DFB-Pokal Wetten in der Schweiz – was erlaubt ist und was es kostet

Updated Oktober 2026
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Ein Stapel unbeschriebener Papierzettel mit einem Gummiband liegt auf einer Werkbank im Seitenlicht

Stand: Oktober 19, 2026 · Geprüft gegen die Gespa-Liste und die Spielregeln von Sporttip (Version 4.2) sowie das Règlement Jouez Sport (17. Auflage, September 2024).

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Der DFB-Pokal gehört zu den wenigen ausländischen Wettbewerben, auf die in der Schweiz legal gewettet werden darf. Doch «legal» hat in der Schweizer Wettlandschaft eine sehr enge Bedeutung: Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, und nur zwei Veranstalterinnen haben überhaupt eine Bewilligung. Wer eine ausländische Plattform nutzt, die einen DFB-Pokal-Markt anbietet, bewegt sich ausserhalb des Gesetzes – auch wenn die Plattform in einem anderen Land lizenziert ist. Für die Wahl eines Anbieters ist entscheidend, zwischen den zwei zugelassenen Veranstalterinnen und den ausländischen Marken zu unterscheiden, die in der Werbung auftauchen. Entscheidend sind dabei die Kosten: der Einsatz, die Marge im Preis sowie der Aufwand für Auszahlung und Spielerschutz.

Die zehn Anbieter im Überblick

Zwei dürfen, acht dürfen nicht. In der Schweiz sind Sportwetten nach Art. 3 lit. c und e des Geldspielgesetzes ein Grossspiel und nur mit einer Veranstalter- und einer Spielbewilligung der Gespa erlaubt. Diese Bewilligungen haben ausschliesslich Swisslos (mit dem Produkt Sporttip) und die Loterie Romande (mit dem Produkt Jouez Sport). Alle anderen Marken – gleich mit welcher ausländischen Lizenz – haben in der Schweiz keine Rechtswirkung und können auf die Gespa-Sperrliste gesetzt werden.

Ein Fussball liegt im Netz hinter einem Tor, weicher Morgennebel hängt über dem Rasen
Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, ist die Wette ungültig.

Die folgende Einordnung gilt nur für die Bewilligungslage in der Schweiz und ändert nichts daran, dass dieselben Marken in anderen Ländern zugelassen sein können.

Anbieter Bewilligung in der Schweiz Veranstalterin / ausgewiesene Lizenz
Swisslos Sporttip Bewilligung (Veranstalter- und Spielbewilligung, Gespa) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligung (Veranstalter- und Spielbewilligung, Gespa) Loterie Romande, Lausanne
BC.Game ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz: nicht feststellbar
22Bet ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz: nicht feststellbar
BetOnRed ohne Schweizer Bewilligung ausgewiedene Lizenz: nicht feststellbar
20Bet ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz: nicht feststellbar
DirectionBet ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz: nicht feststellbar
BassBet ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz: nicht feststellbar
N1 Bet ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz: nicht feststellbar
Gamdom ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz: nicht feststellbar

Im Schweizer Recht ist eine ausländische Bewilligung nach Art. 4 BGS gegenstandslos; das, was an einem ausländischen Standort als Lizenz gilt, entfaltet hier keine Wirkung. Wer dort spielt, hat keinen Zugang zum Schweizer Ausschlussregister, keine Beschwerdestelle bei der Gespa und keine Garantie, dass das Guthaben tatsächlich ausgezahlt wird.

Swisslos Sporttip

Sporttip ist die Sportwetten-Marke der Swisslos, deren Sitz in Basel liegt. Veranstalterin ist die Genossenschaft, die Bewilligung beruht auf der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Sporttip wird im Vertragsgebiet der Swisslos durchgeführt, also in den Deutschschweizer Kantonen, im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Wer dort wohnt, kann online ein Konto eröffnen; ein Online-Konto für andere Kantone gibt es nicht.

Die Marke ist die einzige mit einer Schweizer Bewilligung im Deutschschweizer Raum. Ihr Mindesteinsatz liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 10’000 pro Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit und ohne Begründung anpassen, und ein Wetteinsatz über der Limite wird schlicht nicht angenommen. Das ist eng, aber klar – wer mit einem grösseren Betrag auf ein einzelnes Pokalspiel setzen will, stösst hier an die Decke.

Loterie Romande Jouez Sport

Jouez Sport ist das Gegenstück für die Romandie. Die Loterie Romande mit Sitz in Lausanne betreibt das Produkt für die Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Wer dort wohnt, kann ein Online-Konto eröffnen; Personen aus anderen Kantonen sind ausgeschlossen, und die Romandie-Kunden können nicht bei Sporttip spielen und umgekehrt.

Die Mindest- und Höchsteinsätze sind höher als bei Sporttip: online liegt der Mindesteinsatz bei CHF 2 (CHF 3 in der Verkaufsstelle, CHF 2 für Multiples), der Höchsteinsatz pro Einzel- oder Kombiwette bei CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Der Höchstgewinn pro Wette liegt bei CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000.

Ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung

BC.Game, 22Bet, BetOnRed, 20Bet, DirectionBet, BassBet, N1 Bet und Gamdom sind in der Schweiz nicht zugelassen. Sie tauchen in Werbung, Affiliate-Vergleichen und auf Social Media auf, weil sie Schweizer Spielerinnen und Spieler nicht aktiv aussperren. Rechtlich ist das ein anderes Bild: Die Gespa führt eine Sperrliste, die Domain-Adressen blockiert; die Sperrung wird ersetzt, sobald die Anbieter unter einer neuen Domain auftauchen. Wer dort ein Konto eröffnet, hat keine Verbindung zum Schweizer Ausschlussregister – eine bei Swisslos oder Jouez Sport gesetzte Spielsperre gilt dort nicht. Im Streitfall bleibt nur der Weg zum ausländischen Lizenzgeber, nicht zur Gespa.

Was eine DFB-Pokal-Wette in der Schweiz kostet

Der Preis einer Wette besteht aus drei Teilen: dem Einsatzlimit, der Marge im Preis und dem Aufwand für die Auszahlung. Wer einen Anbieter nur nach seinem Werbeversprechen auswählt, übersieht meist den zweiten und dritten Teil.

Einsatzlimit: das eine harte Dach

Beide Schweizer Veranstalterinnen setzen für DFB-Pokal-Spiele dieselben Limits wie für jede andere Sportwette. Bei Sporttip sind das CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 10’000 pro Systemwette. Bei Jouez Sport sind es CHF 500 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 7’500 pro kompletter Multiple-Schein. Wer mit einem grösseren Betrag auf ein einziges Pokalspiel setzen will, kann das in der Schweiz legal nicht tun – und ein ausländischer Anbieter nimmt den Betrag vielleicht entgegen, steht aber nicht unter Schweizer Aufsicht.

Marge im Preis: was der Anbieter von jeder Wette behält

Eine Quote ist nie «fair». Sie enthält immer einen Anteil, den der Anbieter einbehält – die Marge. Sie lässt sich aus den Quoten aller möglichen Ausgänge eines Marktes berechnen: Man teilt 1 durch jede Quote, addiert die Kehrwerte und zieht das Ergebnis von 1 ab. Das ist der Anteil, den der Anbieter pro eingesetztem Franken durchschnittlich behält. Beispielhaft für einen Zwei-Wege-Markt mit beiden Quoten bei 1.90 ergibt sich: Auszahlungsanteil = 1 / (1/1.90 + 1/1.90) = 1 / (0.5263 + 0.5263) = 1 / 1.0526 ≈ 0.95, also 95 %. Die Marge liegt damit bei rund 5 %. Bei einem Drei-Wege-Markt wie Heimsieg / Unentschieden / Auswärtssieg liegt die Marge fast immer höher, in der Grössenordnung von 5 bis 8 Prozent, weil sich die dritte Quote – das Unentschieden – schlechter schätzen lässt und der Anbieter diesen Risikoaufschlag einpreist.

Diese Marge ist kein Zufall und kein Bonus: Sie ist Teil jeder einzelnen Wette und entscheidet, wie viel vom Einsatz im Schnitt an die Wettenden zurückfliesst. Bei einer Marge von 5 % zahlt der Markt pro 100 Franken Einsatz rund 95 Franken aus – im langen Schnitt, nicht in einer einzelnen Woche. Wer ein Dutzend Wetten pro Monat platziert, gibt der Marge etwa einen halben Einsatz pro Monat.

Auszahlung: vom Wallet auf das eigene Konto

Gewinne werden bei Sporttip automatisch dem Spielguthaben auf dem Swisslos-Wallet gutgeschrieben, wenn sie pro Spielbestätigungsquittung CHF 1’000 nicht übersteigen. Liegt die Bankverbindung vor, werden Gewinne über CHF 1’000 innert drei Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen. Eine Auszahlung aufs Wallet kostet nichts, eine Bank- oder Postkonto-Auszahlung ist zweimal pro Jahr gratis, ab der dritten Überweisung innerhalb von 365 Tagen fällt eine Kommission von 3 % an. Die Überweisung selbst dauert fünf bis zehn Arbeitstage. Bei Jouez Sport folgen Auszahlungen den Bedingungen des Anbieters; Barbezahlung in den 2’350 Verkaufsstellen der Westschweiz ist eine Alternative.

Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt, hat diese Schweizer Schutzmechanismen nicht. Auszahlungen erfolgen nach dessen Regeln, oft mit Wartezeiten und Bedingungen, die in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen versteckt sind.

Rechtslage: warum nur zwei Veranstalterinnen zugelassen sind

Das Geldspielgesetz und die Rolle der Gespa

Seit dem 1. Januar 2019 regelt das Bundesgesetz über Geldspiele (BGS, SR 935.51) Glücksspiele und Sportwetten in der Schweiz. Sportwetten sind darin ausdrücklich als Grossspiel eingeordnet. Die Aufsicht liegt nicht beim Bund, sondern bei der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht) in Bern – gegründet auf dem Geldspielkonkordat, das am 1. Januar 2021 in Kraft trat. Die Gespa erteilt die Veranstalter- und die Spielbewilligung (Art. 21–25 BGS) und prüft, ob das Angebot auf der «Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten» steht. Die Liste wird regelmässig aktualisiert; der DFB-Pokal erscheint dort als bewilligter Wettbewerb.

Ein Kiesweg führt durch einen Obstgarten zu einem Bauernhaus mit Holzbalkon, über dem Tal liegt Abendlicht
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung vom 20. Mai 2019 (IKV 2020).

Veranstalterinnen und ihre Gebiete

Die Kantone haben in der interkantonalen Vereinbarung zwei Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten bestimmt: die Swisslos Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel und die Loterie Romande mit Sitz in Lausanne. Swisslos deckt die Deutschschweiz, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein ab, die Loterie Romande die sechs Westschweizer Kantone. Die Aufteilung ist nicht historisch gewachsen, sondern hoheitlich festgelegt – eine dritte Veranstalterin ist im Gesetz nicht vorgesehen.

Was für ausländische Anbieter gilt

Eine ausländische Lizenz – gleich ob aus Malta, Curaçao, Deutschland oder einem anderen Land – hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Wer in der Schweiz ohne Bewilligung Sportwetten anbietet, macht sich strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Handeln bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste, die Schweizer Internetanbieter über DNS blockieren. Die Liste wird laufend erweitert; 671 Domains standen Ende 2025 darauf, darunter bekannte Namen wie Interwetten, Bet-at-Home und bet365. Die Spielerinnen und Spieler selbst werden nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keine Schweizer Anlaufstelle bei Streit.

Werbung und Boni

Werbung für bewilligte Geldspiele ist erlaubt, darf aber nicht in aufdringlicher oder irreführender Weise erfolgen und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für nicht bewilligte Glücksspiele ist verboten und kann mit einer Busse bis zu CHF 500’000 bestraft werden (Art. 74 Abs. 3 und Art. 131 BGS). Gratiswetten und Freispiele brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); 2025 erteilte die Aufsicht der Loterie Romande 24 und Swisslos 8 solcher Bewilligungen. In diesem geregelten Rahmen bewegen sich auch die Boosts der beiden Anbieterinnen.

Verantwortungsvolles Spielen: Limiten und Sperren

Selbst gesetzte Verlustlimiten

Vor der ersten Teilnahme an Sporttip verlangt Swisslos, dass Spielende Verlustlimiten für einen, sieben und 30 Tage festlegen. Die Obergrenze pro Wettperson liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung des Limits gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – eine bewusste Sperre gegen impulsives Hochsetzen. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage möglich. Die Gespa schreibt den Organisatoren vor, mindestens einen Höchstwert für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste zu verlangen (Art. 87 VGS); die 72-Stunden-Frist bei Erhöhungen ist eine Verschärfung durch Swisslos gegenüber dem gesetzlichen Minimum von 24 Stunden.

Selbstsperre und Register

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne vorzeitige Aufhebung. Eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos – einschliesslich Online-Casinos – und im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre kann gemäss Art. 84 VGS frühestens nach drei Monaten und nur mit Einbezug einer Fachstelle aufgehoben werden (Art. 81 BGS). Bei einem Pokalspiel mit Verlängerung und Elfmeterschiessen ist die Versuchung hoch, «eine letzte Wette» zu platzieren; das Register ist genau für solche Momente gemacht.

Schutz Minderjähriger

An Sportwetten darf nur teilnehmen, wer volljährig ist. Die Gespa bestätigt 18 Jahre als Schwelle; Swisslos und die Loterie Romande setzen das in ihren Bedingungen um. Minderjährige werden zudem am Zugang gehindert: Eine Online-Registrierung verlangt einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet und einen Ausweis, dessen Daten gegen Adressdatenbanken geprüft werden. Die Gespa hat 2025 in Testkäufen an Verkaufsstellen jedoch festgestellt, dass in 47,5 % von 200 Versuchen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft wurde – der Schutz an der Verkaufsstelle ist also löchrig, und der Online-Kanal mit Identitätsprüfung ist der verlässlichere.

Tipps und Prognosen für DFB-Pokal-Spiele

Warum kein Tipp sicher ist

Ein Pokalspiel hat eine Eigenschaft, die jedes Prognosemodell überschätzt: Es wird in einer einzigen Partie entschieden, nicht in einer Liga über 34 Spieltage. Eine schwächere Mannschaft kann einen Favoriten aus dem Cup werfen – das ist der Reiz des Wettbewerbs und der Grund, warum der DFB-Pokal jedes Jahr Überraschungen liefert. Ein Tipp ist eine Annahme über Wahrscheinlichkeiten, keine Vorhersage. Wer mit einer Quote von 2.50 auf einen Aussenseiter wettet, drückt aus, dass die implizierte Wahrscheinlichkeit bei rund 40 % liegt – das heisst nicht, dass die Mannschaft gewinnen wird, sondern dass sie es nach Einschätzung des Marktes in zwei von fünf Fällen tun sollte.

Form, Aufstellung, Quote

Eine vernünftige Prognose für ein Pokalspiel ruht auf drei Bausteinen: der Form der beiden Mannschaften, der voraussichtlichen Aufstellung und dem, was die Quote über die implizierte Wahrscheinlichkeit sagt. Die Form zeigt Verlauf und Selbstvertrauen; die Aufstellung entscheidet, ob Schlüsselspieler dabei sind oder geschont werden; die Quote ist die zweite Meinung des Marktes, an der sich die eigene Einschätzung messen lassen muss. Liegt die eigene Wahrscheinlichkeit deutlich über der implizierten Wahrscheinlichkeit der Quote, spricht man von einer «Value-Wette». Liegt sie darunter, lässt man die Wette. Ein Tipp ohne diese Rechnung ist ein Bauchgefühl – und Bauchgefühle verlieren auf Dauer gegen die Marge.

Spezifische Pokal-Themen

Der DFB-Pokal hat einige Besonderheiten, die in die Prognose einfliessen müssen. In den ersten Runden spielen kleine Vereine gegen grosse – die Auslosung ist offen, die Kader sind ungleich besetzt, und die grossen Klubs rotieren häufig, was die Quote auf den Aussenseiter etwas stützt. In den späteren Runden, vor allem ab dem Viertelfinale, stehen die Mannschaften in der Regel voll auf dem Platz, und die Form wird wichtiger. Das Pokalfinale ist ein eigenes Thema: ein einziges Spiel auf neutralem Platz, mit Karten- und Verletzungsrisiko, und mit der Frage, wie viel Einsatz die Quote wirklich trägt. Für die Wette heisst das: Pokalquoten sind oft grosszügiger als Ligaquoten auf denselben Gegner, weil der Markt das Aussenseiter-Risiko systematisch einpreist.

Wettmärkte und Quoten beim DFB-Pokal

Welche Märkte verfügbar sind

Das Programm von Sporttip und Jouez Sport deckt für den DFB-Pokal die Standardmärkte ab: Siegwette (1X2, also Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg), Doppelte Chance, Über/Unter Tore, Handicap, Halbzeit/Endstand, Weiterkommen in die nächste Runde (ohne Unentschieden, weil Pokalspiele in Verlängerung und Elfmeterschiessen entschieden werden) und Pokalsieger als Langzeitwette. Die Liste der bewilligten Wettarten, die die Gespa führt, lässt Eckstoss- und Kartenmärkte sowie Esports aussen vor; was im Programm sichtbar ist, ist also schon ein gefilterter Ausschnitt. Bei Pokalspielen ohne Unentschieden wird die reguläre Spielzeit herangezogen; Verlängerung und Elfmeterschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind.

Wie die Marge im Preis landet

Ein Drei-Wege-Markt wie 1X2 trägt strukturell mehr Marge als ein Zwei-Wege-Markt, weil das Unentschieden schwerer zu schätzen ist. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit beiden Quoten bei 1.90 liegt die Marge – wie oben gerechnet – bei rund 5 %. Bei einem Drei-Wege-Markt mit typischen Quoten wie 1.55 / 4.20 / 6.50 für ein Heimspiel liegt der Auszahlungsanteil bei 1 / (1/1.55 + 1/4.20 + 1/6.50) = 1 / (0.6452 + 0.2381 + 0.1538) = 1 / 1.0371 ≈ 0’964, also rund 96,4 %, und die Marge bei etwa 3,6 %. Mit ungleich verteilten Quoten – einem klaren Favoriten – steigt die Marge oft in den Bereich von 5 bis 8 %, weil der Anbieter das Unentschieden und den Aussenseiter höher einpreist.

Kombiwetten und der Kombiboost

Eine Kombiwette multipliziert die Quoten der einzelnen Voraussagen zu einer Gesamtquote. Wer auf drei Spiele mit Quoten 1.80, 2.10 und 1.95 setzt, wettet effektiv zu einer Gesamtquote von 1.80 × 2.10 × 1.95 = 7’371. Der Einsatz wird mit dieser Gesamtquote multipliziert; die Marge addiert sich nicht, sie multipliziert sich – jede zusätzliche Voraussage erhöht den Buchmachervorteil überproportional. Eine einzelne Wette mit 5 % Marge verliert auf Dauer 5 Cent pro Franken; eine Dreier-Kombi verliert auf Dauer etwa 14 Cent pro Franken, weil die Margen der drei Märkte multipliziert werden.

Der Sporttip-Kombiboost mildert das ab, aber nicht weg. Er gilt nur online und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Mindestquote von 1.50 pro Voraussage. Auf den Nettogewinn gibt es einen Bonus von 5 % bei vier Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn. Der Boost ist nach Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert und verfällt bei einem Cash-Out. Wer den Boost nutzt, sollte wissen, dass er die Marge nur teilweise kompensiert – bei einer durchschnittlichen Marge von 5 % pro Spiel und 15 Voraussagen liegt der Verlust pro Franken immer noch im einstelligen Prozentbereich.

Quoten- und Profitboosts

Sporttip bietet Quotenboosts (nur online, Prematch-Einzelwetten, einmal pro Person) und Profitboosts (Erhöhung des möglichen Nettogewinns um einen angegebenen Prozentsatz) an. Beide sind in Einsatz und Erhöhung limitiert, und ein Cash-Out vor dem eigentlichen Ende lässt den Boost verfallen. Auch das ist Marketing, die reale Wirkung bleibt begrenzt: Ein Boost von 25 % auf eine Quote von 1.80 bringt 2.25, der Markt zahlt aber ohnehin schon die Hälfte der Marge an die Wettenden zurück.

Cash-Out

Cash-Out bei Sporttip funktioniert für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiger Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der Betrag ist tiefer als der mögliche Wettgewinn, hängt vom Spielstand ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; es besteht keine Garantie, dass Cash-Out für jeden Markt verfügbar ist. Wer bei einem Pokalspiel in der 80. Minute führt und den Gewinn mitnehmen will, bekommt einen Betrag angeboten, der in der Regel unter dem liegt, was bei einem regulären Abschluss winken würde. Der Cash-Out-Knopf ist eine Convenience, keine Value-Quelle.

Was passiert bei Spielabsage

Wird ein DFB-Pokal-Spiel abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt; in Kombiwetten erhält die abgesagte Voraussage die Quote 1.00 – die restlichen Voraussagen laufen mit ihren ursprünglichen Quoten weiter, die Gesamtquote sinkt entsprechend. Im Turnierkontext (Pokalspiel wird innerhalb des Wettbewerbs neu angesetzt) gilt die 48-Stunden-Frist analog. Das ist die Standardregelung der Schweizer Veranstalterinnen und unterscheidet sich nicht zwischen DFB-Pokal und anderen Wettbewerben.

Der DFB-Pokal als Wettbewerb: Runden, Finale, Pokalsieger

Struktur des Wettbewerbs

Der DFB-Pokal beginnt mit der ersten Hauptrunde im August, in der 64 Mannschaften aus den 36 Vereinen der Bundesliga und 2. Bundesliga sowie den besten 22 Vereinen der 3. Liga antreten. Hinzu kommen vier Regionalligisten, die über die DFB-Pokal-Qualifikation der Verbände nachrücken. In jeder Runde wird eine Partie ausgelost, Heimmannschaft ist in der Regel der unterklassige Verein. Überwintert wird nach der zweiten Runde im Oktober; die dritte Runde folgt im Februar, das Viertelfinale im April, das Halbfinale ebenfalls im Frühjahr, das Finale traditionell am Berliner Himmelfahrtstag im Mai.

Das Pokalfinale

Das Finale ist ein einzelnes Spiel im Olympiastadion Berlin, das seit 1985 der Austragungsort ist. Es entscheidet über den DFB-Pokal und damit über den zweiten Startplatz für die UEFA Europa League. Die Quoten für das Finale erscheinen einige Wochen vor dem Spiel, je nach Form und Auslosung; im Programm der Schweizer Anbieter ist das Finale als eigene Partie gelistet, oft mit erweitertem Marktangebot (Halbzeit/Endstand, Torschützen, genaue Resultate). Die Marge im Finale-Markt liegt strukturell etwas höher als im Liga-Alltag, weil die Quoten auf eine breite Öffentlichkeit zugeschnitten sind und nicht nur auf den erfahrenen Wettmarkt.

Pokalsieger als Langzeitwette

Die Langzeitwette auf den Pokalsieger wird schon vor dem Achtelfinale angeboten. Die Quote auf einen klaren Favoriten wie Bayern München oder Borussia Dortmund liegt zu Beginn bei 4.00 bis 6.00, am Ende des Wettbewerbs bei 1.10 bis 1.30. Wer früh auf einen Aussenseiter setzt, kann eine hohe Quote mitnehmen, riskiert aber, dass die Mannschaft lange vor dem Finale scheitert. Bei Sporttip gilt die Wette als ungültig, wenn das Turnier nicht stattfindet; bei einem Abbruch ohne Sieger wird der Einsatz zurückerstattet.

Die zwei Schweizer Anbieterinnen im Detail

Sporttip: das Deutschschweizer Angebot

Die Swisslos Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft betreibt Sporttip als Sportwetten-Marke im Vertragsgebiet der Deutschschweiz, des Tessins und des Fürstentums Liechtenstein. Das Spielregelwerk (Version 4.2) regelt Einzel-, Kombinations- und Systemwetten sowie Prematch- und Livewetten. Die Website ist auf Deutsch, Französisch und Italienisch verfügbar; der telefonische Kundendienst läuft auf Deutsch. Die Auszahlung auf das eigene Bank- oder Postkonto erfolgt zweimal jährlich kostenlos, danach mit 3 % Kommission; Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben.

Vom Mindesteinsatz CHF 1 bis zum Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette ist das Angebot auf den Freizeitwetter zugeschnitten, nicht auf den Hochroll-Spieler. Wer mit einem grossen Betrag auf ein einzelnes Pokalspiel setzen will, muss mehrere Wetten aufteilen oder eine Systemwette mit höherem Höchsteinsatz wählen. Die Marge bei Standardmärkten liegt im üblichen Bereich, der Kombiboost ist ein Alleinstellungsmerkmal, das bei längeren Kombis einen Teil der Marge zurückgibt. Die Verlustlimiten und die 72-Stunden-Frist bei Erhöhungen sind ein echter Spielerschutz, der in der Praxis über das gesetzliche Minimum hinausgeht.

Jouez Sport: das Westschweizer Angebot

Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone. Das Règlement (17. Auflage, September 2024) regelt dieselben Wettarten wie Sporttip, mit leicht anderen Limiten: online liegt der Mindesteinsatz bei CHF 2, der Höchsteinsatz pro Einzel- oder Kombiwette bei CHF 500, der maximale Einsatz pro Multiple-Schein bei CHF 7’500. Die Höchstgewinne pro Wette (CHF 300’000) und pro Multiple (CHF 1’000’000) sind grosszügiger als bei Sporttip, was vor allem Spielende anspricht, die mit höheren Einsätzen arbeiten.

Die Auszahlung läuft über die Westschweizer Verkaufsstellen, an denen Barabholung möglich ist, sowie über Bankkonten in der Schweiz. Die Verlustlimiten folgen dem Westschweizer Spielangebot und sind im Règlement festgehalten. Die Westschweizer Marke hat im DFB-Pokal dasselbe Angebot wie die Deutschschweizer, aber eine eigene kulturelle Verankerung – die Bedienung läuft auf Französisch, die Verkaufsstellen sind in der Romandie dichter, und die Kundenkommunikation folgt den Gepflogenheiten des französischsprachigen Marktes.

Ausländische Marken im Vergleich

BC.Game, 22Bet, BetOnRed, 20Bet, DirectionBet, BassBet, N1 Bet und Gamdom werben in der Schweiz um Spielerinnen und Spieler. Sie haben keine Schweizer Bewilligung, keine Verbindung zum Schweizer Ausschlussregister, keine Aufsicht durch die Gespa und keine Beschwerdestelle in der Schweiz. Aus dem Datenmaterial lässt sich für sie keine Aussage zu Wettmärkten, Limits, Auszahlungszeiten oder Margen ableiten – die Eingangsbestimmungen dieser Seite trennen die zugelassenen Veranstalterinnen von den übrigen Marken. Wer dort spielt, sollte sich bewusst sein, dass eine ausländische Lizenz in der Schweiz nach Art. 4 BGS gegenstandslos ist.

Häufige Fragen

Ist eine Wette auf den DFB-Pokal in der Schweiz erlaubt?

Ja, aber nur bei Swisslos Sporttip oder Loterie Romande Jouez Sport. Beide haben eine Bewilligung der Gespa für Grossspiele und sind die einzigen Veranstalterinnen, die in der Schweiz Sportwetten anbieten dürfen. Ausländische Anbieter dürfen in der Schweiz keine Sportwetten anbieten; ihre Lizenzen aus anderen Ländern haben hier keine Wirkung.

Wie werden Verlängerung und Elfmeterschiessen abgerechnet?

Bei Pokalwetten zählt nur die reguläre Spielzeit inklusive Nachspielzeit, wenn das Wettprogramm nichts anderes sagt. Verlängerung und Elfmeterschiessen werden nur berücksichtigt, wenn der Wettmarkt ausdrücklich darauf hinweist oder die Frage «Weiterkommen» lautet. Bei «Weiterkommen» zählt das Ergebnis nach 120 Minuten und Elfmeterschiessen, da das Pokalspiel so entschieden wird.

Wie sinnvoll sind Tipps zum DFB-Pokal-Finale?

Tipps sind Meinungen, keine Vorhersagen. Ein Pokalspiel wird in einer Partie entschieden, weshalb Aussenseiter regelmässig Favoriten schlagen. Eine seriöse Prognose berücksichtigt Form, Aufstellung und die implizierte Wahrscheinlichkeit der Quote. Wer den DFB-Pokal als Value-Markt spielt, vergleicht die eigene Wahrscheinlichkeitsschätzung mit der Marktquote; liegt die eigene Einschätzung deutlich darüber, lohnt sich die Wette. Ein «sicherer Tipp» existiert nicht.

Wie berechnet sich der Gewinn einer Kombiwette?

Der Gewinn ist Einsatz mal Gesamtquote. Die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten aller Voraussagen. Bei drei Voraussagen mit Quoten 1.80, 2.10 und 1.95 und einem Einsatz von CHF 10 ergibt sich eine Gesamtquote von 7’371 und ein Bruttogewinn von CHF 73.71. Der Sporttip-Kombiboost legt bei vier oder mehr Voraussagen mit Mindestquote 1.50 einen Bonus von 5 % bis 100 % auf den Nettogewinn drauf, je nach Anzahl Voraussagen.

Welche Mindest- und Höchsteinsätze gelten?

Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 10’000 pro Systemwette. Bei Jouez Sport sind es online CHF 2 Mindesteinsatz, CHF 500 Höchsteinsatz pro Einzel- oder Kombiwette, maximal CHF 7’500 pro Multiple-Schein. Höhere Beträge werden von beiden Veranstalterinnen nicht angenommen.

Inhalt erstellt vom Team «englandwetteninfo»