterie Romande Jouez Sport
Loterie Romande Jouez Sport ist die Plattform für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Veranstalter ist die Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande) mit Sitz in Lausanne, Avenue de Provence 14; das Produkt heisst Jouez Sport und ist ebenfalls unter dem BGS bewilligt mit Gespa-Aufsicht. Die Loterie Romande betreibt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und beschäftigt 221 Mitarbeitende.
Jouez Sport richtet sich an dieselbe Zielgruppe wie Sporttip, aber unter anderer Markenidentität: Westschweizer Vertriebsnetz, eigene Kommunikation, eigene Integration in das Loterie-Ökosystem. Was die Plattform kann, ist gesetzlich identisch zu Sporttip: Gespa-konforme Wettarten, Cash-Out-Logik (sofern angeboten), Livewetten gemäss Bewilligung, Limitsystem und Spielsperre. Der Hauptunterschied ist operativ: die Plattform heisst anders, das Spielerkonto wird bei Loterie Romande geführt, die Verkaufsstellen sind offline verfügbar, die Online-Oberfläche richtet sich primär an die Westschweizer Kundschaft.
Das Urteil: Wer in der Westschweiz wohnt, hat mit Loterie Romande Jouez Sport einen vollwertigen Veranstalter, der rechtlich und produktmässig zu Sporttip identisch ist. Wer die Vertriebsstellen und das Westschweizer Kundennetz schätzt, hat hier seinen Anbieter. Der Wechsel nach Deutschschweiz – falls jemand umzieht – erfordert eine Neueröffnung des Kontos bei Swisslos, nicht einen Datenexport.
Offshore-Marken im Quervergleich
Die acht Offshore-Marken – ZotaBet, Unibet, Betscore, WirWetten, BetFury, Rollbit, Rabona und Bruce Bet – operieren mit Lizenzen aus anderen Jurisdiktionen, nicht aus der Schweiz. Diese Lizenzen sind Curaçao-Lizenzen, Malta-Lizenzen oder Lizenzen aus anderen Ländern; alle haben in der Schweiz keine rechtliche Wirkung (Art. 4 BGS). Die Gespa führt diese Marken nicht in einem Verzeichnis bewilligter Anbieter, weil ein solches Verzeichnis nur Swisslos und Loterie Romande enthält; dafür erscheinen die Domains in der Sperrliste, die Schweizer Internetanbieter per DNS blockieren, mit Stand Ende 2025 umfasste sie 671 Einträge.
Diese Marken sind hier aufgeführt, weil Schweizer Spieler ihnen im Internet begegnen. Sie unterscheiden sich untereinander in Marktangebot, Quotenmargen, Bonusvolumen, Zahlungsmethoden und Bedienoberfläche. Was sie nicht unterscheidet, ist die Schweizer Rechtslage: Jede dieser Marken ist ohne Schweizer Bewilligung, ohne Anbindung an das Schweizer Ausschlussregister, ohne Schweizer Aufsicht, und unterliegt der DNS-Sperre. Spieler aus der Schweiz spielen dort auf eigenes Risiko, ohne die Spielerschutz-Mechanismen, die Swisslos und Loterie Romande gesetzlich anbieten müssen.
Im Quervergleich sind die Unterschiede innerhalb dieser Gruppe dünn, weil die regulatorische Trennung gleich ist. Was auffällt: Unibet ist international die grösste dieser Marken und bietet das breiteste Marktportfolio; Curaçao-lizenzierte Anbieter wie BetFury, Rollbit und BetFury haben ihren Schwerpunkt eher im Krypto-Bereich; Betscore, WirWetten, ZotaBet, Rabona und Bruce Bet positionieren sich als klassische Online-Sportwetten mit unterschiedlichen Bonus-Ausgestaltungen. Keine dieser Marken ist wegen ihres Angebots «besser» als die Schweizer Plattformen – sie sind eine andere Vertragsordnung mit anderem rechtlichem Rahmen.
Das Urteil: Wer zu einer Offshore-Marke geht, lässt die Schweizer Spielerschutz-Mechanismen, die Schweizer Aufsicht und die Schweizer Steuereinfachheit hinter sich und akzeptiert stattdessen eine Plattform mit anderer Lizenz, anderer Aufsichtsbehörde, anderer Rechtsdurchsetzung. Das kann bewusst eine Wahl sein – etwa für Spielende mit Wohnsitz in Grenznähe, die das Angebot eines ausländischen Veranstalters nutzen wollen, weil es ihnen passt. Es ist aber nie eine «sichere» Wahl im Sinne der Schweizer Aufsicht, und die Werbeversprechen dieser Marken («100 % Bonus», «risikofreie Wette») sollten mit derselben Skepsis gelesen werden wie jede Werbung, die nicht durch die Schweizer Aufsicht geprüft ist.
Welche Märkte lohnen sich beim Rasen-Tennis, welche weniger
Bei Wimbledon-Quoten sind drei Markttypen besonders liquide: Sieger, Match, und Satzwetten. Der Turniersieger-Markt wird ab Auftakt bis zum Viertelfinale liquide gehandelt, danach verengt er sich auf eine Quote-Favorisierung der verbliebenen Spielerinnen und Spieler. Der Match-Markt ist die Kerndomäne: Er öffnet vor dem Spiel, schliesst mit dem ersten Aufschlag, und läuft dann als Livewette weiter. Satzwetten («2:0» vs. «2:1» bei den Herren, «2:0» vs. «2:1» bei den Damen) sind liquider bei den Damen, weil die kürzere Distanz häufiger zu klaren Sätzen führt.
Weniger liquide, aber nicht weniger interessant: Spielwetten auf den nächsten Punkt, nächste Aufschlagspiel-Gewinn, nächster Tiebreak. Diese Märkte leben von der Livewette und verlangen schnelle Reaktion. Cash-Out auf diesen Märkten lohnt weniger, weil die Margen hoch sind und der Cash-Out-Abschlag signifikant ausfällt. Handicap-Wetten auf Spiele («−2.5 Spiele», «+4.5 Spiele») sind anspruchsvoll: Sie verlangen ein Modell, das die Tiebreak-Häufigkeit einkalkuliert; auf Rasen ist die Tiebreak-Wahrscheinlichkeit höher als auf Sand, weil Aufschlagspiele stärker dominieren.
Was sich bei Wimbledon weniger lohnt: Wetten auf Trainingsläufe (sind nicht auf der Gespa-Liste), Wetten auf Eckbälle oder Karten (gibt es im Tennis nicht), Wetten auf Esports (gibt es bei Wimbledon nicht, auch wenn grosse Buchmacher eigene Esports-Märkte anbieten). Was gar nicht angeboten wird und auch nicht angeboten werden darf: Wetten auf Wetter, Politik oder TV-Shows. Wer solche Märkte bei Offshore-Anbietern sieht, sollte wissen, dass sie ausserhalb der Schweizer Bewilligung liegen.
Marge als Wegweiser
Wer die Marge des Marktes kennt, weiss, was die Wette ihn kostet, bevor er sie abschliesst. Bei liquiden Märkten wie dem Sieger-Markt eines Hauptfeld-Matches liegt die Marge in der Grössenordnung von 5 bis 8 Prozent; bei exotischeren Märkten wie «nächster Tiebreak ja/nein» liegt sie oft bei 10 bis 15 Prozent, weil weniger Spielende diese Märkte handeln und das Modell weniger effizient kalibriert. Die Regel ist einfach: Je exotischer der Markt, desto höher die Marge, desto weniger verschenkte Quote an den Spielenden, desto mehr an den Anbieter.
Wer eine bestimmte Quote sieht, kann die Marge direkt ableiten: Bei einem Zweiwege-Markt mit Quoten a und b ist die Auszahlungsquote 1 / (1/a + 1/b). Ist a = 1.40 und b = 2.75, ergibt sich 1 / (0’714 + 0’364) ≈ 0’929, also 92.9 % Auszahlungsquote und 7.1 % Marge. Bei einem Dreiwege-Markt (Tennis-Sieger 2:0, 2:1, andere Resultate) addiert sich die Kehrwertsumme über drei Quoten; die Marge liegt hier meist zwischen 6 und 12 Prozent.
Häufige Fragen zu Wimbledon-Wetten in der Schweiz
Wann genau liefen die Wimbledon Championships, und auf welchem Belag wird gespielt?
Die Wimbledon Championships 2026 fanden vom 29. Juni bis 12. Juli 2026 in London auf Rasen statt und waren die 139. Austragung dieses Turniers. Wimbledon ist das einzige Grand-Slam-Turnier, das auf Rasen ausgetragen wird; das nächste Turnier folgt 2027. Die Herren spielen auf drei Gewinnsätze, die Damen auf zwei, und bei 6:6 wird ein Tiebreak bis 7 gespielt, im Entscheidungssatz seit März 2022 ein Match-Tiebreak bis 10 mit zwei Punkten Vorsprung.
Wer darf in der Schweiz Wetten auf Wimbledon anbieten, und welche Wettarten sind erlaubt?
In der Schweiz dürfen nur zwei Veranstalter Sportwetten anbieten: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Andere Marken wie internationale Plattformen haben keine Schweizer Bewilligung; ihr Angebot darf hier nicht beworben werden, ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste stehen. Welche Wettarten erlaubt sind, bestimmt die geschlossene Liste der Gespa (Art. 25 BGS, Art. 29 VGS; aktuelle Version 10.09.2026): Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, mit Einschränkungen für Qualifikationsrunden, Frauenwettbewerbe, Ranglistenwetten und Events mit überwiegend Minderjährigen. Wetten auf Wetter, Politik oder TV-Shows sind nicht erlaubt.
Wie unterscheiden sich Herren- und Damenturnier bei der Satzzahl, und was heisst das für die Wettmärkte?
Bei den Herren wird auf drei Gewinnsätze gespielt, bei den Damen auf zwei. Bei den Herren bedeutet das längere Matches und häufiger fünf Sätze, bei den Damen ein klareres 2:0 in vielen Matches. Für die Wettmärkte heisst das: Bei den Damen sind Satzwetten liquider («2:0» als eigenständige Quote), bei den Herren Handicap-Wetten auf Spiele («−3.5 Spiele»), die das längere Match berücksichtigen. Der Match-Tiebreak im Entscheidungssatz (seit 2022) macht bei den Herren die fünfte Satzprognose kalkulierbarer – ein Unentschieden bei 6:6 endet nach spätestens zwölf weiteren Punkten.
Wie wird die Auszahlung einer Tenniswette aus Einsatz und Quote berechnet, und was ist die Marge?
Der Gewinn ergibt sich aus Einsatz × Quote (bei Kombinationen × Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten). Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag zunächst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Die Marge des Anbieters ist 1 − 1 / (1/Quote₁ + 1/Quote₂ + …); bei einem ausgeglichenen 1.90 / 1.90-Markt liegt sie bei 5 % und bedeutet, dass von jedem Franken Einsatz 95 Rappen an die Spielenden zurückfliessen und 5 Rappen beim Anbieter bleiben. Die Marge gilt im Erwartungswert über viele Wetten, nicht für einen einzelnen Ausgang.
Was gilt bei Livewetten auf Tennis, und wie schnell ändern sich Quoten während eines Spiels?
Livewetten sind in der Schweiz erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels. Eine Wette wird angenommen, unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintritt des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen (Strafstoss, Rote Karte, VAR-Entscheid) kann der Veranstalter Wetten mit Quote 1.00 werten. Quoten passen sich beim Tennis in Sekunden an den Spielstand an; auf Rasen bleiben sie «starrer» als auf Sand, weil Aufschlagspiele dominieren, und Sprünge sind häufiger bei Aufschlagverlusten als bei normalen Ballwechseln.
Tennis – englandwetteninfo
Inhalt erstellt vom Team «englandwetteninfo»
