Asian Handicap Wetten in der Schweiz: Märkte, Mechanik und Bewilligungslage im Überblick
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Eine asiatische Handicap-Wette verändert den Ausgangspunkt eines Spiels, bevor der erste Ball rollt. Eine Mannschaft startet mit einem virtuellen Vor- oder Rückstand, das Unentschieden verschwindet aus dem Markt oder der Einsatz spaltet sich auf zwei nahe beieinanderliegende Linien. Wer asiatische Handicap-Wetten versteht, versteht auch, warum Buchmacher in stark frequentierten Fussball-Linien diese Märkte führen und warum die Quote oft dichter am tatsächlichen Risiko liegt als bei der klassischen 1X2-Dreiweg-Wette.
Stand: Oktober 19, 2026. Lizenz- und Limitenangaben gegen die aktuelle Gespa-Aufsicht und die Spielregeln der beiden Schweizer Veranstalterinnen geprüft.
Was asiatische Handicap-Wetten eigentlich sind
Eine asiatische Handicap-Wette nimmt dem Spiel das Unentschieden. Einer Seite wird vor dem Anpfiff ein virtuelles Tor oder ein Teil davon abgezogen oder dazugezählt. Das tatsächliche Resultat wird nach Spielschluss um diesen Wert korrigiert. Gewonnen ist die Wette, wenn das korrigierte Resultat eine Seite vorne sieht, vollständig zurückgezahlt wird sie dann erknappter Unentschieden, und verloren ist sie, wenn die andere Seite das korrigierte Resultat für sich entscheidet.

Der Mechanismus ist vor allem im Fussball verbreitet und stammt aus dem asiatischen Wettmarkt. In Europa haben ihn die Wettanbieter übernommen, weil er zwei Probleme der klassischen 1X2-Wette löst: das tote Drittel beim Unentschieden und das oft grobe Verhältnis von Quote zu Wahrscheinlichkeit. Eine asiatische Linie zwingt den Buchmacher, das Kräfteverhältnis feiner abzustufen, und eröffnet Quoten knapp unter 2.00, wo der Wettende noch einen tatsächlichen Vorteil suchen kann.
Die populärsten Formen sind das ganze Handicap, das halbe Handicap und das Viertel-Handicap. Sie unterscheiden sich darin, wie der Einsatz im Fall eines korrigierten Unentschiedens behandelt wird.
Ganzes Handicap: Das Unentschieden wird zur Rückerstattung
Ein ganzes Handicap wie +1 oder −1 kennt eine Rückerstattung, sobald das korrigierte Resultat unentschieden endet. Gewinnt Team A mit einem Handicap von −1 etwa 2:1, ergibt sich rechnerisch ein korrigiertes 1:1 und der Einsatz geht vollständig zurück. Gewinnt Team A 3:1, ergibt sich 2:1 für Team A und die Wette gewinnt zu der angebotenen Quote. Verliert Team A oder endet das Spiel 1:0, ergibt sich nach Korrektur 0:1 oder 0:0 und die Wette verliert beziehungsweise wird zurückerstattet.
Der Reiz dieser Linie: Wer die Lage der drei Favoriten richtig einschätzt, kann eine Rückerstattung kassieren, wenn das Spiel knapp ausgeht. Wer sich verrechnet, verliert den vollen Einsatz. Eine Versicherung gegen ein knappes Resultat ist es nicht, eher eine Wette darauf, dass ein Spiel nicht an der Torlinie kippt.
Halbes Handicap: Immer ein Gewinner, nie eine Rückzahlung
Halbe Handicaps wie +0.5, +1.5 oder −0.5 kennen keine Rückerstattung. Bei +0.5 gewinnt die Wette, sobald die Mannschaft nicht verliert; bei −0.5 gewinnt sie nur bei einem Sieg. Da jede mögliche Spielkombination nach Addition des halben Handicaps immer einen Sieger ergibt, fällt die Rückerstattung als Kategorie weg. Der Wettende nimmt entweder den vollen Gewinn zur angebotenen Quote mit oder den vollen Verlust.
Diese Linie ist die einfachste Form des asiatischen Handicaps. Sie entspricht einer Doppelten Chance, allerdings zumeist zu einer besseren Quote, weil das tote Drittel wegfällt.
Viertel-Handicap: Der Einsatz spaltet sich auf zwei Wetten
Ein Viertel-Handicap wie +0.25 oder −0.75 besteht aus zwei Wetten, die zu gleichen Teilen angesetzt werden. Bei +0.25 wird der Einsatz je zur Hälfte auf eine Wette mit Handicap 0 und eine Wette mit Handicap +0.5 aufgeteilt, bei 100 Einheiten Einsatz also 50 Einheiten auf jeder Seite. Die Auszahlung folgt der Logik der beiden zugrunde liegenden Handicaps.
Das ist der Punkt, an dem asiatische Handicap-Wetten für Einsteiger unübersichtlich werden. Eine Wette mit Handicap 0 wird bei einem Unentschieden voll zurückerstattet, eine Wette mit Handicap +0.5 gewinnt bei einem Unentschieden. Kombiniert der Wettende beide Hälften zu +0.25, gewinnt er die halbe Wette und bekommt die andere Hälfte zurück, falls das Spiel unentschieden endet. Diese Mechanik lässt sich nicht aus dem Bauch erklären, sie verlangt einen Blick auf den Wettschein und eine kleine Rechnung.
Live-Handicap: Der Spielstand zur Wettabgabe zählt
Bei Live-Handicaps bezieht sich das Handicap meist nur auf die Restspielzeit. Der aktuelle Spielstand zum Zeitpunkt der Wettabgabe gilt als 0:0, das Handicap wird auf die verbleibende Spielzeit angewendet. Wer in der 70. Minute eine Wette auf ein Heimteam mit Handicap −0.5 platziert, wettet faktisch darauf, dass das Heimteam in den letzten zwanzig Minuten plus Nachspielzeit nicht mehr verliert.
Diese Konstruktion ist nichttrivial, denn sie verschiebt das Risiko nach hinten. Wer das Spiel sieht und in Echtzeit reagiert, kann den Zeitpunkt und das Handicap kombinieren. Wer nur die offene Quote annimmt, übernimmt eine Wette, deren Bedeutung vom Kontext abhängt.
Rechtslage in der Schweiz: Nur zwei Veranstalterinnen sind bewilligt
In der Schweiz dürfen Sportwetten nur von zwei Veranstalterinnen angeboten werden: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Grundlage ist das Bundesgesetz über Geldspiele (BGS, SR 935.51), das seit dem 1. Januar 2019 in Kraft ist und Sportwetten als Grossspiele einordnet. Aufsichtsbehörde ist die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Sie führt das Geldspielkonkordat seit dem 1. Januar 2021 und publiziert die Sperrliste gesperrter ausländischer Domains.

Die Beschränkung auf zwei Veranstalterinnen ergibt sich aus der interkantonalen Vereinbarung. Der Bund wollte den Sportwettenmarkt nicht liberalisieren, sondern zwei bestehende Lotteriegesellschaften mit dieser Aufgabe betrauen und den Ertrag an die Kantone binden. Eine dritte Veranstalterbewilligung sieht das Gesetz nicht vor. Wer in der Schweiz mit einer anderen Marke Sportwetten anbietet, handelt ohne Bewilligung und riskiert eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren.
Was bewilligt ist und was nicht
Die Gespa führt eine Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen. Sie entscheidet, welche Handicap-Märkte überhaupt angeboten werden dürfen. Die Liste ist abschliessend, was nicht draufsteht, darf nicht angeboten werden. Ecken- und Kartenmärkte sind darin ebenso wenig zu finden wie ein eigener Esports-Bereich. Qualifikationsrunden, Frauenwettbewerbe und Rangwetten sind nur erlaubt, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind. Trainingsläufe sind vom Wettprogramm ausgeschlossen.
Die Liste ist die Grundlage der Marktgestaltung beider Veranstalterinnen. Was eine asiatische Linie −0.5 oder +0.25 angeht, gilt die Gespa-Liste als Rahmen, nicht als Genehmigung jedes einzelnen Marktes. Die Veranstalterinnen setzen das Programm im Rahmen dieser Liste selbst zusammen, die Gespa genehmigt das Spiel pro Wetttyp.
Ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung
Eine ausländische Lizenz aus Malta, Curaçao, Deutschland oder einem anderen Land hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Wer bei einer solchen Marke wettet, wettet ohne Schweizer Bewilligung, ohne Verbindung zum Schweizer Ausschlussregister und ohne Schweizer Rechtsschutz. Die Gespa führt eine Sperrliste mit Domains solcher Anbieter, die Schweizer Telekomanbieter per DNS blockieren. Ende 2025 standen 671 Domains auf dieser Liste, einzelne Anbieter wie Interwetten, Bet-at-Home oder bet365 sind namentlich aufgeführt.
Dass eine ausländische Marke seriös aufgestellt ist und in anderen Märkten reguliert wird, ändert für die Schweiz nichts. Wer dort wettet, hat keine Anlaufstelle bei der Gespa, keine Spielsperre, die greift, und keine Sicherheit, dass das ausländische Recht im Streitfall tatsächlich hilft. Gewinne aus ausländischen Grossspielen werden von einzelnen Kantonen wie Thurgau unabhängig vom Betrag als steuerbares Einkommen behandelt. Das ist kein Grund, ausländische Anbieter zu meiden, aber ein Grund, die Seite der Medaille zu kennen, die das Marketing weglässt.
Spielerschutz: Verlustlimiten, Pausen und Sperren
Auch ein ausgeglichenes Handicap verhindert keine Verluste. Der Spielerschutz ist bei Handicap-Wetten identisch zu allen anderen Sportwetten, weil er an der Person ansetzt, nicht am Markt.
Wer bei Swisslos Sporttip mitspielen will, muss vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Obergrenze beträgt CHF 9’999, für Spieler unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage setzen. Diese Limite sind Selbstverantwortung mit einem Werkzeugkasten dahinter: Sie schützen nicht vor dem nächsten Spiel, sie zwingen aber vor jedem Spiel zu einer Entscheidung über die eigene Belastbarkeit.
Spielsperren lassen sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst setzen, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in ein schweizweites Register eingetragen und gilt auch für Casinos, Online-Casinos und das Fürstentum Liechtenstein. Wer sich selbst aussperrt, fällt aus dem gesamten legalen Spielangebot der Schweiz heraus.
Steuern auf Gewinne
Gewinne aus Schweizer Sportwetten sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 bei CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag unterscheidet sich je nach Kanton. Oberhalb des Freibetrags zieht die Veranstalterin 35 Prozent Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgeholt werden können. Für den typischen Wettenden liegt der Gewinn unter dem Freibetrag, weder Einkommensteuer noch Verrechnungssteuer fallen an.
Gewinne aus ausländischen Grossspielen fallen je nach Kanton anders aus. Der Kanton Thurgau behandelt sie unabhängig vom Betrag als voll steuerbares Einkommen. Das ist kein Spezialfall für asiatische Handicap-Wetten, sondern eine kantonale Eigenheit, die jeder Wettende kennen sollte, bevor er Gewinne aus ausländischen Quellen in seiner Deklaration verschweigt.
Werbung und Bonusregeln
Werbung für nicht bewilligtes Glücksspiel ist in der Schweiz verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet (Art. 131 BGS). Gratiswetten oder Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS), im Jahr 2025 hat sie 24 Zustimmungen für Loterie Romande und 8 für Swisslos erteilt. Bonusangebote sind nicht grundsätzlich verboten, sie brauchen aber die Bewilligung. Wer bei einem Schweizer Anbieter ein Bonusangebot sieht, hat es mit einer genehmigten Aktion zu tun, nicht mit einer beliebigen Werbung.
Wettmärkte im Detail: Einzelwette, Kombiwette, Systemwette
Die asiatische Handicap-Wette lässt sich als Einzelwette, Kombiwette oder Systemwette platzieren. Eine Einzelwette ist die einfachste Form und setzt auf einen Ausgang eines einzelnen Spiels. Eine Kombiwette kombiniert mehrere Voraussagen, die Gesamtquote ergibt sich aus dem Produkt der Einzelquoten. Eine Systemwette kombiniert mehrere Voraussagen so, dass auch dann ein Gewinn möglich bleibt, wenn nicht alle Voraussagen zutreffen.
Limits bei Sporttip und Jouez Sport
Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und bei CHF 10’000 pro Systemwette. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen anpassen, eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Bei Jouez Sport liegt der Mindesteinsatz online bei CHF 2, in Verkaufsstellen bei CHF 3, der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten bei CHF 500, ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten.
Die unterschiedlichen Limiten fallen beide vor Ort wieder anders aus. Wer online spielt, kommt mit kleinen Einsätzen aus und kann bei Bedarf bis zu CHF 1’000 pro Wette setzen. Wer im Laden spielt, muss höhere Mindesteinsätze akzeptieren und liegt bei den Höchsteinsätzen deutlich darunter.
Höchstgewinne
Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombiwette muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Wer ein Multiples mit zehn Voraussagen und sehr hohen Quoten spielen will, läuft in die Quote-Begrenzung.
Quotierung und Gewinnberechnung
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus dem Einsatz multipliziert mit der Quote, bei Kombinationen mit der Gesamtquote. Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Das klingt nach einer Randnotiz, ist aber ein konkreter Mechanismus: Eine Wette zu 2’075 mit 100 Franken Einsatz gewinnt nominell 207.50 Franken, abgerundet auf 207.50 Franken, weil 5-Rappen die kleinste Einheit sind. Eine Wette zu 2’073 mit 100 Franken Einsatz gewinnt nominell 207.30 Franken, abgerundet auf 207.30 Franken.
Quoten, Margin und was eine Quote wirklich bedeutet
Eine Quote ist kein Angebot des Buchmachers, sondern ein Spiegelbild seiner Einschätzung. Hinter jeder Quote steckt eine implizite Wahrscheinlichkeit. Eine Quote von 2.00 bedeutet, dass der Buchmacher das Ereignis mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent bewertet, eine Quote von 1.50 mit 66.7 Prozent, eine Quote von 4.00 mit 25 Prozent. Addiert man die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge eines Marktes, erhält man mehr als 100 Prozent. Der Überschuss ist die Marge des Buchmachers.
Wie viel die Marge bei einem Beispielmarkt frisst
Eine illustrative Linie für einen Zwei-Wege-Markt zu 1.90 und 1.90 hat eine implizite Wahrscheinlichkeit von 52.6 Prozent pro Seite. Zusammen ergibt das 105.3 Prozent. Die Auszahlungsquote, also der Anteil der Einsätze, der bei einem ausgeglichenen Markt an die Wettenden zurückfliesst, beträgt demnach 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90), also rund 95.0 Prozent. Die Marge des Buchmachers liegt bei rund 5.0 Prozent.
In der Praxis bewegen sich Margen auf asiatischen Handicap-Linien zwischen etwa 2 Prozent auf den grössten Fussball-Ligen und 7 Prozent auf Nischenmärkten. Eine Marge von 5 Prozent ist ein typischer Wert für einen gut besetzten Markt, eine Marge von 7 Prozent ein Wert für eine Linie mit dünnem Handel. Bei Live-Handicaps liegen die Margen erfahrungsgemäss höher, weil der Buchmacher das Risiko in Echtzeit absichern muss und nicht immer den besten Preis findet.
Die Marge ist der Preis, den der Wettende für die Teilnahme zahlt. Sie wird auf jeden Einsatz erhoben, gewonnen und verliert gleichermassen. Ein Wettender, der bei einer Marge von 5 Prozent über lange Strecke gleichmässig verteilt auf beide Seiten einer Linie wettet, verliert 5 Prozent seiner Einsätze im Mittel. Wer daraus einen Vorteil machen will, muss eine Quote finden, die das wahre Risiko übersteigt, und das ist schwerer, als es klingt.
Die Mechanik Schritt für Schritt
Wer eine asiatische Handicap-Wette platziert, geht vier Schritte durch. Erst die Auswahl des Spiels und der Linie: Heimteam mit −0.5 oder Auswärtsteam mit +1.5, dazu die passende Quote. Zweitens der Einsatz: Der Mindesteinsatz bei Sporttip ist CHF 1, bei Jouez Sport online CHF 2, in der Verkaufsstelle CHF 3. Drittens die Platzierung: online im Spielerkonto oder am Schalter der Verkaufsstelle, der Wettschein wird registriert. Viertens die Auswertung nach Spielschluss: Der tatsächliche Spielstand wird um das Handicap korrigiert, das korrigierte Resultat entscheidet über Gewinn, Verlust oder Rückerstattung.
Was die Verkaufsstelle kann und was nicht
Beide Veranstalterinnen betreiben ein Netz von Verkaufsstellen. Loterie Romande zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz mit 221 Mitarbeitenden, Swisslos betreibt ein vergleichbares Netz in der Deutschschweiz. Die Verkaufsstelle nimmt Wetten entgegen, sie nimmt aber keine Auszahlungen für Online-Spielkonten vor. Wer online spielt, lässt sich Gewinne auf das hinterlegte Bankkonto auszahlen.
Wenn das Spiel ausfällt
Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt. In Kombinationswetten erhält die ausgefallene Voraussage die Quote 1.00, die übrigen Voraussagen behalten ihre Quote und das Produkt wird neu berechnet. Wer also eine Kombiwette mit fünf Voraussagen spielt und eine fällt aus, gewinnt oder verliert mit der Quote der vier verbleibenden Voraussagen, nicht mit der Gesamtquote.
Sonderfälle und Mechanismen am Wettschein
Cash-Out bei Sporttip
Cash-Out ist bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten verfügbar, vor Spielbeginn und live. Es funktioniert nur online und nur als vollständiges Cash-Out, eine Teilauszahlung ist nicht möglich. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag liegt unter dem möglichen Gewinn bei voller Auszahlung und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Cash-Out ist ein Werkzeug für den Wettenden, der eine Wette vorzeitig schliessen will, nicht ein Pre-Boost für eine Wette, die sich ohnehin gut entwickelt.
Livewetten und nachträgliche Wetten
Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Rote Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer in der Hektik eines Elfmeters auf das anstossende Team wettet, riskiert eine Wette zum Einsatz ohne Chance auf Gewinn.
Abhängige Wettereignisse
Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Das ist kein Bonus, den der Wettende bekommt, sondern eine Korrektur, die der Buchmacher vornimmt, wenn er die Wette nicht hätte annehmen dürfen.
Boosts und Bonusmechaniken
Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, mit mindestens vier Voraussagen zu einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier Voraussagen, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn. Einsatz und Gewinnerhöhung sind gedeckelt.
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Das ist der Punkt, an dem die Werbung ihr Programm wehtut: Ein «kostenloser» Boost ist limitiert, an eine Quote gebunden und beim Cash-Out weg. Wer einen Boost mitnimmt, sollte die Limite prüfen, bevor er sich auf den Mehrgewinn verlässt.
Registrierung und Identitätsprüfung
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer bei Sporttip mitspielen will, muss diesen Schritt durchlaufen, bevor die erste Einzahlung möglich ist. Die Verkaufsstellen verlangen den Ausweis bei jeder Auszahlung, nicht bei der Wettabgabe.
Anbieter im Vergleich: Schweizer Bewilligung und was im Programm steht
Die folgende Übersicht zeigt die zehn im Vergleich berücksichtigten Anbieter mit ihrer bewilligungsrechtlichen Stellung in der Schweiz. Die ersten beiden sind die beiden einzigen bewilligten Veranstalterinnen, danach folgen acht ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung. Die Spalten sagen nur, was die Aufsichtsstellung ist, nicht, wie gut oder schlecht der jeweilige Anbieter ist.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalterin / Berichtete Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Bewilligung (Veranstalter- und Spielbewilligung unter BGS, Aufsicht Gespa) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Bewilligung (Veranstalter- und Spielbewilligung unter BGS, Aufsicht Gespa) | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande) |
| BetOnRed | keine Schweizer Bewilligung | Berichtete Lizenz: nicht ausgewiesen, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS) |
| BassBet | keine Schweizer Bewilligung | Berichtete Lizenz: nicht ausgewiesen, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS) |
| Jackbit | keine Schweizer Bewilligung | Berichtete Lizenz: nicht ausgewiesen, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS) |
| Betclic | keine Schweizer Bewilligung | Berichtete Lizenz: nicht ausgewiesen, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS) |
| myBet | keine Schweizer Bewilligung | Berichtete Lizenz: nicht ausgewiesen, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS) |
| BDMBet | keine Schweizer Bewilligung | Berichtete Lizenz: nicht ausgewiesen, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS) |
| Coolzino | keine Schweizer Bewilligung | Berichtete Lizenz: nicht ausgewiesen, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS) |
| BetFury | keine Schweizer Bewilligung | Berichtete Lizenz: nicht ausgewiesen, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS) |
Swisslos Sporttip
Swisslos ist die Veranstalterin für die Deutschschweiz, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Das Sportwetten-Produkt heisst Sporttip und wird über die Verkaufsstellen und online unter Swisslos.ch angeboten. Sporttip deckt das gesamte Programm der Gespa-Liste ab, von Fussball über Tennis bis Eishockey, mit einem Schwerpunkt auf europäischen und asiatischen Fussball-Ligen. Cash-Out ist online verfügbar, der Kombiboost ist im Online-Bereich aktiv und an die Bedingungen aus den Spielregeln gebunden.
Für Wettende, die in der Deutschschweiz wohnen und ein bewilligtes Angebot suchen, ist Sporttip die einzige Adresse. Der Mindesteinsatz von CHF 1 macht den Einstieg leicht, der Höchsteinsatz von CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette deckt auch grössere Engagements ab. Das Programm folgt der Gespa-Liste, was die Auswahl an exotischen Märkten begrenzt, dafür aber den Vorteil einer klaren Aufsicht mitbringt.
Loterie Romande Jouez Sport
Loterie Romande ist die Veranstalterin für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Das Sportwetten-Produkt heisst Jouez Sport und wird über jeux.loro.ch online und über die 2’350 Verkaufsstellen angeboten. Jouez Sport deckt das Programm der Gespa-Liste ab und konzentriert sich auf Fussball, Tennis und Eishockey. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000.
Für Wettende in der Westschweiz ist Jouez Sport die einzige bewilligte Adresse. Die Mindesteinsätze liegen online bei CHF 2 und in Verkaufsstellen bei CHF 3, die Höchsteinsätze sind niedriger als bei Sporttip, dafür ist der Höchstgewinn klar definiert und liegt mit CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette über dem, was viele ausländische Anbieter in der Praxis auszahlen.
BetOnRed
BetOnRed ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Die berichtete Lizenz ist nicht ausgewiesen und hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Wer dort wettet, hat keine Verbindung zum Schweizer Ausschlussregister, keinen Schweizer Rechtsschutz und das Risiko, dass die Gespa die Domain auf die Sperrliste setzt und per DNS blockiert.
Wer in der Schweiz wettet und Wert auf eine bewilligte Aufsicht legt, ist bei BetOnRed falsch. Wer eine ausländische Plattform mit anderer Marktstruktur sucht und die Risiken bewusst trägt, findet dort ein Angebot mit asiatischen Linien. Diese Trennung ist die ehrliche Lesart, nicht ein Ranking.
BassBet
BassBet ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung mit derselben Ausgangslage wie BetOnRed: Die berichtete Lizenz ist nicht ausgewiesen, in der Schweiz ohne Kraft, ohne Schweizer Ausschlussregister und ohne Schweizer Rechtsschutz.
Der Markt ist derselbe, die Aufsicht ist es nicht. Wer in der Schweiz wettet, sollte wissen, dass eine ausländische Plattform die fehlende Schweizer Bewilligung nicht mit einem grösseren Angebot ausgleicht, sondern nur den Rahmen verschiebt, in dem die Wette stattfindet.
Jackbit
Jackbit ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Das Angebot hat keine Verbindung zum Schweizer Ausschlussregister, und die Gespa kann die Domain auf die Sperrliste setzen.
Wer asiatische Handicap-Märkte sucht, findet sie bei Jackbit. Wer sie unter Schweizer Aufsicht sucht, findet sie dort nicht. Das ist kein Argument gegen oder für Jackbit, sondern die Trennung, die der Standort vorgibt.
Betclic
Betclic ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Die Gespa kann die Domain auf die Sperrliste setzen.
Betclic ist in mehreren europäischen Märkten reguliert und in der Schweiz ohne Bewilligung. Für Wettende in der Schweiz ist die Plattform damit ein ausländisches Angebot mit allen Konsequenzen, die das hat: keine Schweizer Spielsperre, kein Schweizer Rechtsschutz, ausländische Gewinne je nach Kanton anders besteuert.
myBet
myBet ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Die Gespa kann die Domain auf die Sperrliste setzen.
Der Status unserer Marke ist derselbe wie bei den anderen ausländischen Plattformen im Vergleich. Wer dort wettet, wettet ausserhalb des Schweizer Rechtsrahmens und sollte die Konsequenzen kennen, bevor er ein Konto eröffnet.
BDMBet
BDMBet ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Auch BDMBet hat keine ausgewiesene Lizenz mit Kraft in der Schweiz.
Die Plattform ist ein Beispiel für das, was im Markt unter «ausländisch» läuft. Die fehlende Schweizer Bewilligung sagt nichts über die Qualität der Plattform aus, aber alles über den Rahmen, in dem eine Wette in der Schweiz stattfindet.
Coolzino
Coolzino ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Auch Coolzino hat keine ausgewiesene Lizenz mit Kraft in der Schweiz.
Wer Coolzino nutzt, wettet ohne Schweizer Aufsicht. Das ist die zentrale Tatsache, alles weitere ist Verhandlungssache zwischen Wettendem und Plattform.
BetFury
BetFury ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Auch BetFury hat keine ausgewiesene Lizenz mit Kraft in der Schweiz.
Die Plattform folgt demselben Muster wie die anderen ausländischen Anbieter im Vergleich. Eine Bewertung jenseits der Bewilligungsfrage hängt von Kriterien ab, die nicht Gegenstand dieses Vergleichs sind.
Häufige Fragen
Was sind Asian-Handicap-Wetten?
Asian-Handicap-Wetten sind Sportwetten, bei denen einer Mannschaft ein virtuelles Tor oder ein Teil davon hinzugerechnet oder abgezogen wird, bevor das Resultat zählt. Das Unentschieden verschwindet aus dem Markt oder wird zur Rückerstattung. Der Wettende wettet das korrigierte Resultat, nicht das tatsächliche. Diese Wettform ist vor allem im Fussball verbreitet und stammt aus dem asiatischen Wettmarkt.
Was sind asiatische Wetten, und wie unterscheiden sich diese von der 1X2-Wette?
Die 1X2-Wette kennt drei Ausgänge: Sieg Heimmannschaft, Unentschieden, Sieg Auswärtsmannschaft. Die asiatische Handicap-Wette kennt zwei Ausgänge, weil das Handicap das Unentschieden eliminiert oder zur Rückerstattung macht. Bei einem ganzen Handicap wird das Unentschieden zur Rückerstattung, bei einem halben Handicap gibt es keinen Unentschieden-Ausgang. Das verändert das Verhältnis von Quote zu Wahrscheinlichkeit und macht die Wette für den Wettenden interessant, der eine knappe Partie erwartet.
Was bedeutet ein Viertel-Handicap wie +0.25 für den Einsatz?
Ein Viertel-Handicap wie +0.25 teilt den Einsatz zu gleichen Teilen auf zwei Wetten auf. Eine Wette mit Handicap 0 wird bei einem Unentschieden voll zurückerstattet, eine Wette mit Handicap +0.5 gewinnt bei einem Unentschieden. Bei +0.25 wird die halbe Wette zurückerstattet und die andere Hälfte gewinnt zu der entsprechenden Quote, falls das Spiel unentschieden endet.
Was passiert bei einem ganzen Handicap, wenn sich nach der Addition ein Unentschieden ergibt?
Bei einem ganzen Handicap wird der Einsatz vollständig zurückerstattet, wenn das korrigierte Resultat unentschieden ist. Gewinnt Team A mit einem Handicap von −1 etwa 2:1, ergibt sich rechnerisch 1:1 und der Einsatz geht vollständig zurück. Diese Rückerstattung ist die zentrale Eigenschaft des ganzen Handicaps und unterscheidet es vom halben Handicap, das keine Rückerstattung kennt.
Wer entscheidet, ob ein Handicap-Markt in der Schweiz angeboten werden darf?
Die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht, entscheidet über die Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen. Nur was auf dieser Liste steht, darf von den beiden bewilligten Veranstalterinnen Swisslos und Loterie Romande angeboten werden. Die Liste ist abschliessend und wird von der Gespa in regelmässigen Abständen aktualisiert. Eine asiatische Handicap-Linie ist erlaubt, wenn der Wettbewerb und die Wettform auf der Liste stehen.
Wie wirkt sich die Marge in den Quoten auf Handicap-Wetten aus?
Die Marge ist der Anteil, den der Buchmacher von jedem Einsatz einbehält. Eine Linie zu 1.90 und 1.90 hat eine Marge von rund 5 Prozent. Der Wettende verliert im Mittel 5 Prozent seiner Einsätze über lange Strecke, wenn er gleichmässig auf beide Seiten setzt. Wer auf einem Markt mit höherer Marge wettet, verliert entsprechend mehr im Mittel. Auf gut besetzten Fussball-Linien liegt die Marge oft zwischen 2 und 5 Prozent, auf Nischenmärkten und Live-Linien deutlich höher.
Wettarten – englandwetteninfo
Inhalt erstellt vom Team «englandwetteninfo»
