Super Bowl Wetten in der Schweiz: Was bleibt von Quote und Angebot übrig?
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Aktualisiert am Oktober 19, 2026 · Geprüft gegen die Gespa-Bewilligungsliste und die Spielregeln von Swisslos Sporttip.
Der Super Bowl LX ist gespielt. Am 8. Februar 2026 besiegten die Seattle Seahawks im Levi’s Stadium von Santa Clara die New England Patriots 29:13, Kenneth Walker III wurde MVP, und ein 30-Sekunden-Werbespot kostete zehn Millionen US-Dollar. Wer jetzt in der Schweiz auf das Endspiel der NFL wetten will, schaut auf die nächste Ausgabe: Super Bowl LXI, 14. Februar 2027, SoFi Stadium in Inglewood. Was zwischen diesen beiden Daten zählt, ist die Frage, wer hierzulande überhaupt eine Super-Bowl-Wette annehmen darf, was sie kostet und wie aus zwei Quoten ein Preis entsteht, der im Schnitt weniger zurückzahlt, als die meisten denken.
Die zwei Veranstalter, die in der Schweiz wetten dürfen
In der Schweiz gibt es für Sportwetten keine Liste mit zehn Anbietern. Es gibt zwei. Das Bundesgesetz über Geldspiele (BGS) erlaubt die Durchführung von Sportwetten als Grossspiel, und die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Jede der beiden Gesellschaften betreut ihr eigenes Vertragsgebiet, und ein Online-Konto lässt sich nur mit Wohnsitz in der jeweiligen Region eröffnen. Wer also im Kanton Zürich wohnt, geht zu Swisslos, wer in Genf wohnt, zur Loterie Romande. Wer in einem Kanton wohnt, den keine der beiden Gesellschaften abdeckt, hat auf dem legalen Weg derzeit keine Möglichkeit, online ein Konto zu eröffnen.

Swisslos Sporttip
Die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel führt die Sportwetten unter dem Namen Sporttip durch, gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen von 2019. Vertragsgebiet sind die Deutschschweizer Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich, dazu der Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Ein Online-Konto ist nur mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in diesem Vertragsgebiet möglich, das Mindestalter liegt bei 18 Jahren, der Ausweis wird bei der Registrierung geprüft.
Loterie Romande Jouez Sport
Die Loterie Romande mit Sitz in Lausanne betreibt Jouez Sport in den sechs Westschweizer Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie unterhält 2’350 Verkaufsstellen in der Romandie und beschäftigt 221 Mitarbeitende, die Kontaktadresse lautet Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Auch hier gilt: Online-Konto nur mit Wohnsitz im Vertragsgebiet, Volljährigkeit und keine bestehende Spielsperre. Wer in einem dieser Kantone wohnt, kann sich online registrieren und die Wetten platzieren, die Jouez Sport im Programm führt.
Was die Gespa-Liste der zugelassenen Wettarten bedeutet
Was auf den Super Bowl gewettet werden darf, ist nicht Sache des Veranstalters allein. Die Gespa, die interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, führt eine geschlossene Liste der erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. American Football und die NFL stehen auf dieser Liste, weshalb Wetten auf das Endspiel überhaupt möglich sind. Die Liste wird in Versionen publiziert, die aktuelle trägt das Datum 10.09.2026. Sie entscheidet auch darüber, ob Live-Wetten auf ein Ereignis angeboten werden dürfen, ob Qualifikationsrunden separat spielbar sind und ob Frauenwettbewerbe Teil des Programms sind. Eckstoss- oder Kartenwetten, wie sie im Fussball üblich sind, fehlen auf der Liste, und ein Esports-Bereich taucht dort ebenfalls nicht auf. Wer eine Wette platzieren will, die nicht auf der Liste steht, kann sie bei einem bewilligten Veranstalter nicht finden. Bei einem unbewilligten Anbieter wäre sie verfügbar, aber unter dem Regime des Schweizer Rechts nicht erlaubt.
Rechtslage: Was erlaubt ist und was nicht
Die Rechtslage in der Schweiz folgt dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) und der Verordnung über Geldspiele (VGS). Sportwetten sind darin als Grossspiele eingeordnet und stehen unter der Aufsicht der Gespa, nicht der Eidgenössischen Spielbankenkommission, die nur für Casinos zuständig ist. Eine Bewilligung umfasst eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung, und sie gilt nach Art. 4 BGS nur in der Schweiz. Wer eine ausländische Lizenz aus Curaçao, Malta oder Deutschland vorweisen kann, hat damit in der Schweiz keine Handhabe.

Was die beiden Bewilligten dürfen
Swisslos und Loterie Romande dürfen mit ihrer Bewilligung Grossspiele durchführen, also Sportwetten und Lotterien. Beide müssen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen ihrer Wettprodukte veröffentlichen, beide sind an die Vorgaben der Gespa gebunden, beide führen die Reingewinne zu einem grossen Teil an die kantonalen Fonds und an die Stiftung Sportförderung Schweiz ab. Swisslos hat für das Geschäftsjahr 2025 einen Reingewinn von 562 Millionen Franken ausgeschüttet, 506 Millionen an die kantonalen Fonds und 56 Millionen an die Stiftung Sportförderung Schweiz, aus den Sportwetten stammten 109 Millionen Franken, nach 122 Millionen im Jahr 2024. Beide Veranstalter haben Pflichten im Spielerschutz zu erfüllen, beide unterstehen der Aufsicht und beide müssen Meldung erstatten.
Was Anbieter ohne Schweizer Bewilligung nicht dürfen
Jede ausländische Marke, die in der Schweiz Sportwetten anbietet, ohne eine Veranstalter- und Spielbewilligung der Gespa zu haben, bewegt sich ausserhalb des Gesetzes. Das Anbieten solcher Wetten ist nach Art. 130 BGS eine Straftat, im gewerbsmässigen Fall drohen bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste mit ausländischen Domains, die Schweizer Internetanbieter per DNS-Sperre blockieren, die Liste umfasste Ende 2025 671 Domains und wird laufend aktualisiert. Wer als Spieler bei einem blockierten Anbieter wettet, macht sich nicht strafbar, riskiert aber, dass Einsatz und Gewinn in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und hat keinen Zugang zum Schweizer Ausschlussregister.
Werbung und Bonusregeln
Werbung für Geldspiele, die in der Schweiz nicht bewilligt sind, ist nach Art. 74 Abs. 3 BGS verboten und kann mit einer Busse bis zu 500’000 Franken geahndet werden. Auch die bewilligten Veranstalter dürfen nicht in jeder Form werben: Die Werbung darf weder aufdringlich noch irreführend sein, sie darf sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Für Gratisspiele und Gratisguthaben, also Boni, Freiwetten und ähnliches, braucht es die vorgängige Zustimmung der Gespa; 2025 hat sie der Loterie Romande 24 und Swisslos 8 Zustimmungen erteilt. Einen Promo-Code, der in der Werbung weitergegeben wird, gibt es auf der legalen Seite nicht zu verbreiten, und der Begriff «Freebet» beschreibt, was im Wettschein tatsächlich passiert: Der Einsatz wird bei einem Gewinn in der Regel nicht zurückbezahlt.
Verantwortung beim Wetten: Was Spieler selbst in der Hand haben
Die Schweiz setzt beim Spielerschutz auf Eigenverantwortung mit klaren Werkzeugen. Wer bei Sporttip oder Jouez Sport ein Konto eröffnen will, muss mindestens 18 Jahre alt sein, die Identität wird gegen Ausweis und Adressdatenbanken geprüft, und pro Person ist nur ein Konto zulässig. Bevor die erste Wette platziert wird, müssen Verlustlimiten für einen, sieben und 30 Tage gesetzt werden, die Obergrenze pro Person liegt bei 9’999 Franken, für unter 21-Jährige bei 1’000 Franken. Eine Senkung des Limits gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden, die Statut würde eigentlich 24 Stunden erlauben, die Veranstalter haben sich aber auf 72 Stunden festgelegt. Zusätzlich kann freiwillig eine Einzahlungslimite für 30 Tage gesetzt werden.
Selbstsperre und Pause
Wer sich selbst ausschliessen will, kann bei Swisslos den Zugang produktbezogen für einen bis 180 Tage sperren, ohne Möglichkeit der vorzeitigen Aufhebung. Eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt für Swisslos, die Loterie Romande, alle Schweizer Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie für das Fürstentum Liechtenstein. Wer aus dem Register aussteigen will, muss nach Art. 84 VGS mindestens drei Monate warten und sich an eine Fachstelle wenden. Eine selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss jeder Veranstalter anbieten. Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat nach Art. 45 BGS keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn.
Testkäufe der Gespa
Die Gespa führt regelmässig Testkäufe an Verkaufsstellen durch, 2025 wurde in 47,5 Prozent von 200 Versuchen an minderjährige Kunden verkauft. Das ist kein Grund, die Verkaufsstellen als sicher zu behandeln, und kein Grund, online auf eine Prüfung zu verzichten, die zu Hause funktioniert. Wer im Familienkreis mit Minderjährigen lebt, sollte das Konto so absichern, dass keine Wette ohne aktive Anmeldung platziert werden kann.
Wettarten rund um den Super Bowl
Das Wettprogramm von Sporttip und Jouez Sport rund um den Super Bowl folgt der Gespa-Liste, nicht dem, was internationale Anbieter zeigen. Was auf der Liste steht, wird gespielt, was nicht draufsteht, fehlt. Drei Gruppen von Wetten prägen den Standard, daneben gibt es Spezialwetten, die je nach Ausgabe ins Programm rücken.
Siegerwette
Die einfachste Form: Wer das Spiel gewinnt, bekommt den Einsatz mal Quote zurück. Da der Super Bowl keine Unentschieden-Option hat wie die Fussball-1X2-Wette, gibt es nur zwei Ausgänge, das Heimteam und das Auswärtsteam, dazu bei Bedarf die Quote für den Titel, die NFL-Conf-Wetten und den Gewinn der Regular Season. Die Quote auf den Sieger ist die am stärksten beworbene Zahl, sie ist aber nur eine von vielen auf dem Wettschein.
Kombiwetten und Systemwetten
Eine Kombiwette multipliziert die Quoten der einzelnen Voraussagen, der Einsatz wird einmal gezahlt, und nur wenn alle Tipps eintreffen, gewinnt der Schein. Bei Sporttip gilt der Mindesteinsatz von einem Franken für Einzel- und Kombinationswetten, der Höchsteinsatz liegt bei 1’000 Franken, für Systemwetten bei 10’000 Franken. Bei einer Systemwette werden mehrere Kombinationen aus den ausgewählten Voraussagen gebildet, ein Teilgewinn ist möglich, wenn nicht alle Tipps eintreffen, der Einsatz ist aber höher.
Spezialwetten
Spezialwetten sind alles, was nicht Siegerwette oder klassische Über/Unter-Wette ist: erste Mannschaft, die punktet, Anzahl der Touchdowns, MVP des Spiels, Halbzeitstand, Margin of Victory, Coin Toss. Welche Spezialwetten ins Programm kommen, hängt von der Gespa-Liste ab. Bei jeder Wette, die nicht klassisch «Wer gewinnt» lautet, lohnt sich ein Blick in die Spielregeln, weil die Definition dessen, was zählt, eng ist.
Was die «reguläre Spielzeit» beim Football bedeutet
Beim Super Bowl zählt für die meisten Wetten das Ergebnis nach Ablauf der regulären Spielzeit von 60 Minuten, nicht das Resultat nach Verlängerung. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus die Nachspielzeit, die Verlängerung zählt nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder die Verlängerung Gegenstand der Wette ist. Beim Super Bowl LI 2017, der mit 34:28 der Patriots gegen die Falcons endete, war die erste Begegnung überhaupt, die in die Overtime ging, eine Erinnerung daran, dass die Quote, die ein Buchmacher auf den Sieger nach regulärer Spielzeit anbietet, in einem solchen Fall für den Wetten-Schein wertlos wird.
Wie Quoten entstehen und was die Marge kostet
Eine Quote ist keine Prognose, sie ist ein Preis, den der Veranstalter für ein Ergebnis zahlt, und in diesem Preis steckt die Marge, also der Anteil, den der Veranstalter im Schnitt einbehält. Wer die Marge nicht sieht, sieht nicht, was eine Wette wirklich kostet.
Die Rechnung hinter dem Preis
Für jeden Markt berechnet der Veranstalter eine Auszahlungsquote, das ist der Anteil aller Einsätze, der im Schnitt an die Wettenden zurückfliesst. In einem Zwei-Wege-Markt mit Quoten von 1.90 auf jede Seite ergibt sich eine Auszahlungsquote von 1 geteilt durch (1 geteilt durch 1,90 plus 1 geteilt durch 1,90), also rund 0,95 oder 95 Prozent. Die Marge ist 100 Prozent minus die Auszahlungsquote, in diesem Beispiel 5 Prozent. Das heisst: Von jedem Franken, der auf diesen Markt gesetzt wird, behält der Veranstalter im Schnitt etwa 5 Rappen, 95 Rappen werden als Gewinn ausgeschüttet. In einem engeren Markt mit Quoten von 1.85 und 1.95 liegt die Auszahlungsquote tiefer, die Marge höher. In einem Drei-Wege-Markt wie der 1X2-Wette im Fussball wird auf drei Ausgänge gerechnet, die Marge liegt hier meist über 5 Prozent.
Für ein Super-Bowl-Endspiel mit Siegerwette und einer kleinen Anzahl an Spezialwetten bewegen sich die Quoten je nach Liquidität in einer Spanne, die im Schnitt eine Marge von etwa 5 Prozent bis 8 Prozent ergibt, je nachdem, wie nahe der Veranstalter an einem ausgeglichenen Buch liegt. Wer auf einen grossen Markt mit vielen Wettenden setzt, bekommt tendenziell eine tiefere Marge als auf einem exotischen Spezialmarkt, wo das Buch unausgeglichen ist und der Veranstalter vorsichtiger quotiert.
Die Marge im Alltag des Wettenden
Die Marge von 5 Prozent bedeutet nicht, dass 5 Prozent der Wetten verlieren. Sie bedeutet, dass ein Wettender, der über sehr viele Wetten hinweg genau die Quoten des Veranstalters spielt, im Schnitt 5 Prozent seines Einsatzes verliert. Wer den Favoriten konsequent spielt, verliert tendenziell weniger, wer den Aussenseiter spielt, mehr, weil die Quote auf den Aussenseiter zwar höher ist, aber so justiert ist, dass die Marge eingepreist bleibt. Das ist der Mechanismus, der das Wetten für den Veranstalter zum Geschäft macht: nicht die einzelne Wette, sondern die Summe vieler Wetten über die Zeit.
Quotenboosts und Kombiboost: Was sie bringen und was nicht
Beide Schweizer Veranstalter kennen Aktionen, die den möglichen Gewinn erhöhen. Sie sehen aus wie Geschenke, sind aber an Bedingungen geknüpft, die ihren Preis haben.
Quotenboosts und Profitboosts
Bei Sporttip sind Quotenboosts nur online nutzbar, nur für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, pro Wettenden nur einmal. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz, sind ebenfalls einmal pro Wettendem nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost, das heisst, wer vorzeitig aussteigt, verliert die Erhöhung. Der Boost ist damit kein Mehrwert für jeden Schein, sondern ein Vorteil, der nur dann zählt, wenn der Tipp auch durchläuft.
Kombiboost
Der Kombiboost von Sporttip gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1,50. Der Bonus auf den Nettogewinn staffelt sich: 5 Prozent bei vier Voraussagen, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn, 100 Prozent bei fünfzehn. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Die Hürde von Quote 1,50 pro Voraussage sorgt dafür, dass ein Schein, der den Boost auslöst, bereits ein Eigenrisiko trägt, das über dem reinen Quotenprodukt liegt. Wer den Boost mitnimmt, weil er «sicherer» wirkt, nimmt eine Konstruktion mit, die mehr verlangt als sie gibt.
Einordnung der Anbieter: Wer bewilligt ist und wer nicht
Die folgende Übersicht zeigt, welche der genannten Marken in der Schweiz eine Bewilligung haben und welche nicht. Die Spalten folgen dem, was die Gespa-Liste und die Spielregeln hergeben, nicht dem, was eine Marketingseite verspricht.
| Marke | Schweizer Bewilligung | Veranstalter / ausgewiesene Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; Aufsicht Gespa |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS) | Loterie Romande, Lausanne; Aufsicht Gespa |
| Playzilla | keine Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Betscore | keine Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Wettigo | keine Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Jackbit | keine Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Sportuna | keine Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| FortuneJack | keine Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| BetPanda | keine Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Bahigo | keine Schweizer Bewilligung | ausgewiesene Lizenz: nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
Die Spalte Veranstalter nennt für die bewilligten Marken die Gesellschaft hinter dem Produkt, für die nicht bewilligten Marken den Befund: Eine ausgewiesene Lizenz ist nicht festgestellt, was nach Art. 4 BGS heisst, dass die Lizenz in der Schweiz keine Wirkung hat. Die Sperrliste der Gespa kann die Domains solcher Anbieter per DNS-Sperre blockieren, und wer dort wettet, hat keinen Zugang zum Schweizer Ausschlussregister, keine Schweizer Aufsicht und keine Schweizer Beschwerdestelle.
Swisslos Sporttip im Detail
Swisslos Sporttip ist der eine der zwei Veranstalter, die in der Schweiz legal Sportwetten anbieten. Sitz der Genossenschaft ist Basel, das Vertragsgebiet umfasst die Deutschschweizer Kantone, den Kanton Tessin und Liechtenstein, und das Online-Konto ist nur mit Wohnsitz in diesem Gebiet möglich. Sporttip bietet Einzel-, Kombi- und Systemwetten an, die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit, die Verlängerung zählt nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder Gegenstand der Wette ist. Der Mindesteinsatz liegt bei einem Franken, der Höchsteinsatz bei 1’000 Franken pro Einzel- oder Kombinationswette und 10’000 Franken pro Systemwette. Cash-Out ist verfügbar für Einzel-, Kombi- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung, eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.
Quotenboosts, Kombiboost, Cash-Out
Der Quotenboost und der Profitboost sind online verfügbar, jeweils einmal pro Wettendem und mit Limiten in Einsatz und Erhöhung. Der Kombiboost staffelt von 5 Prozent auf vier Voraussagen bis 100 Prozent auf fünfzehn Voraussagen, mit einer Mindestquote von 1,50 pro Voraussage. Cash-Out gibt es nur als vollständige Auszahlung, der Betrag liegt unter dem möglichen nicht vorzeitigen Wettgewinn, hängt vom Stand der Ereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden, Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Bet-Builder
Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne die Funktion an, kann die ganze Kombinationswette für ungültig erklärt und der Einsatz zurückerstattet werden. Der Bet-Builder ist damit die offizielle Schnittstelle für alles, was auf demselben Spiel gleichzeitig kombiniert werden soll, etwa Sieger und Anzahl Touchdowns, und gleichzeitig der einzige Weg, wie solche Wetten rechtssicher angenommen werden.
Verlustlimiten und Spielsperre
Vor der ersten Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, die Obergrenze pro Person liegt bei 9’999 Franken, unter 21 Jahren bei 1’000 Franken. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden, freiwillig kann eine Einzahlungslimite für 30 Tage gesetzt werden. Die Selbstsperre ist produktbezogen für 1 bis 180 Tage möglich, eine unbefristete Spielsperre wird in das schweizweite Register eingetragen und gilt auch für Casinos und Liechtenstein.
Urteil
Für Spieler in der Deutschschweiz und im Tessin ist Sporttip die einzige legale Adresse für eine Super-Bowl-Wette in der Schweiz, mit klaren Spielregeln, schweizweiter Aufsicht und Zugang zum hiesigen Ausschlussregister. Die Marge auf Standardmärkten bewegt sich in einem typischen Rahmen, das Wettprogramm ist breit genug, um den Super Bowl mit Siegerwette und einer Auswahl an Spezialwetten abzudecken. Wer auf Spezialwetten aus ist, die auf der Gespa-Liste nicht stehen, oder auf eine breitere Auswahl an Live-Märkten, wird mit dem bewilligten Angebot nicht bedient, und genau hier beginnt der Bereich, in dem ausländische Marken ihre Angebote platzieren.
Loterie Romande Jouez Sport im Detail
Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sitz der Gesellschaft ist Lausanne, mit 2’350 Verkaufsstellen in der Romandie und 221 Mitarbeitenden. Online-Konten sind nur mit Wohnsitz im Vertragsgebiet möglich, die Registrierung verlangt Volljährigkeit und die übliche Identitätsprüfung. Das Wettprogramm umfasst die üblichen Wettarten, die im Rahmen der Gespa-Liste zugelassen sind, inklusive Siegerwetten auf den Super Bowl, soweit American Football im Programm steht.
Quoten, Cash-Out, Limits
Die genauen Quotenstaffelungen und die Verfügbarkeit von Cash-Out und Boosts regelt die Loterie Romande in ihren eigenen Spielregeln, die sie auf ihrer Seite veröffentlicht. Die Strukturen gleichen jenen von Sporttip, weil beide Veranstalter denselben gesetzlichen Rahmen erfüllen müssen: Limits vor der ersten Wette, eine Sperre, die in das gemeinsame Register eingetragen wird, und die Pflicht, Gratisguthaben vorgängig von der Gespa bewilligen zu lassen. Wo die konkreten Quoten und Boosts liegen, ist Sache der Westschweizer Veranstalterin, sie liegen aber im selben Marktumfeld wie bei Swisslos.
Spielerschutz und Limits
Auch bei der Loterie Romande müssen vor der ersten Wette Verlustlimiten gesetzt werden, und die Spielsperre greift schweizweit, sobald sie im Register eingetragen ist. Eine Person, die bei Swisslos gesperrt ist, kann nicht gleichzeitig bei der Loterie Romande spielen, und umgekehrt. Die beiden Veranstalter teilen sich das Schutzregister und die Aufsicht durch die Gespa.
Fazit zum Angebot
Wer in der Romandie wohnt, hat mit Jouez Sport eine legale und gut eingespielte Adresse, die ihren Schwerpunkt im Verkauf über die Verkaufsstellen hat, aber auch online erreichbar ist. Der Service ist auf das Vertragsgebiet zugeschnitten, das Wettprogramm folgt der Gespa-Liste, und die Aufsicht ist dieselbe wie bei Swisslos. Für einen Super-Bowl-Tipp in der Westschweiz ist das die reguläre Adresse, mit den gleichen Vor- und Nachteilen, die das Schweizer System mit sich bringt.
Playzilla, Betscore, Wettigo, Jackbit, Sportuna, FortuneJack, BetPanda, Bahigo: Was hinter den nicht bewilligten Marken steht
Die übrigen acht Marken dieser Übersicht haben keine Schweizer Bewilligung. Sie sind international aufgestellt, mit Lizenzen, die in anderen Jurisdiktionen ausgestellt sind, und sie sind in der Schweiz nach Art. 4 BGS nicht anerkannt. Ihre Domains können auf der Sperrliste der Gespa landen, und einige sind bereits gelistet oder tauchen in Berichten über Domain-Hopping auf, bei dem blockierte Domains durch neue ersetzt werden.
Was sie im Vergleich bieten
Internationale Anbieter werben mit einem breiteren Wettprogramm, mehr Spezialwetten, tieferen Margen, eigenen Live-Streams, einer App und Bonusaktionen, die in der Schweiz so nicht erlaubt wären. Wer als Schweizer Spieler auf einer solchen Seite ein Konto eröffnet, bewegt sich ausserhalb des BGS, hat keinen Zugang zum schweizweiten Ausschlussregister, keine Schweizer Aufsicht, keine Schweizer Beschwerdestelle, und riskiert, dass Einsatz und Gewinn in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Die breitere Auswahl an Wetten ist damit kein Geschenk, sondern ein Tausch: Marktbreite gegen fehlenden Schutz.
Die Marge als Vergleichspunkt
Die Marge auf den grossen Märkten ist bei internationalen Anbietern oft ähnlich wie bei den Schweizer Veranstaltern, sie kann aber auf den kleineren Spezialmärkten tiefer liegen, weil die Liquidität dort oft grösser ist. Das ist die Stelle, an der die Werbung etwas zurücknimmt, was die Gespa-Liste verweigert, aber es ist kein tauschfreier Vorteil, es ist ein Tausch gegen den Schutz, den das Schweizer System bietet. Wer den Schutz nicht braucht, kann die Marge als reines Preissignal lesen, wer ihn braucht, sieht im fehlenden Schutz den eigentlichen Preis.
Urteil — FortuneJack
Diese Marken sind für einen Schweizer Spieler, der mit Wohnsitz im Vertragsgebiet von Swisslos oder Loterie Romande wettet, schlicht nicht erlaubt, und sie stehen hier, weil sie im Markt sichtbar sind, nicht weil sie eine Alternative wären. Wer aus einem nicht abgedeckten Kanton stammt, hat auf dem legalen Weg keine Möglichkeit, online ein Konto zu eröffnen, und genau diese Lücke ist der Grund, warum ausländische Anbieter in der Schweiz überhaupt wahrgenommen werden. Diese Lücke wird nicht durch das Angebot dieser Marken geschlossen, sondern durch den Hinweis, dass eine Wette dort gegen das BGS verstösst.
Steuern, Auszahlung und Verrechnungssteuer
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind nach dem ESTV-Regime bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei. Der Bundesfreibetrag liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 1’071’000 Franken, im Jahr 2025 lag er bei 1’070’400 Franken. Der kantonale Freibetrag kann davon abweichen, weshalb der Hinweis «je nach Kanton» in jedem Fall gilt. Über dem Freibetrag behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Ein typischer Wettgewinn liegt weit unter dem Freibetrag, die Frage stellt sich für die meisten Wettenden also nicht.
Gewinne ausländischer Anbieter
Gewinne ausländischer Anbieter unterliegen keiner Verrechnungssteuer, weil die Schweiz dort nicht einzugsberechtigt ist. Die kantonale Praxis ist aber unterschiedlich: Der Kanton Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als steuerbares Einkommen, andere Kantone folgen anderen Regeln. Wer bei einem nicht bewilligten Anbieter gewinnt, sollte die Frage mit dem kantonalen Steueramt oder einem Steuerberater klären, und zwar bevor der Gewinn ausgegeben ist.
Auszahlung und Spielerkonto
Gewinne und Guthaben werden nach Art. 50 Abs. 2 VGS nur auf ein Zahlungskonto ausbezahlt, das auf den Namen der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers lautet. Anonyme Auszahlungen und Kryptowährungen sind im bewilligten System nicht möglich, eine Wette auf eine Krypto-Adresse lässt sich bei Sporttip oder Jouez Sport nicht platzieren. Die Veranstalter dürfen nach Art. 75 Abs. 1 BGS keinen Kredit an Spielerinnen und Spieler gewähren, das heisst, es gibt keine Wette auf Kredit.
Welche Zahlungsmittel akzeptiert werden
Welche Zahlungsmittel ein Veranstalter im Einzelfall akzeptiert, ist dessen eigene Sache und steht in seinen Spielregeln und Teilnahmebedingungen. Eine schweizweite Sperre für Zahlungen an nicht bewilligte Anbieter gibt es nicht, der Zahlungsverkehr wird von den Banken und Kartenherausgebern nach deren eigenen Regeln gehandhabt. Wer auf einer ausländischen Seite einzahlt, sollte sich bewusst sein, dass die Karte belastet wird und die Rückbuchung im Streitfall Sache des Kartenherausgebers ist, nicht der Schweizer Aufsicht.
Häufige Fragen
Ist eine Wette auf den Super Bowl in der Schweiz legal?
Ja, aber nur bei Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport, den beiden nach dem Geldspielgesetz bewilligten Veranstaltern. Jede ausländische Marke hat in der Schweiz keine Wirkung, ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste landen, und der Spieler hat dort keinen Zugang zum Schweizer Ausschlussregister und keine Schweizer Aufsicht.
Steht American Football auf der Gespa-Liste der zugelassenen Wettarten?
Ja, American Football und die NFL stehen auf der Liste, sonst liesse sich der Super Bowl überhaupt nicht bei einem bewilligten Veranstalter spielen. Die Liste regelt auch, welche Spezialwetten zulässig sind, und schliesst Wetten aus, die nicht auf der Liste stehen, etwa Eckstoss- oder Kartenmärkte und Esports.
Wann und wo findet der nächste Super Bowl statt?
Der Super Bowl LXI ist für den 14. Februar 2027 im SoFi Stadium in Inglewood, Kalifornien, angesetzt. Der Super Bowl wird traditionell am zweiten Sonntag im Februar ausgetragen, das genaue Datum legt die NFL in der Regel einige Jahre im Voraus fest.
Was bedeutet die Marge auf einer Quote?
Die Marge ist der Anteil, den der Veranstalter im Schnitt einbehält. Bei einer Siegerwette mit zwei Ausgängen und Quoten von 1,90 auf jeder Seite liegt die Auszahlungsquote bei rund 95 Prozent, die Marge entsprechend bei 5 Prozent. Wer über sehr viele Wetten spielt, verliert im Schnitt 5 Prozent seines Einsatzes, das ist der Preis der Wette.
Wie berechnet sich der Gewinn einer Kombiwette?
Die Quoten der einzelnen Voraussagen werden multipliziert, der Einsatz wird einmal gezahlt, und nur wenn alle Tipps eintreffen, gewinnt der Schein. Bei einem Einsatz von 10 Franken und drei Voraussagen mit Quoten von 1,80, 2,10 und 1,95 ergibt sich eine Gesamtquote von etwa 7,37, der Bruttogewinn 73,70 Franken, der Nettogewinn 63,70 Franken.
Zählt die Verlängerung bei Sporttip-Wetten zum Ergebnis?
Nein, in der Regel zählt das Ergebnis nach Ablauf der regulären Spielzeit von 60 Minuten plus Nachspielzeit, die Verlängerung wird nur berücksichtigt, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette ist. Beim Super Bowl LI 2017, dem ersten Endspiel in der Overtime, zeigt sich, wie relevant diese Unterscheidung ist.
US-Sport – englandwetteninfo
Inhalt erstellt vom Team «englandwetteninfo»
