Systemwetten-Rechner: Was die Zahlen wirklich leisten
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Wer eine Systemwette rechnet, will am Ende eine konkrete Zahl sehen: so viel Einsatz, so viele Teilwetten, so viel maximaler Gewinn, so viel im schlechtesten Fall. Ein Rechner liefert das in Sekunden, und genau deshalb lohnt es sich, den Rechenweg dahinter zu kennen. Wer weiss, wie ein System aufgebaut ist und wo Swisslos und Loterie Romande die eigenen Limits ziehen, kann jeden beliebigen Taschenrechner sinnvoll nutzen und weiss auch, wann der Rechner an seine Grenzen stösst.
Stand: Oktober 19, 2026; geprüft gegen die Gespa-Aufsicht und die Spielregeln von Swisslos Sporttip (Version 4.2) bzw. Loterie Romande Jouez Sport (17. Auflage, September 2024).
Rechtslage in der Schweiz: warum ein Rechner allein nie ausreicht
In der Schweiz dürfen Sportwetten nur zwei Veranstalter anbieten: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Beide stützen sich auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020) und auf das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51), in Kraft seit dem 1. Januar 2019. Die Aufsicht führt die Gespa, nicht die ESBK, die nur Casinos überwacht. Wer eine Sportwette in der Schweiz platzieren will, geht damit zwingend über einen dieser beiden Anbieter, sofern er im jeweiligen Vertragsgebiet wohnt.

Swisslos hat ihren Sitz in Basel und organisiert die Wetten in den Deutschschweizer Kantonen, in den beiden Appenzell, in Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nid- und Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich sowie im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande betreut von Lausanne aus die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, mit 2’350 Verkaufsstellen und rund 221 Mitarbeitenden. Wer in einem dieser Kantone wohnt, kann sich online bei seinem Veranstalter registrieren; wer in einem anderen wohnt, geht in die Verkaufsstelle oder weicht auf den anderen Veranstalter aus.
Was gewettet werden darf, ist in einer geschlossenen Liste geregelt: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Fassung vom 10.09.2026). Was nicht draufsteht, ist nicht erlaubt. Ecken- und Kartenmärkte etwa fehlen, und ein Esports-Abschnitt existiert nicht. Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen sind ausgeschlossen. Wer auf das Wetter, die Politik oder eine TV-Show wetten will, kann das in der Schweiz legal nirgends tun.
Die Konsequenz für jede Systemwette: Der Rechner rechnet nur das, was überhaupt angeboten wird. Wer Quoten aus ausländischen Quellen holt und in einen Schweizer Wettschein einrechnet, rechnet gegen das, was bei Sporttip oder Jouez Sport tatsächlich quotiert wird. Die Rechenwege stimmen zwar identisch, aber das Ergebnis der Rechnung gehört zu einem anderen Markt.
Verantwortung beim Rechnen: warum mehrere Teilwetten den Einsatz vervielfachen
Ein System verteilt seinen Gesamteinsatz auf mehrere Teilwetten. Wer drei Auswahlen mit einem System 2 aus 3 spielt, hat drei Teilwetten zu je einem Drittel des Gesamteinsatzes. Bei sechs Auswahlen in einem System 3 aus 6 sind es zwanzig Teilwetten. Der Gesamteinsatz steigt linear mit der Anzahl Teilwetten, der einzelne Einsatz pro Teilwette sinkt entsprechend. Wer mit Selbstlimit spielt, muss diesen Gesamteinsatz im Auge behalten, nicht den Einsatz pro Tipp.

Swisslos verlangt vor der ersten Sporttip-Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage setzen. Bei der Loterie Romande gilt Entsprechendes im Rahmen ihrer Spielregeln. Das sind eigene Schutzschwellen, nicht vom Gesetz diktiert; das BGS verlangt nur, dass der Veranstalter überhaupt Limiten anbietet.
Wer sich selbst sperren will, kann das produktbezogen für 1 bis 180 Tage tun, ohne vorzeitige Aufhebung. Eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos, Online-Casinos und Liechtenstein. Freiwillig vom Spielen ausgeschlossene Personen und Minderjährige haben keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn.
Drei Hinweise, die jeder Systemspieler kennen sollte: Der Gesamteinsatz eines Systems kann das eigene Tageslimit schnell überschreiten, ohne dass die einzelnen Tipps es tun würden. Wer mit Limit spielt, sollte vor dem Klick auf «Wette platzieren» den Gesamteinsatz im Kopf haben. Wer eine Erhöhung der Limite beantragt, hat 72 Stunden Bedenkzeit; die Schweizer Frist beträgt gesetzlich 24 Stunden, Swisslos verlängert sie auf 72 Stunden zum Schutz der Spielenden.
Wettarten und Quote: wie der Rechner zu seinem Ergebnis kommt
Eine Einzelwette zahlt im Gewinnfall Einsatz mal Quote zurück. Eine Kombinationswette multipliziert die Einzelquoten zur Gesamtquote, der Gewinn ist Einsatz mal Gesamtquote. Eine Systemwette besteht aus mehreren Kombinationen dieser Auswahlen; jede Teilwette wird einzeln ausgewertet, der Gesamteinsatz verteilt sich auf alle. Genau das macht den Rechner nötig: bei einem System 3 aus 6 sind es 20 Teilwetten, bei 4 aus 14 sind es 1’001.
Die Quote, die ein Veranstalter anbietet, enthält eine Marge. Über alle Ausgänge eines Marktes summiert sich die implizite Wahrscheinlichkeit auf über 100 Prozent, der Überschuss ist die Marge des Veranstalters. Beispiel Drei-Wege-Fussball mit Quoten 2.10, 3.40 und 3.80: die impliziten Wahrscheinlichkeiten sind rund 47.6 %, 29.4 % und 26.3 %, zusammen 103.3 %. Der Overround beträgt 3.3 %, die Marge rund 3.2 %. Wer mehrere Quoten aus verschiedenen Märkten vergleicht, vergleicht auch immer deren Margen mit. Die Quote allein sagt nichts darüber, wie «gut» sie ist, erst im Verhältnis zur Wahrscheinlichkeit des Ereignisses ergibt sich ein Wert.
Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag nach dieser Formel berechnet: Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote (Produkt der Einzelquoten). Danach rundet der Anbieter zuerst auf zwei Nachkommastellen auf und dann auf 5 Rappen genau ab. Bei kleinen Einsätzen fällt diese Rundung ins Gewicht: ein Gewinn von 1.07 Franken wird auf 1.05 abgerundet, was bei grösseren Wetten verschwindet, aber bei kleinen Einsätzen sichtbar wird.
Bei Cash-Out auf Sporttip gilt: Der Cash-Out-Betrag liegt unter dem möglichen Gewinn bei normalem Ausgang, hängt vom Spielstand ab und kann jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Eine vorzeitige Auszahlung lässt sich nicht rückgängig machen, und sie ist nur online verfügbar, nur als voller Cash-Out, ohne Teilauszahlung. Wer mit Cash-Out plant, rechnet also mit einer Variable, die der Rechner nicht kennt.
Rechenbeispiel: drei Systeme im Vergleich
Drei kurze Beispiele zeigen, wie sich Rechenweg, Rundung und Limits ineinander schieben. Es sind illustrativ gewählte Quoten, keine quotierten Preise eines Marktes.
| Auswahl | Quote |
|---|---|
| Auswahl 1 | k. A. |
| Auswahl 2 | k. A. |
| Auswahl 3 | k. A. |
Gesamtquote einer Kombiwette aus allen drei: 1.50 × 2.00 × 2.50 = 7.50. Bei einem Einsatz von CHF 1 sind das CHF 7.50 Brutto-Rückzahlung, davon abgezogen der Einsatz CHF 1 ergibt CHF 6.50 Nettogewinn. Bei Sporttip rundet sich der Gewinnbetrag anschliessend: 7.50 Franken werden zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet (hier unverändert), dann auf 5 Rappen genau abgerundet, was 7.50 Franken ergibt.
Ein System 2 aus 3 erzeugt drei Teilwetten zu den Kombinationen (1+2), (1+3) und (2+3) mit Gesamtquoten 3.00, 3.75 und 5.00. Bei einem Gesamteinsatz von CHF 3 entfallen 3 × CHF 1 auf die Teilwetten. Der Maximalgewinn entsteht, wenn alle drei Auswahlen treffen: 3 × CHF 1 × 5.00 (höchste Teilwette) wäre 3 × 5.00 = 15.00 Franken Brutto, minus 3 Franken Einsatz ergibt 12 Franken Nettogewinn. Bei zwei Treffern gewinnt nur die passende Teilwette, der Rest ist verloren.
Eine Einzelwette auf Auswahl 3 zur Quote 2.50 mit Einsatz CHF 1 zahlt im Gewinnfall 2.50 Franken, Nettogewinn CHF 1.50.
Diese Rechnungen setzen voraus, dass alle Auswahlen verfügbar und gültig bleiben. Wird ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt, wird die Einzelwette rückbezahlt und in der Kombination mit Quote 1.00 gewertet, was den Gewinn drückt oder vernichtet. Das ändert auch das Ergebnis eines Systems, weil einzelne Teilwetten dann nicht mehr zählen.
Höchsteinsätze und Gewinngrenzen bei Sporttip und Jouez Sport
Die beiden zugelassenen Veranstalter ziehen ihre eigenen Schranken, und sie ziehen sie an unterschiedlichen Stellen.
| Marke | Mindesteinsatz online | Höchsteinsatz Einzel/Kombi | Höchsteinsatz System | Höchsteinsatz Multiple |
|---|---|---|---|---|
| Sporttip | CHF 1 | CHF 1’000 | CHF 10’000 | CHF 10’000 |
| Jouez Sport | CHF 2 (Verkaufstelle: CHF 3) | CHF 500 | n/a ausgewiesen | CHF 7’500 total |
Jouez Sport kennt einen Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette von CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen von CHF 1’000’000. Die Quote einer Einzelwette und die Gesamtquote einer Kombi müssen zwischen 1.10 und 100’000 liegen. Wer bei Loterie Romande ein Multiples-System baut, hat damit eine harte Gewinnobergrenze, die ein Rechner nicht überschreiten kann.
Bei Sporttip sind die Gewinne nach oben offen, solange die Wette unter dem Höchsteinsatz bleibt und das Ereignis gültig ausgewertet wird. Allerdings verfallen Gewinne, die nicht innert 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, zugunsten des Swisslos-Zwecks. Wer eine Gewinnauszahlung verpasst, verliert sie also nicht an den Veranstalter, sondern an die Lotterie-Mittel.
Beide Veranstalter dürfen Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern. Eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wer einen Rechner mit einem Einsatz speist, der über der aktuellen Limite liegt, wird feststellen, dass die Wette nicht durchgeht; die Rechnung war richtig, der Wettschein aber nicht spielbar.
Einordnung der zwei Anbieter: Sporttip und Jouez Sport im Direktvergleich
| Marke | Schweizer Bewilligung | Veranstalter / Sitz |
|---|---|---|
| Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung BGS | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel |
| Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung BGS | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Lausanne |
Swisslos Sporttip: was den Anbieter prägt
Swisslos Sporttip ist der Anbieter für 19 Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein. Online-Registrierung braucht Wohnsitz im Vertragsgebiet, Volljährigkeit und keine bestehende Spielsperre. Die Identität wird per Ausweis verifiziert; jede Person darf sich nur einmal registrieren. Wer ein Spielkonto hat, lädt es per Online-Zahlung oder Einzahlungsschein auf, mindestens CHF 20 pro Kauf, höchstens CHF 10’000 in 30 Tagen, und der Wallet-Saldo darf CHF 9’999 nicht übersteigen.
Das Sporttip-Angebot reicht von Einzelwetten über Kombinationen bis zu Systemwetten, mit Höchsteinsätzen von CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 10’000 pro System. Cash-Out ist online verfügbar, aber nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; Swisslos muss es nicht für jeden Markt anbieten. Der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit Mindestquote 1.50 und erhöht den Nettogewinn gestaffelt (5 %, 20 %, 40 %, 100 %). Quotenboosts und Profitboosts sind online für Prematch-Einzelwetten einmal pro Wettenden nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei Cash-Out verfällt der Boost. Bei Livewetten zählt eine Wette nach dem tatsächlichen Eintreten des Ausgangs mit Quote 1.00; in spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, VAR-Entscheid) kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten.
Auszahlungen unter CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung gehen automatisch aufs Wallet; ab CHF 1’000 wird der Gewinn innert drei Arbeitstagen aufs hinterlegte Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen. Die ersten beiden Auszahlungen pro Jahr sind gratis, ab der dritten kann eine Kommission von 3 % anfallen; Überweisungen dauern fünf bis zehn Arbeitstage. Gratisguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.
Wer auf Sporttip spielt, bekommt das vollständige Schweizer Schutzpaket: Gespa-Aufsicht, Sperrregister, gesetzliche Verlustlimiten, identitätsgeprüftes Konto, Auszahlung aufs eigene Bankkonto. Der Rechner rechnet hier ohne Rest, weil die Regeln für alle Wetten dieselben sind.
Loterie Romande Jouez Sport: was den Anbieter prägt
Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Wer dort wohnt, kann sich online registrieren und auf Französisch spielen; die übrige Schweiz geht in eine der 2’350 Verkaufsstellen.
Die Höchsteinsätze liegen mit CHF 500 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 7’500 total für Multiple-Scheine unter den Swisslos-Werten. Dafür kennt Jouez Sport eine klare Gewinnobergrenze: CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette, CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Die Mindestquote pro Einzelwette und pro Gesamtquote liegt bei 1.10, die maximale Quote bei 100’000. Das ist mehr als genug Spielraum für praktisch jede realistische Kombination.
Die Spielregeln sind in der 17. Auflage vom September 2024 dokumentiert. Wer eine Wette über die Limite baut, wird vom System abgelehnt. Wer eine Quote unter 1.10 einzahlt, lässt die Wette nicht zu. Wer eine Kombination über 100’000 baut, kassiert maximal diese Obergrenze, nicht mehr.
Für Französisch sprechende Westschweizer ist Jouez Sport die einzige legale Online-Adresse, und die Verkaufsstellen decken das Land dichter ab als in der Deutschschweiz. Für alle anderen Kantone ist der Anbieter irrelevant; sie gehen zu Swisslos oder in eine Verkaufsstelle.
Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung: was das für die Rechnung bedeutet
Acht weitere Marken tauchen in der Diskussion immer wieder auf, aber keine davon hat eine Schweizer Bewilligung: Duelbits, BillyBets, Bettilt, HighFlyBet, BetAlright, DirectionBet, Betify und Bahigo. Eine ausländische Lizenz aus Malta, Curaçao oder Deutschland hat in der Schweiz keine Kraft; das BGS (Art. 4) macht das deutlich. Wer dort spielt, ist nicht durch die Gespa geschützt, ist nicht im Schweizer Ausschlussregister erfasst und hat im Streitfall keine Schweizer Anlaufstelle. Die Gespa führt eine Sperrliste, über die Schweizer Provider die Domains per DNS blockieren; die Liste umfasste Ende 2025 671 Domains.
Für den Rechner ändert sich erst einmal nichts: Quoten rechnen sich gleich, Limits rechnen sich gleich, Auszahlungen rechnen sich gleich. Was sich ändert, ist die Frage, ob der Gewinn jemals ankommt und ob das Geld auf einem Schweizer oder Liechtensteiner Konto landen kann. Bei einem Schweizer Veranstalter geht das automatisch; bei einem ausländischen Anbieter braucht es eine internationale Überweisung, oft mit Gebühren, oft mit zusätzlicher Identitätsprüfung, oft mit Verzögerung.
Ein Rechner kann also nicht entscheiden, ob ein Anbieter «sicher» ist. Er rechnet die Quote und den Gewinn aus, mehr nicht. Die Bewertung, ob ein Anbieter überhaupt in Anspruch genommen werden darf, ist eine Frage der Rechtslage, nicht der Arithmetik.
Wettstreuen nach MARG: das stille Reservoir hinter jeder Quote
Marge ist das, was vom Einsatz übrig bleibt, nachdem die Gewinne bezahlt sind. Sie ist die Differenz zwischen 100 % und der Auszahlungsquote, also 1 minus 1 ÷ (Summe der 1/Quote_n) über alle Ausgänge eines Marktes. Bei einem ausgeglichenen Drei-Wege-Markt mit Quoten 2.10, 3.40 und 3.80 liegt sie, wie oben gerechnet, bei rund 3.2 %.
Eine höhere Marge bedeutet mehr Verdienst für den Anbieter und weniger Auszahlung an die Spielenden. Wer viele Wetten auf einem Markt mit hoher Marge platziert, verliert im Schnitt mehr pro Franken Einsatz als auf einem Markt mit tiefer Marge. Bei grossen Events wie Champions League, Super League oder NHL-Aussenseitern ist die Marge typischerweise 3-5 %; bei Nischenevents kann sie 8-10 % erreichen. Ohne den konkreten Markt kann der Rechner keine Marge angeben, weil Marge pro Markt und Event anders aussieht.
Wer mit dem Rechner vergleicht, vergleicht nur die Endzahl. Wer verstehen will, warum ein Anbieter «besser» quotiert, vergleicht die Margen. Bei identischer Auszahlung auf eine Wette hat der tiefere markte Stand dem Wettenden mehr Geld bezahlt.
Funktionsweise eines Wettrechners: was er kann und was nicht
Ein Wettrechner kann: aus Einsatz und Quote den Brutto- und Nettogewinn einer Einzel- und Kombiwette ausrechnen. Er kann: aus Auswahlen und Systemvariante die Anzahl Teilwetten eines Systems ermitteln. Er kann: aus Quoten und Auszahlungsquote die implizite Wahrscheinlichkeit und die Marge ableiten. Er kann: aus Limits und Gesamteinsatz prüfen, ob die Wette spielbar wäre.
Ein Wettrechner kann nicht: vorhersagen, ob eine Auswahl trifft. Er kann nicht: wissen, ob die Quote noch gilt, wenn der Wettschein abgegeben wird. Er kann nicht: Cash-Out-Werte in Echtzeit schätzen, weil sie vom Spielstand abhängen und der Anbieter sie jederzeit ändern kann. Er kann nicht: beurteilen, ob ein ausländischer Anbieter in der Schweiz zugelassen ist oder nicht. Er kann nicht: entscheiden, ob eine Erhöhung der Verlustlimite im konkreten Moment sinnvoll ist.
Wer mit dem Rechner plant, behält die Rechnung als Skelett im Kopf: Einsatz, Quote, Anzahl Teilwetten, Gewinn, Marge. Den Rest füllt die Realität.
Verifikation und Anmeldung: was vor dem ersten Systemklick nötig ist
Bei Swisslos läuft die Online-Anmeldung über die Webseite des Veranstalters. Es braucht mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet und keine bestehende Spielsperre. Die Identität wird per Ausweis verifiziert, die Daten werden aus dem hochgeladenen Dokument ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Jede Person darf sich nur einmal registrieren. Wer die Anmeldung nicht besteht, kann nicht online spielen.
Bei der Loterie Romande läuft die Anmeldung analog. Westschweizer Wohnsitz, Volljährigkeit, keine Sperre. Verkaufsstellen kennen keine Online-Identität; dort wird vor Ort verifiziert.
Wer eine Online-Bankverbindung für Auszahlungen hinterlegt, braucht ein Konto auf den eigenen Namen, in der Schweiz oder in Liechtenstein. Bargeld- oder Crypto-Auszahlungen sind im bewilligten Schweizer Markt nicht möglich; das BGS schreibt die Auszahlung auf ein Zahlungskonto des Kontoinhabers vor.
Bestehender Datenstand und was eine Aktualisierung ändern würde
Die Spielregeln von Sporttip in Version 4.2 stammen, das Kürzel auf dem Swisslos-Server ist 14. Oktober 2026. Das Datum der Geschäftsberichts-Veröffentlichung ist 13.02.2026. Die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten gilt in der Fassung vom 10.09.2026. Das Réglement Jouez Sport in der 17. Auflage datiert September 2024. Wer sich auf einen Rechner stützt, der mit einer neueren Liste arbeitet, sieht möglicherweise mehr oder andere Wettarten als hier beschrieben. Die hier verwendeten Daten sind die letzten verfügbaren aus den jeweiligen Veröffentlichungen der beiden Veranstalter und der Aufsicht.
Eine Änderung der Gespa-Liste kann Märkte freischalten, die aktuell nicht erlaubt sind. Eine Änderung der Spielregeln kann Mindesteinsätze oder Höchstgewinse verschieben. Ein Wechsel der Steuerfreibeträge kann die Einkommensteuerfreiheit von Gewinnen verändern. Wer mit einem Rechner plant, sollte vor einer grösseren Wette die aktuelle Fassung der jeweiligen Regeln prüfen.
Häufige Fragen zum Systemwetten-Rechner
Wie viele Einzelwetten enthält eine Systemwette, und wie wird der Einsatz verteilt?
Eine Systemwette besteht aus allen Kombinationen einer bestimmten Grösse aus den getippten Auswahlen. Ein System 2 aus 3 enthält drei Teilwetten, ein System 3 aus 6 enthält zwanzig Teilwetten, ein System 4 aus 14 enthält 1’001 Teilwetten. Der Gesamteinsatz wird zu gleichen Teilen auf alle Teilwetten aufgeteilt; je mehr Teilwetten, desto kleiner der Einsatz pro Teilwette. Der Maximalgewinn entsteht, wenn alle Auswahlen treffen; er skaliert mit der höchsten Teilwetten-Quote und der Anzahl Treffer.
Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote, und wie entsteht die Gesamtquote?
Der Bruttogewinn einer Einzelwette ist Einsatz mal Quote, der Nettogewinn ist Einsatz mal (Quote minus 1). Bei einer Kombiwette werden die Einzelquoten zur Gesamtquote multipliziert; der Bruttogewinn ist Einsatz mal Gesamtquote. Jede Quote enthält eine Marge, das heisst einen Abschlag gegenüber der fairen Wahrscheinlichkeit; über alle Ausgänge eines Marktes summieren sich die impliziten Wahrscheinlichkeiten auf über 100 Prozent. Wer Quoten vergleicht, vergleicht immer auch Margen mit.
Wie wird ein Gewinnbetrag gerundet, und was bedeutet das bei kleinen Einsätzen?
Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Ein Bruttogewinn von 1.07 Franken wird so zu 1.05 Franken. Bei grösseren Einsätzen verschwindet die Rundung im Rauschen; bei kleinen Einsätzen unter zehn Franken fällt sie sichtbar ins Gewicht. Bei der Loterie Romande gilt die Rundung gemäss ihrer jeweiligen Spielregeln.
Was kann ein Wettrechner leisten, und was kann er nicht?
Ein Wettrechner rechnet Brutto- und Nettogewinne, Teilwetten-Anzahl, Gesamtquoten und Margen. Er sagt nichts über die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses, nichts über die Gültigkeit einer Quote zum Zeitpunkt der Platzierung, nichts über Cash-Out-Werte im laufenden Spiel und nichts über die Bewilligungslage eines Anbieters. Wer mit dem Rechner plant, behält die Rechnung als Skelett; den Rest füllt das Ereignis, der Markt und die Auszahlungspraxis des Anbieters.
Welche Höchsteinsätze gelten bei den beiden zugelassenen Veranstaltern?
Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz für Einzel- oder Kombiwetten bei CHF 1’000 und für Systemwetten bei CHF 10’000. Bei Jouez Sport liegt der Mindesteinsatz online bei CHF 2 (in Verkaufsstellen CHF 3), der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten bei CHF 500 und der maximale Gesamteinsatz eines Multiple-Scheins bei CHF 7’500. Beide Veranstalter dürfen ihre Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen anpassen; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Quoten – englandwetteninfo
Inhalt erstellt vom Team «englandwetteninfo»
