Online Biathlon Wetten in der Schweiz – was erlaubt ist und was es kostet

Updated Oktober 2026
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Eine verschneite Langlaufloipe führt durch Tannenwald im Morgenlicht, frische Spuren im Schnee, dahinter Berge im Dunst.

Oktober 19, 2026 – geprüft gegen die Spielregeln Sporttip Version 4.2 (Stand 14.10.2026), den Geschäftsbericht 2025 von Swisslos sowie die Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten der Gespa (Version 10.09.2026).

Im Biathlon kostet ein Fehlschuss in Sprint, Verfolgung, Massenstart und Staffel eine Strafrunde von 150 m.

Wer in der Schweiz auf Biathlon wetten will, hat genau zwei Wege: Swisslos mit Sporttip in der Deutschschweiz, im Tessin und in Liechtenstein, sowie die Loterie Romande mit Jouez Sport in der Westschweiz. Was beide anbieten dürfen, steht nicht in ihrer Hand, sondern in einer Liste der Gespa – und was dort nicht steht, gibt es auch nicht zu wetten. Dieser Überblick sortiert das Angebot, erläutert die im Biathlon-Kalender üblichen Wettarten und zeigt auf, wie Einsatz und Quote zusammenhängen. Wer eine Wette bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung setzt, verliert den Schutz des Geldspielgesetzes – auch wenn die Seite athletisch aussieht.

Rechtslage: nur zwei Veranstalter, eine Liste, eine Aufsicht

Das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) definiert Sportwetten als Grossspiel. Bewilligt werden sie allein von den beiden interkantonalen Lotteriegenossenschaften – Swisslos und Loterie Romande – jeweils in ihrem Vertragsgebiet. Die Aufsicht führt die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht) in Bern; sie ist nicht zu verwechseln mit der ESBK, die nur Spielbanken beaufsichtigt.

Eine Seilbahnkabine schwebt über einem verschneiten Tal, die Sonne bricht durch die Wolken und beleuchtet die Hänge.
Biathlon gehört seit 1960 mit dem 20-km-Rennen der Männer zum olympischen Programm; Wettbewerbe der Frauen wurden erstmals 1992 in Albertville ausgetragen.

Die Bewilligung umfasst zwei Teile: eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Wettart. Eine Bewilligung «gilt nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS). Eine ausländische Lizenz – aus Malta, Curaçao, Deutschland oder einem anderen Land – hat hier keine Kraft. Wer ohne Schweizer Bewilligung organisiert, macht sich strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Der Spielende wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und der Schutz nach BGS greift nicht.

Wer in welchem Kanton anbietet

Ein Online-Konto bei einem der beiden ist nur mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im jeweiligen Vertragsgebiet möglich. Wer in Genf wohnt, kann sich nicht bei Swisslos registrieren – und umgekehrt. Beide Veranstalter sind Genossenschaften; ihre Reingewinne fliessen zu fast hundert Prozent an die Kantone und an die Stiftung Sportförderung Schweiz. Das ist kein Marketingversprechen, sondern eine gesetzliche Pflicht (Art. 125 BGS).

Ein Paar Langlaufskier steckt aufrecht im Schnee neben einem Holzzaun, die Sonne glitzert auf Eiskristallen.
Beim Biathlon-Schiessen beträgt die Entfernung zu den Scheiben 50 m.

Was wettbar ist – die Gespa-Liste

Was gewettet werden darf, steht in einer geschlossenen Liste: Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, die die Gespa führt. Die Liste nennt für Biathlon die Rennen, die im Weltcup- und WM-Kalender ausgetragen werden. Was dort nicht auftaucht, ist auch nicht wettbar – Eckenwetten, Kartenmärkte oder ein Esports-Kapital fehlen vollständig. Qualifikationsläufe sind nur dann wettbar, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind; Frauen-Wettbewerbe ebenfalls nur bei Nennung. Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Live-Wetten sind zugelassen, vor Spielbeginn und live, wo der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hält; das BGS schränkt bestimmte Live-Märkte nicht zusätzlich ein.

Werbung, Zugang und Sperrliste

Werbung für in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und mit einer Busse bis zu CHF 500’000 bedroht (Art. 131 BGS). Die Gespa führt zudem eine Sperrliste mit Domains ausländischer Anbieter, die Schweizer Internetanbieter per DNS blockieren; Ende 2025 standen 671 Domains auf der Liste, blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt, was die Gespa selbst als Domain-Hopping beschreibt. Die Sperrliste ist eine Aufsichtsmassnahme gegen unerlaubte Angebote, kein Werkzeug gegen einzelne Spielende.

Verlustlimiten, Spielsperre und Spielerschutz – die Schutzmechanismen vor dem ersten Tipp

Das Geldspielgesetz verlangt vom Veranstalter, vor der ersten Wette Verlustlimiten zu setzen. Diese Limits setzt der Spielende selbst, nicht der Staat; es gibt in der Schweiz keine staatlich festgelegte Einzahlungs-Obergrenze. Bei Swisslos heisst das konkret: Pflichtlimiten für 1, 7 und 30 Tage (Obergrenze CHF 9’999, für unter 21-Jährige CHF 1’000), dazu eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage. Senkungen gelten sofort, Erhöhungen erst nach 72 Stunden – das BGS schreibt nur 24 Stunden vor, die 72 Stunden sind die strengere Anwendungsregel der Veranstalter.

Wer sich aussperren will, kann den Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne vorzeitige Aufhebung. Eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Spielbanken – einschliesslich Online-Casinos – sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten aufheben (Art. 84 VGS), unter Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Wer gesperrt ist oder das 18. Altersjahr noch nicht erreicht hat, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).

Identitätsprüfung: Zur Online-Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre, Wohnsitz im Vertragsgebiet, keine bestehende Spielsperre, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Das ist kein Detail, sondern Voraussetzung dafür, dass der Veranstalter überhaupt ein Konto eröffnen darf.

Sportlerinnen und Sportler, die an einem Wettbewerb teilnehmen, dürfen auf dieses Ereignis nicht selbst wetten – ein klassisches Wettverbot für Insider, das BGS deckt.

Was die Schutzmassnahmen praktisch bedeuten

Wer mit einem engen Budget spielt, setzt sich selbst eine 1-Tages-Limite, die unter dem durchschnittlichen Tagesverdienst liegt; Erhöhungen greifen erst am vierten Tag. Wer in einer Krisephase spielt, wählt die Spielsperre von 180 Tagen, weil die kürzesten Sperren erfahrungsgemäss am seltensten durchgehalten werden. Wer als Minderjähriger im Haushalt lebt, dem ist die Online-Teilnahme technisch versperrt – das schützt auch Erwachsene, deren Ausweis gemeinsam genutzt wird. Der Punkt ist: Die Schutzarchitektur setzt voraus, dass die Schutzlimiten genutzt werden. Ein Konto mit Tageslimite CHF 9’999 ist rechtlich zulässig, aber für die meisten Spielenden das falsche Mass.

Biathlon als Wettsport: Laufen, Schiessen und was eine Strafrunde kostet

Biathlon verbindet Langlauf und Schiessen. Wer auf das Rennen wettet, wettet auf das Ergebnis dieser Verbindung – und nicht auf das beste Schiessen oder den schnellsten Lauf allein.

Disziplinen und Strafen

Im Weltcup werden sieben Disziplinen ausgetragen: Einzel, Sprint, Verfolgung, Massenstart, Staffel, Mixed-Staffel und Single-Mixed-Staffel. Ein Fehlschuss bedeutet in Sprint, Verfolgung, Massenstart und Staffel eine Strafrunde von 150 m; in der Single-Mixed-Staffel sind es 75 m. Im Einzelrennen wird pro Fehlschuss eine Strafminute auf die Laufzeit addiert, weil eine 150-m-Runde läuferisch nicht aufgeholt werden kann. Die Schussdistanz beträgt 50 m; beim Liegendschiessen ist die Trefferfläche 4,5 cm im Durchmesser, beim Stehendschiessen 11,5 cm – der schwierigste Schuss entscheidet Rennen.

Diese Mechanik bestimmt, was gewettet werden kann. Ein Massenstart mit 30 Athletinnen und Athleten hat 30 mögliche Siegerinnen – eine Quote auf jede Einzelne ist Wettart, kein Kuriosum. Eine Wette auf die Schiessquote (Anzahl Fehlschüsse) ist nicht dasselbe wie eine Wette auf den Sieg: zwei Schützen können gleich viele Fehlschüsse haben und trotzdem verschieden platziert sein, weil die Laufzeit entscheidet.

Weltcup-Punkte und historische Eckwerte

Im Weltcup erhält der Sieger eines Einzelrennens seit der Saison 2022/23 90 Punkte; von 2008/09 bis 2021/22 waren es 60 Punkte. Die Gesamtsiegerin und der Gesamtsieger erhalten die «grosse Kristallkugel», die Disziplinensiegerinnen und -sieger die «kleinen Kristallkugeln». Rekordsieger im Gesamtweltcup sind Martin Fourcade bei den Männern mit sieben grossen Kugeln und Magdalena Forsberg bei den Frauen mit sechs – Werte, an denen sich aktuelle Saisonen messen lassen müssen. Die ersten Weltmeisterschaften der Männer fanden 1958 in Saalfelden statt, die der Frauen 1984; seit 1989 werden sie gemeinsam ausgetragen. Biathlon gehört seit 1960 zum olympischen Programm, das 20-km-Rennen der Männer war die erste olympische Disziplin; Frauen-Wettbewerbe kamen 1992 in Albertville dazu. Der Weltverband IBU entstand nach der Saison 1993/94, als sich der Biathlon von der UIPMB trennte – das ist für Wettende nur insofern relevant, als Regeländerungen seither von der IBU ausgehen.

Wettarten im Biathlon-Kalender – was die Veranstalter anbieten und was nicht

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; in Sportarten ohne Spieldauer zählt die volle Wettzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen werden nur dann mitgerechnet, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Beim Biathlon ist «Spielzeit» schlicht die Rennzeit, weshalb diese Feinheiten weniger greifen als im Fussball – aber sie stehen im Regelwerk.

Einzelwette, Kombiwette, Systemwette

Eine Einzelwette ist eine Voraussage auf ein Ereignis. Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1; der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette beträgt CHF 1’000, für eine Systemwette CHF 10’000. Der Veranstalter kann die Limits jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Das ist nicht symbolisch: Wer das Limit nicht beachtet, sieht die Wette schlicht nicht im Wettschein.

Eine Kombiwette (Kombiboost) verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen. Der Boost gilt nur online (Prematch, Live, Systemwetten), ist im Einsatz und in der Gewinnerhöhung limitiert, und bei Cash-Out verfällt der Boost. Eine Systemwette verteilt den Einsatz auf mehrere Kombinationen, etwa 2 aus 3 oder 3 aus 4; sie kostet mehr Einsatz, federt aber einen Fehltreffer ab. Beim Kombiboost zählt nur die Variante, die alle Bedingungen exakt erfüllt.

Livewetten und Cash-Out

Livewetten bei Sporttip gelten unabhängig davon, ob das Ereignis tatsächlich live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen – im Biathlon wären das etwa Rennunterbrechungen oder Disqualifikationen – kann der Veranstalter Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Im Biathlon sind Livewetten interessant, weil sich das Rennen in Sekunden drehen kann: ein Strafrunden-Zwischenfall verändert die Reihenfolge, eine geschlossene Windrose trifft alle gleichzeitig, und die Quote auf den Führenden sinkt, während jene auf die Verfolger steigt.

Cash-Out bei Sporttip ist nur als vollständiges Cash-Out verfügbar, nicht als Teilauszahlung; es gilt für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Ereignisse ab und kann vom Veranstalter jederzeit geändert werden – es besteht kein Anspruch auf Cash-Out für jeden Markt, und ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. Für Biathlon-Wetten heisst das: Wer nach dem ersten Schiessen aussteigen will, kann das tun, akzeptiert aber einen Abschlag gegenüber dem Endwert, sofern die Wette ohne Eingriff gewonnen hätte.

Voneinander abhängige Ereignisse und der Bet-Builder

Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung – etwa «wenn X gewinnt, dann unter Y Minuten» – werden bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Werden solche Kombinationen irrtümlich ohne diese Funktion angenommen, kann der Veranstalter die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Im Biathlon entspricht das der Idee, mehrere Rennaspekte in einer Wette zu bündeln – etwa Sieger und Schiessgenauigkeit – was nur als Bet-Builder zulässig ist.

Quotenboosts und Profitboosts

Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; sie sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und im Einsatz und in der Erhöhung limitiert. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Ereignisses um einen angegebenen Prozentsatz, ebenfalls pro Wettenden nur einmal nutzbar und limitiert. Bei Cash-Out verfällt der Boost. Beide Boosts sind keine Geldgeschenke – eine um 25 % erhöhte Quote auf einen Favoriten, der tatsächlich gewinnt, ist immer noch eine Wette zu einer Quote, in der die Marge steckt. Welche Boosts im aktuellen Programm laufen, wechselt wöchentlich; das Detail steht im Wettprogramm, nicht in dieser Übersicht.

Wie viel eine Wette zurückbringt – eine Rechnung mit zwei Annahmen

Die Rechnung einer Wette ist einfach, wenn man das Wort Quote als Preis pro eingesetztem Franken liest. Bei einer Einzelwette mit Quote q und Einsatz e gilt: Auszahlung im Gewinnfall = e × q, Reingewinn = e × (q − 1). Bei einer Kombiwette mit n Beinen multiplizieren sich die Quoten zur Gesamtquote, sofern keine Runde ausfällt; der Reingewinn ist dann e × (q₁ × q₂ × … × qₙ − 1).

Nehmen wir für die folgende Rechnung zwei Annahmen an, beide ausserhalb jedes realen Rennens, um die Mechanik zu zeigen:

Klingt nach viel – und genau hier liegt die Stelle, an der die Rechnung stehen muss. Eine Quote ist kein Wahrscheinlichkeitsmass, auch wenn sie so aussieht. Eine Quote von 2.10 entspricht einer «fairen» Wahrscheinlichkeit von rund 47.6 %; eine Quote von 4.32 entspricht rund 23.1 %. Liegt die wirkliche Siegerwahrscheinlichkeit des Athleten oder der Athletin unter diesem Wert, verliert die Wette auf Dauer Geld, auch wenn einzelne Treffer das verschleiern.

Was die Marge der Buchmacherin kostet

Bei zwei Aussenseiten mit Quoten 1.90 und 1.90 – ein Beispielmarkt, kein konkretes Angebot – addiert sich die implizierte Wahrscheinlichkeit zu 1/1.90 + 1/1.90 = 1.0526, also 105.26 % der eingesetzten Einheit. Die Auszahlungsquote (payout share) ist 1 ÷ 1.0526 = 95.0 %, die Marge 5.0 %.

Das heisst: Von jedem Franken, der in einem ausgeglichenen Zwei-Wege-Markt gesetzt wird, wandern rund 5 Cent an die Veranstalterin – unabhängig davon, welches Ergebnis eintritt. Auf 20 Wetten zu diesem Markt verliert eine Spielende, die keine Trefferquote über 50 % erreicht, im Sicht über alle Wetten 5 Cent pro Franken Einsatz; gewinnt sie 50 % der Wetten, bricht sie den Markt; gewinnt sie mehr, liegt sie vorne, verliert auf Dauer aber gegen jede Quote unter 1.91 auf beiden Seiten.

Für Wetten auf Biathlon-Rennen heisst das: Wer eine Siegwette mit Quote 4.50 abschliesst, zahlt implizit in eine Marge, die umso grösser ist, je länger das Feld und je spekulativer die Wette ist. Eine Wette auf den Sieger in einem 60-Köpfe-Feld hat selten eine faire Quote; die Differenz steckt im Preisschild.

Anbieter im Vergleich – was die zwei Bewilligten können und was offshore Marken nicht können

Anbieter Bewilligung Status / Lizenz
Swisslos (Sporttip) Ja Bewilligt (Gespa)
Loterie Romande (Jouez Sport) Ja Bewilligt (Gespa)
Andere Marken Nein Ohne Schweizer Bewilligung

Die Schweiz kennt keine breite Liste bewilligter Sportwetten-Anbieter – sie kennt nur zwei. Alles andere ist ausländisch und nicht bewilligt. Wer in der Schweiz wettet, wählt also nicht zwischen «mehreren seriösen Marken», sondern zwischen den beiden Veranstaltern und der Frage, ob er überhaupt bei einem nicht bewilligten Anbieter spielen will.

Swisslos Sporttip

Swisslos ist die Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel. Sie veranstaltet Sportwetten unter dem Markennamen Sporttip; die Rechtsgrundlage ist die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Der Reingewinn 2025 betrug CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz; CHF 109 Mio. stammten aus den Sportwetten, verglichen mit CHF 122 Mio. im Jahr 2024 – ein Rückgang, der zeigt, dass das Geldspielgesetz nicht garantiert, dass die Wetten wachsen.

Das Angebot für Biathlon entspricht dem, was die Gespa-Liste zulässt: die Rennen des Weltcups und der WM, in den Wettarten, die dort genannt sind. Bei Sporttip ist die Online-Registrierung an Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet gebunden (Deutschschweiz, Tessin, Liechtenstein); Personen unter 18 sind ausgeschlossen, bestehende Spielsperren werden geprüft. Cash-Out ist online verfügbar, nur als vollständiges Cash-Out, ohne Garantie pro Markt. Sporttip kombiniert Limiten (Pflichtlimiten 1/7/30 Tage, Obergrenze CHF 9’999, für unter 21-Jährige CHF 1’000) mit einer 72-Stunden-Frist für Erhöhungen.

Für Biathlon-Wetten heisst das: Wer in der Deutschschweiz wohnt und Wert auf eine Schweizer Bewilligung, geregelten Spielerschutz und Auszahlung in CHF legt, ist hier am richtigen Ort. Die Kehrseite: Das Angebot ist closed – was die Gespa-Liste nicht führt, gibt es nicht. Wer eine exotischere Wette (etwa Kombinationen über verschiedene Wintersportarten in einem Wettschein) sucht, wird sie hier selten finden.

Loterie Romande Jouez Sport

Die Loterie Romande ist die Veranstalterin für die Westschweiz mit Sitz in Lausanne und 2’350 Verkaufsstellen in der Romandie sowie 221 Mitarbeitenden. Sie betreibt Sportwetten unter dem Namen Jouez Sport. Das Angebot folgt demselben Rahmen wie Sporttip – bewilligt nach BGS, beaufsichtigt von der Gespa – und ist auf die Kantone FR, GE, JU, NE, VD und VS beschränkt.

Für Westschweizer Spielende ist das die reguläre Adresse, mit denselben Schutzmechanismen und denselben Einsatzlimiten. Die Marke Jouez Sport tritt ergänzend zur Loterie Romande auf, die auch Lotterien führt; die Spielregeln sind mit Sporttip vergleichbar, aber nicht identisch – Details stehen in den jeweiligen Bedingungen.

Ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung

Die übrigen Anbieter – MyBet, 22Bet, Jackbit, Interwetten, AmunRa, 20Bet, Boomerang Bet, Sportaza und andere – sind in der Schweiz nicht bewilligt. Ihre Lizenzen aus anderen Ländern (Malta, Curaçao, Deutschland und andere) haben in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Die Marken sind nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen, es gibt keine Schweizer Aufsicht, kein Schweizer Rekursrecht, und ihre Domains stehen auf der Gespa-Sperrliste, die Schweizer Internetanbieter per DNS blockieren. Dass die Seite athletisch aussieht, Live-Quoten anbietet und Cash-Out bewirbt, ändert daran nichts.

Wer bei einer dieser Marken spielt, spielt ohne den Schutz des Geldspielgesetzes: keine Spielsperre, die hier greift, keine Schweizer Beschwerdestelle, kein Einlagenschutz, und im Streitfall das ausländische Recht des ausländischen Veranstalters. Schweizer Werbung für diese Angebote ist verboten und mit Busse bedroht; wer den Anbieter überhaupt in der Schweiz erreicht, hat den Schutz von Gesetzes wegen verlassen.

Steuern und Auszahlung – was vom Gewinn tatsächlich beim Spielenden bleibt

Wettgewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen – wozu das ESTV Sportwetten zählt – sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei. Der bundesrechtliche Schwellenwert beträgt ab dem 1.1.2026 CHF 1’071’000; bis Ende 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Oberhalb der Schwelle zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Der kantonale Schwellenwert weicht ab, weshalb die Faustregel «je nach Kanton» lautet – nie eine einzelne kantonale Zahl behaupten.

Für die grosse Mehrheit der Spielenden gilt: Wer unter dem Freibetrag bleibt, zahlt keine Einkommensteuer auf den Wettgewinn und keine Verrechnungssteuer. Das gilt auch für einzelne hohe Treffer – entscheidend ist die Höhe pro Gewinnereignis, nicht eine Kumulation über das Jahr. Wer die Schwelle reisst, deklariert den Gewinn und erhält die Verrechnungssteuer über die Steuererklärung vollständig zurück, sofern nichts anderes greift.

Gewinne ausländischer Anbieter unterliegen keiner Schweizer Verrechnungssteuer, sind aber nach kantonalem Recht steuerbar; der Kanton Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen ohne Freibetrag als voll steuerbares Einkommen – ein Grund, warum eine Beratung beim kantonalen Steueramt sinnvoll ist, bevor man sich auf einen vermeintlich unversteuerten Gewinn verlässt.

Auszahlung und Zahlungswege

Gewinne und Guthaben werden auf ein Zahlungskonto im Namen der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers ausbezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme Auszahlungen oder Auszahlungen in Kryptowährungen gibt es bei bewilligten Schweizer Anbietern nicht. Kreditierung an Spielende ist verboten (Art. 75 Abs. 1 BGS) – der Veranstalter darf also nicht in Vorleistung gehen. Welche Zahlungsmittel ein Veranstalter konkret akzeptiert, steht in dessen Bedingungen; eine Schweizer Sperrliste gegen Zahlungen an unbewilligte Anbieter existiert nicht, weshalb eine Bank oder Kartenherausgeberin Zahlungen dorthin nicht automatisch blockiert.

Häufige Fragen

Ist Biathlon-Wetten in der Schweiz erlaubt, und bei wem?

Ja, aber nur über die zwei bewilligten Veranstalter: Swisslos mit Sporttip in der Deutschschweiz, im Tessin und in Liechtenstein sowie die Loterie Romande mit Jouez Sport in den sechs Westschweizer Kantonen (FR, GE, JU, NE, VD, VS). Beide führen ausschliesslich die Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, die auf der Gespa-Liste stehen; eine Wette ausserhalb dieser Liste ist nicht zulässig. Ausländische Anbieter sind in der Schweiz nicht bewilligt, ihre Lizenzen aus anderen Ländern haben hier keine Kraft.

Welche Wettarten gibt es bei einem Rennen mit vielen Startenden?

Bei grossen Feldern wie im Weltcup oder WM-Massenstart sind Einzelwetten auf jede Starterin und jeden Starter üblich, dazu Kombiwetten und Systemwetten, bei denen mehrere Voraussagen kombiniert werden. Voneinander abhängige Wetten auf dasselbe Rennen – etwa Siegerin und Schiessgenauigkeit in einer Wette – werden nur über die Bet-Builder-Funktion angeboten. Langzeitwetten auf Weltcup-Gesamtsiege oder Disziplinenwertungen sind ebenfalls möglich, soweit die Gespa-Liste sie führt.

Wie entsteht eine Prognose, und warum gibt es keinen sicheren Tipp?

Eine Prognose entsteht aus Form, Schiessleistung, Startposition, Wetter und Streckenprofil – nicht aus einer Quelle allein. Selbst eine sorgfältig gebaute Prognose bleibt eine Wahrscheinlichkeitsaussage; die implizierte Wahrscheinlichkeit der Quote liegt meist über der tatsächlichen Gewinnchance, weil die Marge der Veranstalterin eingepreist ist. Es gibt keine Methode, die regelmässig Treffer über dem Marktdurchschnitt liefert; wer das Gegenteil behauptet, verkauft Erwartung, keine Information.

Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote?

Auszahlung im Gewinnfall = Einsatz × Quote; Reingewinn = Einsatz × (Quote − 1). Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der Beziehung zueinander zur Gesamtquote, sofern kein Bein ausfällt. Beispiel: Einsatz CHF 10, Quote 2.10 – Auszahlung CHF 21, Reingewinn CHF 11. Beispiel: Einsatz CHF 10, Quoten 1.80 und 2.40 – Gesamtquote 4.32, Auszahlung CHF 43.20, Reingewinn CHF 33.20.

Welche Verlustlimiten müssen vor der ersten Wette gesetzt werden?

Vor der ersten Sporttip-Teilnahme sind Pflichtlimiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen; die Obergrenze liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Dazu kommt eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage. Bei der Loterie Romande gilt Entsprechendes nach deren Bedingungen.

Sind Wettgewinne steuerfrei, und was heisst «je nach Kanton»?

Bis zum bundesrechtlichen Schwellenwert von CHF 1’071’000 pro Einzelgewinn sind Gewinne aus bewilligten Grossspielen einkommensteuerfrei; oberhalb der Schwelle werden 35 % Verrechnungssteuer abgezogen, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden können. Der kantonale Schwellenwert weicht ab – daher «je nach Kanton». Gewinne aus ausländischen Anbietern kennen keine Schweizer Verrechnungssteuer, sind aber nach kantonalem Recht steuerbar; der Kanton Thurgau besteuert sie ohne Freibetrag.

Inhalt erstellt vom Team «englandwetteninfo»