Quotenrechner Sportwetten: Wie Einsatz und Quote zum Reingewinn werden

Updated Oktober 2026
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Ein Bleistift liegt quer auf einem karierten Papierblock mit handgezeichneten Kreisen und Pfeilen, daneben ein Radiergummi im Seitenlicht.

Stand: Oktober 19, 2026 · geprüft gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Swisslos (Sporttip, Version 4.2) und das Règlement Jouez Sport der Loterie Romande (17. Ausgabe, September 2024)

Wer ein Wettangebot prüft, sieht zuerst die Quote und danach den Preis, den die Wette kostet. Was dazwischen liegt, ist eine kleine Rechnung. Der Reingewinn einer Wette mit festen Quoten ist Einsatz × (Quote − 1). Mehr braucht es für eine Einzelwette nicht. Eine Kombiwette multipliziert die Quoten, eine Systemwette fasst mehrere Kombinationen zu einer einzigen «X aus Y»-Konstruktion zusammen, und bei jedem Schritt wächst der mögliche Gewinn, während die Trefferchance sinkt.

Der Reingewinn einer Sportwette mit festen Quoten errechnet sich als Einsatz × (Quote − 1).

Das gilt auf jedem Wettmarkt, auch dort, wo ein Schweizer Veranstalter gar nicht anbietet. Ein ausländischer Quotenrechner rechnet jede Quote in Preise um, gleichgültig ob der Markt in der Schweiz bewilligt ist oder nur über eine Sperrliste erreichbar wäre. Das ist die eine Sache, die ein Rechner gut kann, und die andere, die er nicht kann: er kann nicht zeigen, ob der Einsatz zum Budget passt, ob der Markt überhaupt erlaubt ist und ob die Quote, die man eingibt, einen realistischen Erwartungswert hat.

Diese Seite geht die Rechnung in der Schweizer Reihenfolge durch. Erst die Rechtslage, die festlegt, wer in der Schweiz überhaupt Sportwetten veranstalten darf. Dann der Spielerschutz mit Verlustlimiten und Spielsperre, der unabhängig von jeder Quotenrechnung auf jedem Wettschein sitzt. Dann die Wettformen selbst, also Einzel-, Kombi- und Systemwette und was ein Rechner aus jeder macht. Dann die Rangliste der Rechner, mit ihren Stärken und Schwächen. Und am Ende die Bewertung der zehn Anbieter, darunter die beiden Schweizer Veranstalter, die mit Bewilligung arbeiten, und acht ausländische Marken, die in der Schweiz keine Bewilligung haben.

Die Schweizer Rechtslage für Sportwetten und für den Quotenrechner

In der Schweiz sind Sportwetten online ein Grossspiel nach dem Bundesgesetz über Geldspiele (BGS, SR 935.51, in Kraft seit dem 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e). Aufsichtsbehörde ist die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Die ESBK, die Eidgenössische Spielbankenkommission, beaufsichtigt nur Spielbanken und ist hier nicht zuständig.

Eine steinerne Treppe führt zu einem Portal mit Säulen im Morgenlicht, der Platz davor ist leer.
Eine Dezimalquote von 1,40 entspricht der Bruchquote 2/5 und der US-Quote −250.

Eine Bewilligung braucht zwei Teile: eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS). Sie gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Anbieter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: die Swisslos Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, deren Sportwetten unter dem Namen Sporttip laufen, und die Loterie Romande, die in den sechs Westschweizer Kantonen unter dem Namen Jouez Sport anbietet. Wer in der Deutschschweiz wettet, kommt an Sporttip nicht vorbei; wer in der Romandie wettet, an Jouez Sport nicht. Beide Veranstalter sind Genossenschaften, deren Reingewinn vollständig in gemeinnützige Zwecke der Kantone fliesst (Art. 125 BGS), und beide werden von der Gespa beaufsichtigt.

Der Unterschied zwischen einem Schweizer Veranstalter und einem ausländischen Wettanbieter ist nicht die Quote, sondern die Rechtsfolge. Eine ausländische Bewilligung – aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land – hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten organisiert, macht sich strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Handeln bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Der Spielende selbst wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Schutz und Aufsicht durch die Gespa greifen nicht, und der Anschluss an das schweizweite Sperrregister fehlt. Die Gespa führt eine Sperrliste gesperrter Domains, die Schweizer Telekomanbieter per DNS blockieren (Art. 86–93 BGS); Ende 2025 standen 671 Domains auf dieser Liste, und Domains werden innert Stunden ersetzt, wenn ein Anbieter ausweicht.

Wetten dürfen in der Schweiz nur auf Sportereignisse platziert werden. Wetten auf Wetter, Politik oder TV-Shows sind nicht erlaubt, und die zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen stehen auf einer geschlossenen Liste der Gespa (Fassung vom 10. September 2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Was nicht auf der Liste steht, darf nicht angeboten werden. Eckball- und Kartenmärkte fehlen auf dieser Liste, eine Esports-Sektion fehlt ebenfalls, und Qualifikationsrunden, Frauenwettbewerbe oder Rangwetten sind nur dann erlaubt, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind. Ein Quotenrechner rechnet solche Quoten trotzdem durch. Das ist keine Lücke im Rechner, sondern ein Hinweis: wer mit einem Schweizer Veranstalter wettet, bekommt nicht jeden Markt, den ein ausländischer Anbieter im Programm hat.

Live-Wetten sind in der Schweiz erlaubt, vor Spielbeginn und live, soweit der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hat. Das BGS enthält keine Einschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Bei Sporttip gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.

Spielerschutz, Verlustlimiten und Spielsperre

Der Spielerschutz gilt auf jedem Wettschein, unabhängig davon, was der Quotenrechner anzeigt. Bei Sporttip müssen Spielende vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Obergrenze pro Tag liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden, und zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage möglich. Eine gesetzliche Höchstgrenze für die Einzahlung gibt es in der Schweiz nicht; die Limiten sind Eigenlimiten, die der Spielende selbst setzt, und der Veranstalter muss mindestens eine solche Limite verlangen (Art. 87 VGS). Eine Senkung der Limite muss sofort wirken, eine Erhöhung nach 24 Stunden – Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren Bedingungen 72 Stunden an, also strenger als das Gesetz es verlangt.

Ein Abakus mit bunten Holzperlen steht auf einem hellen Schreibtisch vor einem unscharfen Fenster.
Ein Wettrechner berechnet Einzel-, Kombi- und Systemwetten mit 1 bis 20 Auswahlen.

Die Spielsperre ist die zweite Säule. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Freiwillige Sperren können erst nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), wobei eine Fachstelle eingebunden ist (Art. 81 BGS), und der Veranstalter muss eine selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten anbieten (Art. 89 VGS). Wer gesperrt ist oder das 18. Altersjahr noch nicht erreicht hat, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).

Das Gesetz verlangt eine Identitätsprüfung. Bei der Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, jede Person darf sich nur einmal registrieren, und die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Bei Sporttip stehen Wetten Personen ab 18 Jahren offen; wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.

Eine Zahl, die man im Kopf behalten sollte: die Gespa hat 2025 bei Testkäufen an Verkaufsstellen in 47.5 % von 200 Fällen eine Sportwette an Minderjährige verkauft. Wer am Schalter wettet, sollte sich auf den eigenen Ausweis verlassen – und nicht darauf, dass die Verkaufsstelle schon prüft. Wer online wettet, hat diese Prüfung bereits hinter sich.

Wettformen und was der Quotenrechner aus jeder macht

Die Rechnung einer Einzelwette ist eine Zeile. Der Reingewinn ist Einsatz × (Quote − 1), der Auszahlungsbetrag ist Einsatz × Quote. Bei einer Quote von 2.50 und einem Einsatz von CHF 20 ergibt sich ein Reingewinn von CHF 30 und eine Auszahlung von CHF 50. Mehr steckt in einer Einzelwette nicht. Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet; wer exakt rechnen will, muss diese Rundung im Kopf behalten, sie verschiebt kleine Beträge.

Kombiwetten und warum die Trefferchance mit jeder Auswahl sinkt

Bei einer Kombinationswette werden die Einzelquoten multipliziert, der Einsatz gilt für die gesamte Wette, und gewonnen ist sie nur, wenn jedes einzelne Ereignis richtig getippt wurde. Eine Kombiwette mit drei Auswahlen zu den Quoten 1.80, 2.20 und 1.95 hat die Gesamtquote 1.80 × 2.20 × 1.95 = 7’722. Bei einem Einsatz von CHF 10 liegt die Auszahlung bei CHF 77.22 und der Reingewinn bei CHF 67.22. Was eine solche Wette kostet, ist die Trefferchance: drei Ereignisse mit Einzelchancen von vielleicht 55 %, 45 % und 51 % ergeben eine kombinierte Trefferchance von rund 12.6 %. Die Gesamtquote steigt, die Wahrscheinlichkeit sinkt im Produkt.

Bei Sporttip gilt der Kombiboost nur online und für Prematch-, Live- und Systemwetten mit mindestens vier Voraussagen, jede einzelne mit Quote von mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier Auswahlen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost, und bei einem Boost auf den Nettogewinn bedeutet «100 %» einen verdoppelten Reingewinn, nicht eine garantierte Auszahlung.

Systemwetten und die «X aus Y»-Logik

Eine Systemwette fasst mehrere ähnliche Kombinationswetten zusammen und wird als «X aus Y» angegeben, wobei Y die Anzahl der getipfosen Ereignisse ist und X die Anzahl, die in einer einzelnen Kombination mindestens richtig sein muss. Jede daraus entstehende Kombination heisst Wettreihe, und das System gewinnt in mindestens einer Wettreihe, wenn überhaupt eine durchgeht. Eine Trixie ist 2 aus 3 und enthält drei Wettreihen (3 Doppelwetten), eine Patentierung wäre 1 aus 3 mit drei Einzelwetten plus drei Doppelwetten plus einer Triplewette. Der Rechner muss die Anzahl Wettreihen kennen, sonst gibt er die falsche Gesamtquote aus.

Bei Sporttip beträgt der Höchsteinsatz für eine Systemwette CHF 10’000; für Einzel- und Kombinationswetten liegt der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 und der Mindesteinsatz bei CHF 1. Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2 (in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2) und der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500; ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten.

Quotenformate und was der Rechner umrechnen muss

Quoten gibt es in drei Formaten, und ein Rechner muss alle drei verstehen. Eine Dezimalquote von 5.50 entspricht bei einem Einsatz von 1 € einer Auszahlung von 5.50 € und einem Reingewinn von 4.50 €; dieselbe Quote lautet als Bruchquote 9/2 und als US-Quote +450. Eine Dezimalquote von 1.40 entspricht der Bruchquote 2/5 und der US-Quote −250; bei der US-Quote bedeutet −250, dass 250 $ gesetzt werden müssen, um 100 $ Gewinn zu erzielen.

Die Bruchquote ist das traditionelle britische Format, die Dezimalquote das europäische Standardformat und das in der Schweiz übliche Format, und die US-Quote mit Vorzeichen ist im amerikanischen Markt verbreitet. Wer einen europäischen Quotenrechner benutzt, muss die Dezimalquote eintragen; wer eine US-Seite ausprobiert, muss die US-Quote umrechnen lassen. Die Umrechnung selbst ist simpel, aber jede Verwechslung kostet eine Wette.

Die Marge des Anbieters und der Erwartungswert

Eine Quote ist nie «die faire Chance». In jeder Quote steckt die Marge des Anbieters, und der Erwartungswert einer Wette ist negativ, wenn die Marge positiv ist. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit beiden Quoten 1.90 ist die Auszahlungsquote 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) ≈ 95 %, die Marge also rund 5 %. Bei beiden Quoten 1.95 steigt die Auszahlungsquote auf rund 97.4 %, die Marge sinkt auf etwa 2.6 %. Bei 2.00 und 2.00 wäre die Marge 0 %, was bei kommerziellen Anbietern praktisch nie vorkommt.

Ein Quotenrechner zeigt diese Marge nicht direkt, weil er die einzelnen Quoten nicht gewichtet. Wer die Marge eines Marktes prüfen will, muss die Auszahlungsquote selbst nachrechnen, und wer den Erwartungswert einer Wette über viele Wetten abschätzen will, muss die Marge des Marktes mit dem Einsatz multiplizieren. Bei einer durchschnittlichen Marge von 5 % und einem Jahresumsatz von CHF 5’000 verliert ein Spielender auf lange Sicht rund CHF 250, ohne dass eine einzelne Wette dieses Ergebnis zeigt.

Ein Beispiel mit einem Band, nicht mit einem einzelnen Wert: für einen fiktiven Zwei-Wege-Markt, bei dem jede Seite mit 1.90 notiert ist, liegt die Auszahlungsquote in der Grössenordnung von 95 %, die Marge entsprechend bei rund 5 %. Für einen Markt mit beiden Quoten 1.95 liegt die Auszahlungsquote bei rund 97 %, die Marge bei etwa 3 %. Solche Margen sind die Spanne, in der sich Grossspiele in der Schweiz bewegen; der genaue Wert schwankt von Markt zu einem Markt und von Anbieter zu Anbieter.

Die zehn Quotenrechner und ihre Stärken

Die folgende Tabelle ordnet zehn Rechner nach ihrer Eignung für Schweizer Spielende. Bewilligung meint die Schweizer Veranstalterbewilligung; nur Swisslos (Sporttip) und Loterie Romande (Jouez Sport) führen eine. Die übrigen Rechner stammen von ausländischen Anbietern, die in der Schweiz keine Bewilligung haben und deren Domains auf der Sperrliste der Gespa stehen können.

Rechner Bewilligung in der Schweiz Betreiber
Swisslos Sporttip ja (BGS, Gespa) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Loterie Romande Jouez Sport ja (BGS, Gespa) Loterie Romande, Lausanne
22Bet nein Konzern mit Sitz ausserhalb der Schweiz, keine Schweizer Veranstalterbewilligung
MyStake nein Anbieter ohne Schweizer Veranstalterbewilligung, im Ausland konzessioniert
Interwetten nein Anbieter ohne Schweizer Veranstalterbewilligung, von der Gespa namentlich auf der Sperrliste genannt
IviBet nein Anbieter ohne Schweizer Veranstalterbewilligung
bet365 nein Anbieter ohne Schweizer Veranstalterbewilligung, von der Gespa namentlich auf der Sperrliste genannt
BC Game nein Anbieter ohne Schweizer Veranstalterbewilligung
Bruce Bet nein Anbieter ohne Schweizer Veranstalterbewilligung
GG.BET nein Anbieter ohne Schweizer Veranstalterbewilligung

Eine Lizenz im Ausland hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Wer einen ausländischen Rechner benutzt, sollte sich bewusst sein, dass die Quote zielt, der Markt möglicherweise in der Schweiz nicht bewilligt ist und im Streitfall kein Schweizer Schutz greift. Die Rechner selbst unterscheiden sich darin, wie sie Quotenformate umrechnen, wie sie Systemwetten zerlegen und wie sie kombinierte Wetten mit abhängigen Ereignissen behandeln. Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert; nimmt Swisslos eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.

Die zehn Anbieter im Vergleich

Swisslos Sporttip

Swisslos ist einer der beiden Veranstalter, die in der Schweiz Sportwetten anbieten dürfen, mit Sitz in Basel und einer Bewilligung nach BGS (Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung). Das Sportwetten-Produkt heisst Sporttip, der Online-Zugang ist auf das Vertragsgebiet beschränkt: Deutschschweizer Kantone, Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer dort wohnt, kann ein Konto eröffnen, wer anderswo wohnt, nicht. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette und bei CHF 10’000 pro Systemwette. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Die Höchstgewinne sind nicht in den Spielregeln als fixe Zahl genannt, folgen aber aus dem Höchsteinsatz und der Höchstquote des Wettprogramms. Der Cash-Out funktioniert für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und es besteht keine Garantie für jeden Markt.

Das Rechenwerk hinter Sporttip ist im Wettschein eingebaut, nicht als separater Rechner ausgewiesen, aber jede Auswahl zeigt Quote und mögliche Auszahlung direkt an. Kombiwetten zeigen die Gesamtquote als Produkt der Einzelquoten, Systemwetten die Anzahl Wettreihen. Der Sporttip-Kombiboost erhöht den Nettogewinn online bei mindestens vier Auswahlen mit Quote ab 1.50 – 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Auswahlen. Wer den Wettschein öffnet, bekommt die Rechnung; ein zweiter Rechner ist nicht nötig.

Das ist das Setting für Schweizer Spielende: ein einziger Veranstalter im eigenen Vertragsgebiet, mit einem begrenzten Wettprogramm, das nur die bewilligten Märkte führt, mit harten Höchsteinsätzen und einem Cash-Out, das nur online und nur als voller Ausstieg funktioniert. Wer ein Konto bei Sporttip hat, hat alles, was das BGS an Schutz verlangt. Wer sich einen zweiten Anbieter wünscht, muss dafür die Kantonsgrenze überschreiten, und im Zweifel die Schweizer Grenze.

Loterie Romande Jouez Sport

Die Loterie Romande ist der zweite Schweizer Veranstalter. Ihre Sportwetten laufen unter dem Namen Jouez Sport, mit Sitz in Lausanne und einer Bewilligung nach BGS. Das Vertragsgebiet sind die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Online-Konten stehen nur Personen mit Wohnsitz in diesem Gebiet offen, und die Loterie Romande zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Die Mindesteinsätze liegen online bei CHF 2 (in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2), die Höchsteinsätze für Einzel- und Kombiwetten bei CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten, der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000, und für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Das Rechenwerk ist in den Wettschein eingebaut. Wer in der Romandie wohnt, hat mit Jouez Sport einen vergleichbaren Rahmen wie Sporttip in der Deutschschweiz: ein Veranstalter mit Bewilligung, mit Schutz nach BGS, mit harten Limiten und einem vollständig regulierten Wettprogramm. Wer die Romandie verlässt, verliert den Zugang.

Die beiden Schweizer Veranstalter sind in der Tabelle ganz oben, nicht weil sie die «besten» Quotenrechner sind – sie sind Wettanbieter, keine Rechner –, sondern weil sie die einzigen sind, bei denen die Rechnung am Ende eines realen, geschützten Wettscheins steht.

22Bet, MyStake, IviBet, BC Game, Bruce Bet und GG.BET

22Bet, MyStake, IviBet, BC Game, Bruce Bet und GG.BET sind sechs ausländische Marken, die in der Schweiz keine Veranstalterbewilligung haben. Eine Lizenz im Ausland – Curaçao, Malta oder anderswo – hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Wer dort ein Konto eröffnet, ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, hat im Streitfall keine Schweizer Anlaufstelle und keine Aufsicht durch die Gespa. Die Gewinne fallen in die kantonale Praxis, und die Thurgauer Praxis besteuert Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als Einkommen.

Was diese Rechner können, ist Quoten in einer grösseren Markttiefe umrechnen, weil sie nicht an die Schweizer Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen gebunden sind. Sie rechnen Eckballmärkte, Esports und exotische Ligen, die ein Schweizer Veranstalter gar nicht anbietet. Wer mit einem ausländischen Rechner eine Quote prüft, sollte sich klarmachen, dass die Quote selbst bei einem Schweizer Veranstalter nicht verfügbar sein muss und dass die Wette auf diesem Markt in der Schweiz nicht abgeschlossen werden kann, ohne gegen das BGS zu verstossen.

Interwetten und bet365

Interwetten und bet365 sind zwei ausländische Marken, die von der Gespa namentlich auf der Sperrliste genannt werden. Interwetten ist einer der Anbieter, die im BGS-DNS-Block namentlich auftauchen, und bet365 ebenso. Die Sperrliste wird von Schweizer Telekomanbietern per DNS umgesetzt, und Domains werden innert Stunden ersetzt, wenn ein Anbieter ausweicht – das sogenannte Domain-Hopping. Auch hier gilt: keine Schweizer Bewilligung, kein Schweizer Schutz, ausländische Lizenz ohne Kraft in der Schweiz. Was bleibt, ist ein Quotenrechner, der im Ausland steht und in der Schweiz per DNS nicht oder nur über Umwege erreichbar ist.

Wie ein Quotenrechner eine Entscheidung vorbereitet – und wo er aufhört

Ein Quotenrechner ist ein Werkzeug, kein Versprechen. Was er leistet, ist die Arithmetik: Reingewinn, Auszahlung, Gesamtquote, Systemreihen, Quotenformat-Umrechnung. Was er nicht leistet, ist die Prüfung, ob der Markt erlaubt ist, ob die Quote zum Budget passt und ob der Anbieter überhaupt eine Bewilligung hat.

Für Spielende in der Schweiz folgt daraus eine einfache Reihenfolge. Wer in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein wohnt, hat mit Swisslos Sporttip den einzigen Schweizer Veranstalter für das eigene Vertragsgebiet; ein zweiter Rechner hilft nur, wenn man die Quote eines Marktes prüft, den Sporttip nicht anbietet. Wer in der Romandie wohnt, hat mit Loterie Romande Jouez Sport den einzigen Schweizer Veranstalter für das eigene Vertragsgebiet. Wer aus beiden Vertragsgebieten ausgeschlossen ist – etwa bei Wohnsitz im Kanton Schwyz ohne Swisslos-Zugang, was praktisch nicht vorkommt –, hat keinen Schweizer Veranstalter zur Verfügung und müsste auf das Angebot der Verkaufsstellen ausweichen, was bei Sporttip nicht möglich ist. Wer mit einem ausländischen Rechner eine Quote prüft, muss am Ende selbst entscheiden, ob die Wette in der Schweiz überhaupt abgeschlossen werden darf.

Die Marge ist die zweite Sache, die der Rechner nicht zeigt. Bei einem fiktiven Zwei-Wege-Markt mit beiden Seiten 1.90 liegt die Marge in der Grössenordnung von 5 %, bei beiden Seiten 1.95 etwa 3 %. Das ist die Spanne, in der sich kommerzielle Buchmacher bewegen; bei Schweizer Veranstaltern ist die Marge nicht öffentlich ausgewiesen, aber sie steckt in jeder Quote. Wer über ein Jahr hinweg wettet, verliert auf lange Sicht einen Anteil seiner Einsätze in der Grössenordnung der durchschnittlichen Marge.

Die Verlustlimiten sind die dritte Sache, die der Rechner nicht kennt. Bei Sporttip muss vor der ersten Teilnahme eine Tages-, Wochen- und Monatslimite gesetzt werden, mit Obergrenze CHF 9’999 am Tag und CHF 1’000 für unter 21-Jährige. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Wer mit einem Quotenrechner einen möglichen Gewinn ausrechnet, sollte denselben Rechner benutzen, um zu prüfen, ob der Einsatz unter der eigenen Limite liegt – das ist kein eingebautes Feature, sondern eine Nebenrechnung, die der Spielende selbst macht.

Häufige Fragen

Wie wird der Reingewinn einer Sportwette aus Einsatz und Quote berechnet?

Der Reingewinn ist Einsatz × (Quote − 1), die Auszahlung ist Einsatz × Quote. Bei Quote 2.50 und Einsatz CHF 20 ist der Reingewinn CHF 30, die Auszahlung CHF 50. Bei einer Kombiwette wird die Gesamtquote aus dem Produkt der Einzelquoten gebildet, und die Auszahlung folgt aus derselben Formel mit der Gesamtquote. Bei Sporttip wird der Betrag zuerst auf zwei Stellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Wie unterscheiden sich Dezimal-, Bruch- und US-Quoten, und wie lassen sie sich umrechnen?

Die Dezimalquote gibt die Auszahlung pro 1 Einsatz wieder, also inklusive Einsatzstück, und ist das in Europa und in der Schweiz übliche Format. Die Bruchquote gibt den Reingewinn pro Einsatz an, traditionell im britischen Markt, etwa 9/2 für 4.50 Reingewinn pro 1 Einsatz. Die US-Quote gibt den Einsatz an, der nötig ist, um 100 Gewinn zu erzielen, mit Minuszeichen für Favoriten und Pluszeichen für Aussenseiter. Eine Dezimalquote von 1.40 entspricht der Bruchquote 2/5 und der US-Quote −250; eine Dezimalquote von 5.50 entspricht der Bruchquote 9/2 und der US-Quote +450. Die Umrechnung übernimmt jeder Rechner; ohne Umrechnung hilft ein Rechner nicht, der das falsche Format erwartet.

Wie wird die Gesamtquote einer Kombiwette berechnet, und warum sinkt die Trefferchance mit jeder weiteren Voraussage?

Die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten. Drei Auswahlen zu 1.80, 2.20 und 1.95 ergeben 7’722. Die Trefferchance ist das Produkt der Einzelwahrscheinlichkeiten, und jedes weitere Ereignis multipliziert die Wahrscheinlichkeit, dass alle richtig getippt werden, nach unten. Drei Ereignisse mit Einzelchancen von 55 %, 45 % und 51 % ergeben eine kombinierte Trefferchance von rund 12.6 %. Die Gesamtquote steigt im Produkt, die Trefferchance sinkt im Produkt – das ist der Kern dessen, was eine Kombiwette von einer Einzelwette unterscheidet.

Was ist eine Systemwette, und wie viele Einzelwetten stecken etwa in einer Trixie?

Eine Systemwette wird als «X aus Y» angegeben, wobei Y die Anzahl der getipfosen Ereignisse ist und X die Mindestanzahl richtiger Tipps pro Wettreihe. Eine Trixie ist 2 aus 3 und enthält drei Wettreihen, also drei Kombiwetten mit je zwei Auswahlen, plus drei Einzelwetten als Bonusreihen – je nach Definition. Eine Yankee wäre 4 aus 6, also elf Wettreihen, und eine Lucky 15 enthält vier Einzelwetten, sechs Doppelwetten, vier Triplewetten und eine Vierfachwette. Bei Sporttip ist der Höchsteinsatz für eine Systemwette CHF 10’000; bei Jouez Sport ist die Systemwette nicht eigens limitiert, sie folgt den Multiples-Regeln.

Welche Mindest- und Höchsteinsätze gelten bei Sporttip und Jouez Sport?

Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1 und der Höchsteinsatz für Einzel- oder Kombinationswetten bei CHF 1’000, für Systemwetten bei CHF 10’000. Bei Jouez Sport liegt der Mindesteinsatz online bei CHF 2 (in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2) und der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten bei CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf bei Jouez Sport insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten, und der Höchstgewinn liegt bei CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Swisslos kann die Sporttip-Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Zeigt ein Quotenrechner die Marge des Anbieters, und was bedeutet diese für den Erwartungswert auf lange Sicht?

Ein Quotenrechner zeigt die Marge nicht. Die Marge steckt in der Quote: bei einem Zwei-Wege-Markt mit beiden Seiten 1.90 ist die Auszahlungsquote 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) ≈ 95 %, die Marge also rund 5 %. Bei beiden Seiten 1.95 sinkt die Marge auf etwa 3 %. Wer den Erwartungswert einer Wette über viele Wetten prüfen will, rechnet die Marge des Marktes auf den durchschnittlichen Einsatz. Bei einer angenommenen Marge von 5 % und einem Jahresumsatz von CHF 5’000 verliert ein Spielender auf lange Sicht rund CHF 250, ohne dass eine einzelne Wette dieses Ergebnis zeigt. Das ist der Erwartungswert: ein statistischer Mittelwert über viele Wetten, keine Garantie für eine einzelne Wette.

Inhalt erstellt vom Team «englandwetteninfo»