Radsport wetten in der Schweiz – was erlaubt ist und was jede Quote kostet

Updated Oktober 2026
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Eine Landstrasse schlängelt sich einen Alpenpass hinauf, am Strassenrand liegt feuchtes Gras und die Morgensonne färbt die Felsen.

Wer in der Schweiz auf die Tour de France, den Giro oder Paris–Roubaix setzen will, hat genau zwei seriöse Türen: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Beide verfügen über eine Schweizer Bewilligung, beide verlangen einen Wohnsitz im eigenen Vertragsgebiet, und beide führen nur Rennen aus der Gespa-Liste im Programm. Wer darüber hinausgeht, landet bei ausländischen Domains ohne Schweizer Bewilligung – und ohne den Schutz, den das Schweizer Recht sonst bietet.

Die Tour de France wurde erstmals 1903 ausgetragen, Start war am 1. Juli in Montgeron bei Paris; Veranstalter ist seit 1992 die Amaury Sport Organisation (ASO).

Dieser Überblick ordnet die Rechtslage, die Spielsaison und das Angebot der zugelassenen Veranstalter zueinander und erklärt, was eine Radsportquote wirklich enthält. Stand: Oktober 19, 2026, geprüft gegen die Gespa-Liste (Version 10.09.2026) und die Spielregeln der beiden Veranstalter.

Rechtslage: Wer in der Schweiz Radsportwetten anbieten darf

Das Geldspielgesetz und die zwei Veranstalter

Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel im Sinne des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51, in Kraft seit dem 1. Januar 2019). Die Aufsicht liegt bei der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, nicht bei der ESBK, die nur Kasinos überwacht. Eine Bewilligung besteht aus zwei Teilen: der Veranstalterbewilligung und einer Spielbewilligung pro Spiel, geregelt in Artikel 21 bis 25 BGS, und sie gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS).

Ein langer Kiesweg zwischen Obstbäumen am Seeufer, im Hintergrund die Silhouette von Bergen im Dunst eines frühen Morgens.
Die UCI WorldTour wird seit dem Jahr 2011 vom Radsport-Weltverband UCI veranstaltet und gilt als Nachfolgeserie der gescheiterten UCI ProTour.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Wer in der Schweiz Sportwetten anbietet, ist damit eine dieser beiden – weitere Buchmacher mit Schweizer Bewilligung existieren nicht.

Was darf angeboten werden – und was nicht

Erlaubt sind Wetten auf Sportereignisse. Wetten aufs Wetter, auf politische Ergebnisse oder auf TV-Shows sind im Gesetz nicht vorgesehen. Welche konkreten Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen überhaupt im Programm stehen dürfen, legt die Gespa-Liste fest (Version 10.09.2026, gestützt auf Art. 25 BGS und Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden zählen nur, soweit sie gelistet sind; Frauenrennen ebenso; Ranglistenwetten nur, wenn die Liste sie als Mittel zur Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb oder als Podiumswertung vorsieht. Trainingsläufe sind keine wettrechtlichen Ereignisse. Die Liste kennt keine Eckball- oder Kartenmärkte und keine eigene Esports-Sektion – Esports erscheint dort nicht.

Ein Rennrad lehnt an einer Steinmauer am Rand eines Dorfplatzes, daneben eine Trinkflasche im ersten Sonnenlicht.
Zu den Frühjahrsklassikern im Radsport zählen Lüttich–Bastogne–Lüttich (seit 1892), Paris–Roubaix (seit 1896) und Mailand–San Remo (seit 1907).

Live-Wetten sind zulässig, Prematch und Live, soweit der Veranstalter eine entsprechende Verfügung hat. Das BGS enthält keine statutarische Einschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Cash-Out ist nicht eigenständig reguliert; es ist eine Funktion jedes Veranstalters und wird unten bei Sporttip beschrieben.

Wohnsitz und ein Konto pro Person

Ein Online-Spielkonto setzt nach Artikel 47 Absatz 3 VGS Wohnsitz in der Schweiz und praktisch im Vertragsgebiet des Veranstalters voraus. Bei Swisslos sind das die Deutschschweizer Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, der Kanton Tessin sowie das Fürstentum Liechtenstein. Loterie Romande bedient die sechs Westschweizer Kantone FR, GE, JU, NE, VD und VS. Pro Person ist nur ein Konto zulässig, die Identität wird per Ausweis verifiziert (Art. 47–52 VGS).

Werbung, Strafen und ausländische Anbieter

Werbung darf nicht in aufdringlicher oder irreführender Weise erfolgen und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel ist verboten und wird mit Busse bis zu CHF 500’000 geahndet (Art. 131 BGS). Das Organisieren von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat – bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, in gewerbsmässiger Form bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Spielerinnen und Spieler werden nicht bestraft; Einsätze und Gewinne können aber im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keine Schweizer Anlaufstelle für Streitigkeiten.

Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekomanbieter per DNS blockieren (Art. 86–93 BGS; erste Liste am 3. September 2019, Ende 2025 waren 671 Domains darauf). Blockierte Domains tauchen oft unter neuem Namen wieder auf – die Gespa benennt dies als «Domain-Hopping». Eine ausländische Lizenz aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS).

Steuern auf Gewinne

Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag einkommensteuerfrei. Der Bundesfreibetrag beträgt seit dem 1. Januar 2026 CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400); der kantonale Freibetrag unterscheidet sich je nach Kanton. Über der Schwelle behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Gewinne ausländischer Anbieter kennen keine Verrechnungssteuer; die kantonale Praxis im Thurgau behandelt solche Gewinne unabhängig von der Höhe als voll steuerbares Einkommen. Auf den Einsatz fällt keine Schweizer Wettsteuer. Für die konkrete Situation gilt: Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung fragen.

Spielerschutz: Limiten, Pausen und die Spielsperre

Limiten setzen – und zwar selbst

Beide Veranstalter verlangen, dass Spielende vor der ersten Wette Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage festlegen. Bei Swisslos gilt eine Obergrenze von CHF 9’999 (für unter 21-Jährige CHF 1’000); eine Senkung tritt sofort in Kraft, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Die Statuten (Art. 87 VGS) sehen eine Frist von 24 Stunden für Erhöhungen vor – die 72 Stunden der Swisslos-Bedingungen sind also strenger als das Gesetz. Es gibt keinen staatlich festgelegten Einsatzhöchstbetrag; was die zugelassenen Veranstalter an oberen Limits setzen, sind eigene Bedingungen.

Spielsperre und Selbstsperre

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Kasinos einschliesslich Online-Kasinos sowie in Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre kann nach Art. 84 VGS frühestens nach drei Monaten unter Einbezug einer Fachstelle aufgehoben werden (Art. 81 BGS). Der Veranstalter muss eine selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten anbieten (Art. 89 VGS). Gesperrte oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS).

Was der reale Test zeigt

Die Gespa hat 2025 Testkäufe an Verkaufsstellen durchgeführt: In 47,5 Prozent von 200 Fällen wurde eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer annimmt, der Schutz an der Ladenkasse sei streng, irrt. Online sieht es durchgehen, in geprüfter Identität, strenger aus – was den Schutz erhöht, aber den Testbefund nicht aus der Welt schafft.

Radsport-Saison: Welche Rennen für Wetten in Frage kommen

Eintagesrennen und Etappenrennen

Der Radsport umfasst Strassenradsport, Bahnradsport, Mountainbikesport, Cyclocross und BMX-Rennsport sowie Kunstradfahren, Radball und Radpolo. Das erste Eintagesrennen fand am 8. Dezember 1867 in Paris statt, mit rund 100 Startern über etwa 23 km in Richtung Versailles; das erste Etappenrennen war die Tour de France 1903.

Zu den Frühjahrsklassikern zählen Lüttich–Bastogne–Lüttich (seit 1892), Paris–Roubaix (seit 1896) und Mailand–San Remo (seit 1907). Eintagesrennen entscheiden alles an einem Tag: Wer vorne liegt, wenn das Zielfoto ausgewertet ist, gewinnt die Wette.

Etappenrennen sind eine andere Wettwelt. Die Tour de France, der Giro d’Italia und die Vuelta a España sind die einzigen Strassenrennen, die drei Wochen lang dauern dürfen. Sie sind die Grand Tours des Radsports. An der Tour de France nehmen rund 21 bis 22 Profimannschaften teil, darunter 18 UCI WorldTeams; die Teams bestehen seit 2018 aus acht Fahrern, bis 2017 waren es neun. Meist stehen zwanzig Etappen nach dem Grand Départ auf dem Programm.

Trikots und Wertungen

Das Gelbe Trikot wurde 1919 von Desgrange eingeführt und steht für die Gesamtwertung. Das Gepunktete steht für die Bergwertung, das Weisse für die Nachwuchswertung; das Grüne für die Punktewertung, das Erik Zabel sechsmal gewann. Diese Wertungen sind eigene Wettmärkte – wer auf einen Etappensieger setzt, wettet nicht zugleich auf den Träger des Gelben Trikots am Ende der Rundfahrt.

Rekorde und Geschichten, die den Markt prägen

Fünf Fahrer haben die Tour de France je fünfmal gewonnen – Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault, Miguel Indurain und Tadej Pogačar. Pogačar siegte 2020, 2021 und von 2024 bis 2026. Eine Quote auf Pogačar ist also nie eine Wette ins Ungewisse: Sie ist eine Wette auf einen Fahrer, der weiss, wie man die Rundfahrt gewinnt, was die Quote drückt und den Wert für andere Fahrer erhöht.

Bei der Vuelta 2026 wurde Felix Gall Gesamtdritter, 2:44 hinter Sieger Enric Mas, und war damit der erste Österreicher auf dem Podium einer Vuelta. Zuvor war er beim Giro d’Italia 2026 Zweiter. Vor Gall stand mit Adolf Christian (Dritter bei der Tour de France 1957) nur ein weiterer Österreicher auf einem Grand-Tour-Podium. Tadej Pogačar schied bei der Vuelta 2026 nach einem Sturz auf der achten Etappe aus.

Die UCI WorldTour als Spielplan

Die UCI WorldTour wird seit 2011 vom Radsport-Weltverband UCI veranstaltet und ist die Nachfolgeserie der gescheiterten UCI ProTour. Aktuell listet sie 36 Rennen. Sie bildet das Grundgerüst des Wettprogramms: Was dort stattfindet und auf der Gespa-Liste steht, ist Teil des erlaubten Angebots.

Gesamtsieger, Etappensieg, Trikot: Wie sich die Wetten unterscheiden

Drei Arten, dasselbe Rennen zu spielen

Eine Wette auf den Gesamtsieger einer Grand Tour bewertet 21 Renntage zusammen. Wer vorne liegt, wenn in Paris, Mailand oder Madrid das letzte Zeitfahren gefahren ist, gewinnt. Eine Wette auf einen Etappensieger bewertet nur diesen einen Tag, oft nur einen Teil davon: Eine Bergetappe ist ihre eigene Wertung, ein Zeitfahren seine eigene. Eine Trikotwette bewertet eine Zwischenwertung: das Grüne Trikot bei der Punktewertung, das Gepunktete in den Bergen, das Weisse in der Nachwuchswertung.

Die drei Wetten schliessen sich nicht aus, sie überlappen sich aber stark. Ein Fahrer kann die Gesamtwertung gewinnen, ohne eine einzige Etappe zu gewinnen, und das Grüne Trikot holen, ohne je das Gelbe getragen zu haben. Wer auf alles setzt, was ein Spitzenreiter gewinnen kann, zahlt die Korrelation dreimal.

Warum Etappenquoten härter schwanken

Die Buchmacher kennen die Stärke der Favoriten über drei Wochen sehr genau. Wer in der Gesamtwertung vorne liegt, wird mit kurzen Quoten gehandelt. In einer Bergetappe kann ein Aussenseiter das Rennergebnis auf den Kopf stellen, weil das Terrain die Form verstärkt. Etappenquoten schwanken deshalb stärker, die Auszahlungsquoten sind im Schnitt etwas grosszügiger, die Marge des Marktes höher. Wer die besseren Quoten sucht, findet sie dort – und bezahlt sie mit höherer Unsicherheit.

Cash-Out und warum es den Wert verschiebt

Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und es besteht keine Garantie für jeden Markt. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche Wettgewinn bei normalem Ablauf, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Cash-Out ist eine Bequemlichkeit, kein Vorteil: Wer den Wettschein vorzeitig verkauft, verzichtet auf einen Teil des Werts zugunsten der Sicherheit.

Quoten, Marge und der Preis einer Wette

Was eine Quote verspricht – und was sie kostet

Eine Quote von 2.10 sagt: Setzt eine Person CHF 100, bekommt sie bei einem Sieg CHF 210 zurück – den Einsatz und CHF 110 Gewinn. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Beine zu einer Gesamtquote. Was die Quote nicht sagt, ist der Preis der Wette: die Marge.

Die Marge als versteckter Preis

Bei einem Markt mit zwei möglichen Ausgängen zu Quoten 1.90 und 1.90 ergibt sich die Auszahlungsquote als 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) ≈ 0.95, also 95 Prozent. Die Marge ist 100 Prozent minus 95 Prozent, also 5 Prozent. Bei einem ausgeglichenen Markt mit zwei Ausgängen liegt die typische Marge von Grossspiel-Veranstaltern nahe an diesem Wert; bei Dreiwege-Märkten oder bei Märkten mit vielen Ausgängen – etwa bei Etappensiegerwetten mit 150 Startern – ist die Marge höher.

Die Marge ist das, was vom Einsatz im Schnitt beim Veranstalter bleibt. Eine niedrigere Marge bedeutet mehr Auszahlung an die Spielenden. Eine höhere Marge bedeutet mehr für den Veranstalter. Wer zwei Buchmacher vergleicht, vergleicht nicht die Spitzenquoten, sondern die Marge.

Wie sich das im Radsport auswirkt

Im Radsport sind die Märkte ungleichmässig verteilt: Auf den Gesamtsieger einer Grand Tour gibt es ein knappes Favoritenfeld, hohe Quoten für die Aussenseiter, eine niedrigere Marge. Auf einen Etappensieg ist das Feld gross, die langen Listen aussenseiterlastig, die Marge höher. Auf eine Trikotwertung ist die Vorhersage aufgrund der Dynamik oft schwieriger, die Quoten schwanken stärker, die Marge ist oft am höchsten.

Wer die Marge einer Quote schätzen will, rechnet sie nach. Wer den Veranstalter mit der niedrigsten Marge auf einem Markt sucht, vergleicht die Quoten, nicht die Spitzenangebote.

Quotenboosts und Profitboosts

Bei Sporttip gibt es Quotenboosts nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage und Profitboosts, die den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz erhöhen. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und verfallen bei einem Cash-Out. Ein Boost erhöht eine ausgewählte Quote – er ändert nichts daran, dass die zugrundeliegende Marge dieselbe bleibt. Der Boost ist ein Lockmittel, keine Senkung der Marge.

Anbieter im Vergleich

Swisslos Sporttip: das Standardprogramm

Swisslos wird von der SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel veranstaltet und stützt sich auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Sporttip läuft in den Deutschschweizer Kantonen, im Tessin und in Liechtenstein. 2025 verteilte Swisslos einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz (für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey, Sporthilfe); aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio. (2024: CHF 122 Mio.).

Beim Sporttip sind die Einsätze klar geregelt: Mindestens CHF 1, höchstens CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette, höchstens CHF 10’000 pro Systemwette. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern. Eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Die reguläre Spielzeit entspricht der regulären Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind.

Verfügbar sind Wetten ab 18 Jahren; Personen unter 18 Jahren sind ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, darf auf dieses nicht wetten. Die Registrierung erfordert einen Ausweis, dessen Daten gegen Adressdatenbanken geprüft werden.

Loterie Romande Jouez Sport: das Westschweizer Angebot

Die Loterie Romande führt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sitz des Unternehmens ist Lausanne, Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; das Unternehmen zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Wer in der Deutschschweiz wohnt, kann hier kein Konto eröffnen – das Vertragsgebiet ist anders geschnitten, die Bewilligung dieselbe.

Beide Veranstalter führen Wetten nur auf Rennen und Märkte der Gespa-Liste. Was dort nicht steht, kann nicht angeboten werden.

Einordnung der Schweizer Anbieter

Marke Schweizer Bewilligung Veranstalter / Bewilligungsgrundlage
Swisslos Sporttip Bewilligung als Grossspiel SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft (BGS, Aufsicht Gespa)
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligung als Grossspiel Loterie Romande (BGS, Aufsicht Gespa)
WirWetten ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz
BC Game ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz
BillyBets ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz
Donbet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz
bet365 ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz
22Bet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz
BetOnRed ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz
IviBet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz ohne Wirkung in der Schweiz

Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung

Die nachfolgend genannten Marken sind in der Schweiz nicht zugelassen. Sie verfügen über keine Schweizer Bewilligung, sind nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, und es besteht keine Schweizer Anlaufstelle für Streitigkeiten. Ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste landen, die Schweizer Telekomanbieter per DNS blockieren. Für Spielende in der Schweiz bedeutet das: kein Verbraucherschutz nach BGS, kein Zugang zur Spielsperre über die Schweizer Register, und bei Streitigkeiten nur der Weg zum ausländischen Sitz des Anbieters – soweit dieser überhaupt erreichbar ist.

WirWetten, BC Game, BillyBets, Donbet, bet365, 22Bet, BetOnRed und IviBet fallen in diese Kategorie. Wer aus der Schweiz heraus auf einer dieser Plattformen spielt, spielt rechtlich ausserhalb des Schweizer Schutzrahmens. Wer seine Identität nicht verifizieren lässt, spielt dort möglicherweise überhaupt nicht auf einer regulierten Plattform – ein weiterer Grund, warum ein Konto bei einem Schweizer Veranstalter für Schweizer Spielende die einzige rechtlich saubere Option bleibt.

Worauf es bei der Wahl ankommt

Welche Rennserie im Vordergrund steht

Wer hauptsächlich auf die Tour de France, den Giro und die Vuelta setzt, findet bei beiden Schweizer Veranstaltern das volle Programm. Die grossen Rundfahrten sind der Kern des Radsport-Angebots und auf der Gespa-Liste gesetzt. Wer auf Frühjahrsklassiker wettet, prüft die Liste: Paris–Roubaix und Mailand–San Remo stehen dort, Lüttich–Bastogne–Lüttich ebenso. Wer auf Eintagesrennen ausserhalb der WorldTour setzt, etwa auf nationale Eintagesrennen, sieht möglicherweise eine Lücke – dann hilft ein Blick in die Gespa-Liste, nicht in das Programm eines ausländischen Anbieters.

Wie gross das Einsatzvolumen ist

Wer kleine Einsätze bevorzugt und unter CHF 1 pro Wette setzen will, ist bei beiden Veranstaltern an der Untergrenze – CHF 1 ist der Mindesteinsatz. Wer mit Systemwetten arbeitet, kann bei Sporttip bis CHF 10’000 pro Systemwette setzen, bei Einzel- und Kombiwetten bis CHF 1’000. Wer hohe Einsätze plant, findet bei den zugelassenen Veranstaltern eine harte obere Grenze und keinen Verhandlungsspielraum.

Welche Live-Funktionen erwartet werden

Live-Wetten sind erlaubt, Prematch und Live, soweit der Veranstalter eine entsprechende Verfügung hat. Cash-Out ist bei Sporttip verfügbar – vollständig, ohne Teilauszahlung, ohne Garantie pro Markt. Wer Teilauszahlungen oder automatische Cash-Outs sucht, sucht Funktionen, die das Schweizer Angebot in dieser Form nicht enthält.

Welche Risikokontrolle gewünscht ist

Beide Veranstalter bieten ein vergleichbares Limitensystem: Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage, mit einer gesetzlichen Obergrenze und 72 Stunden Wartezeit für Erhöhungen. Die Spielsperre ist schweizweit im Register erfasst und gilt auch für Lotterie Romande, Swisslos und die Kasinos. Wer sich sperren lassen will, findet bei beiden Veranstaltern dieselbe Infrastruktur. Wer den Schutz anderswo sucht, etwa eine kürzere Bezugsfrist oder eine schwächere Eintragung, sucht etwas, das das Schweizer Recht so nicht vorsieht.

Häufige Fragen

Ist Radwetten in der Schweiz erlaubt?

Ja, aber nur bei den beiden Veranstaltern mit Schweizer Bewilligung: Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Beide führen Wetten nur auf Rennen und Wetttypen durch, die auf der Gespa-Liste stehen. Ausländische Anbieter dürfen in der Schweiz keine Sportwetten anbieten; ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste landen und in der Schweiz per DNS blockiert werden.

Wie prüfe ich, ob ein Rennen oder eine Wettart erlaubt ist?

Die Gespa-Liste (Version 10.09.2026) ist die einzige Referenz. Sie listet erlaubte Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen. Ist ein Rennen oder ein Wetttyp nicht auf der Liste, darf kein Schweizer Veranstalter darauf eine Wette anbieten. Wer ein Rennen im Programm von Sporttip oder Jouez Sport nicht findet, hat seine Antwort: Es ist nicht Teil der erlaubten Liste.

Gesamtsieger oder Etappensieg – was ist der bessere Markt?

Das hängt davon ab, was gesucht wird. Der Gesamtsiegermarkt ist schwer, die Quoten sind knapp, die Marge niedrig. Der Etappenmarkt ist volatiler, die Aussenseiterquoten sind höher, die Marge höher. Wer Sicherheit sucht, ist auf dem Gesamtsiegermarkt besser bedient, sofern die Quote akzeptabel ist. Wer Wert sucht, vergleicht die Etappenmärkte, ist aber bereit, häufiger daneben zu liegen.

Wie berechnet sich Gewinn und Marge?

Eine Wette zu Quote 2.10 mit Einsatz CHF 100 zahlt bei einem Sieg CHF 210 zurück, davon CHF 110 Gewinn. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Einzelquoten. Die Marge eines Marktes ist 100 Prozent minus die Auszahlungsquote, also 1 minus 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten. Bei zwei Ausgängen zu je 1.90 ergibt das rund 5 Prozent Marge.

Welche Schutzregeln gelten bei Sporttip und Jouez Sport?

Beide Veranstalter verlangen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage, mit einer Obergrenze von CHF 9’999 (unter 21 Jahren CHF 1’000) bei Swisslos und entsprechenden Regelungen bei Loterie Romande. Senkungen gelten sofort, Erhöhungen erst nach 72 Stunden. Es gibt eine Spielsperre, schweizweit im Register, mit Aufhebung frühestens nach drei Monaten unter Einbezug einer Fachstelle. Werbung richtet sich nicht an Minderjährige; Testkäufe der Gespa haben allerdings gezeigt, dass der Verkauf an Minderjährige an Verkaufsstellen 2025 in fast der Hälfte der Fälle möglich war.

Was fehlt bei ausländischen Anbietern ohne Schweizer Bewilligung?

Es fehlt der gesamte Schutzrahmen des BGS: keine Schweizer Spielsperre im Register, keine Schweizer Aufsicht, keine Schweizer Anlaufstelle bei Streitigkeiten. Die Gewinne unterliegen je nach Kanton einer anderen Steuerpraxis – der Thurgau behandelt sie unabhängig von der Höhe als steuerbares Einkommen. Wer dort spielt, spielt auf eigenes Risiko und ohne die Sicherheiten, die das Schweizer Recht vorsieht. Wer auf der Plattform eines ausländischen Anbieters spielt, sollte sich bewusst sein, dass die Plattform in der Schweiz rechtlich keine Stellung hat.

Inhalt erstellt vom Team «englandwetteninfo»