ATP Wetten in der Schweiz: Was erlaubt ist und wer anbietet

Updated Oktober 2026
Licensed
usAvailable in US
Fast payouts
18+ Only

Ladevorgang...

Ein Sandplatz im ersten Morgenlicht, die Linien sind frisch gezogen, das Netz bewegt sich leicht im Wind, Berge im Dunst.

Wer in der Schweiz auf Herrentennis wetten will, hat eine deutlich schmalere Auswahl als in Märkten ohne Konzession. Bewilligt sind nur zwei Veranstalter, und was sie anbieten dürfen, regelt eine geschlossene Liste. Im Folgenden erfahren Sie, wie ATP-Quoten entstehen, welche Wettarten zur Verfügung stehen, wann welche Turniere laufen – und was eine Bewilligung im konkreten Fall bedeutet und was nicht.

Die ATP Tour 2025 umfasste 9 ATP-Masters-1000-Turniere, 16 ATP-500-Turniere und 30 ATP-250-Turniere.

Stand: Oktober 19, 2026 · Geprüft gegen die Gespa-Liste (Stand 10.09.2026) und gegen die Spielregeln Sporttip Version 4.2 sowie die Online-Teilnahmebedingungen von Swisslos vom 13. Januar 2025.

Was die ATP-Tour ist und warum sie den Spielplan prägt

Die ATP Tour ist die höchste Turnierserie im professionellen Herrentennis und wird vom Spielerverband ATP organisiert, oberhalb der ATP Challenger Tour und der ITF Future Tour. Die vier Grand-Slam-Turniere werden dagegen vom Weltverband ITF veranstaltet und gehören nicht zur ATP Tour – ein Unterschied, der die Wettoptionen unmittelbar betrifft.

Eine hohe Schiedsrichterleiter aus Metall steht unbesetzt neben einem Hartplatz, die Abendsonne wirft lange Schatten.
Die ATP Tour beginnt um den Jahreswechsel und endet Mitte November; seit 2012 dauert die Winterpause sieben statt fünf Wochen.

Die Saison beginnt um den Jahreswechsel und endet Mitte November; seit 2012 dauert die Winterpause sieben statt fünf Wochen. Eine vollständige Saison umfasste 2025 insgesamt 9 Masters-1000-Turniere, 16 ATP-500-Turniere und 30 ATP-250-Turniere. Dallas, Doha und München waren 2025 zu ATP-500-Turnieren aufgestiegen. Die Tour 2026 startete am 2. Januar 2026; Carlos Alcaraz gewann das Herreneinzel-Finale der Australian Open 2026 gegen Novak Đoković mit 2:6, 6:2, 6:3, 7:5. Den Abschluss jeder Saison bilden die ATP Finals im November mit den acht besten Spielern der Spielzeit.

Was diese Struktur für die Wette bedeutet: Je nach Kategorie – Masters 1000, 500 oder 250 – variiert das Wettangebot pro Partie, weil die Veranstalter ihre Quotenstaffel an den zu erwartenden Einsätzen und der Markttiefe ausrichten. An den grossen Turnieren ist das Programm am breitesten; bei den 250ern hält es sich enger am Spitzenspiel.

Belag, Form und Quote: warum der Name allein nicht reicht

Zwei Faktoren prägen die Tennisquote stärker als jeder einzelne Name auf dem Platz: der Belag und die aktuelle Form. Auf Sand fallen Aufschlagspunkte schwerer als auf Hartplatz oder Rasen, was die Wettlinie für Serve-Volley-Spieler meist verschiebt; in Höhenlagen wie bei den ATP-Turnieren in Madrid oder Mexiko fliegt der Ball zusätzlich schneller, was Rückhandpassier-Spieler bevorteilt.

Eine Holzbank an einem Seeufer mit Blick auf eine Bergkette im Morgendunst, das Wasser ist spiegelglatt.
Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz.

Die Form ist im Tennis kurzlebiger als in den meisten Teamsportarten. Eine Saisonverletzung, eine Woche Krankheit oder die Reisemüdigkeit nach fünf Turnieren in Folge schlägt sich unmittelbar in den Quoten nieder. Wer vor der Wette allein den Weltranglisten-Platz liest, übersieht diesen Faktor und wettet gegen eine Quote, die der Markt bereits eingepreist hat.

Hinter jeder dieser Anpassungen steht die Marge des Veranstalters. Wer versteht, wie die Quote technisch entsteht, sieht auch, was die Quote ihm verschweigt – und kann den Preis, den der Veranstalter nimmt, vom tatsächlichen Wert eines Tipps trennen.

Wer in der Schweiz wetten darf – und wer nicht

Die Rechtslage in der Schweiz ist eng umrissen: Online-Sportwetten sind Grossspiele unter dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51), das seit dem 1. Januar 2019 in Kraft ist, und werden von der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern) beaufsichtigt – nicht vom ESBK, der nur für Casinos zuständig ist. Eine Bewilligung umfasst eine Veranstalterbewilligung sowie eine Spielbewilligung pro Spiel und gilt nur in der Schweiz.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Eine Liste weiterer bewilligter Buchmacher existiert nicht, weil es keine gibt. Die Gespa veröffentlicht ausschliesslich die Sperrliste geblockter ausländischer Domains.

Die Service-Gebiete folgen der Sprachgrenze: Swisslos führt Sporttip in den Deutschschweizer Kantonen (AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH), im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durch. Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Online-Konten sind nur für Personen mit Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet möglich.

Wer bei einem ausländischen Anbieter wettet, hat keine Schweizer Bewilligung im Rücken. Eine ausländische Lizenz – aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land – hat in der Schweiz keine Wirkung. Spielsperren, die in der Schweiz ausgesprochen werden, greifen dort nicht, die Spielerkonten sind nicht mit dem Schweizer Ausschlussregister verknüpft, und die Spielteilnahme findet nach den Hausregeln des Anbieters statt. Das Werbeverbot für in der Schweiz nicht bewilligte Glücksspiele (Art. 74 Abs. 3 BGS) ahndet das Angebot mit Busse bis CHF 500’000; die Spielenden selbst werden nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden.

Was auf den Wettschein kommt: die Gespa-Liste

Was gewettet werden darf, bestimmt eine geschlossene Liste. Die Gespa führt eine Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten – Stand 10.09.2026 – auf deren Grundlage die beiden Veranstalter ihr Programm aufbauen. Was nicht auf der Liste steht, darf nicht angeboten werden.

Wetten sind nur auf Sportereignisse zulässig; Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind ausgeschlossen. Qualifikationsrunden sind nur dann wettbar, wenn sie auf der Liste stehen; Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind; Rangierungswetten nur, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet – nie auf Trainingsläufe. Eckball- und Kartenmärkte tauchen in der Liste ebenso wenig auf wie ein E-Sports-Bereich. Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen sind ausgeschlossen.

Die Folgen für eine Tennisseite: ATP-Turniere erscheinen auf dieser Liste, soweit die Gespa sie führt; nicht jedes Turnier ist automatisch Teil des Wettprogramms. Wer auf ein 250er-Turnier in einer ungewöhnlichen Woche wetten will, prüft vorab das Wettangebot seines Veranstalters.

Wer mitmachen darf: Mindestalter und Identitätsprüfung

Online-Teilnahme ist ab 18 Jahren möglich, mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Vertragsgebiet des jeweiligen Veranstalters. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Identität wird anhand eines hochgeladenen Ausweises verifiziert; die Daten werden gegen Adressdatenbanken geprüft.

Die Zahlung von Gewinnen und Guthaben erfolgt ausschliesslich auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers – anonyme Auszahlungen, etwa in Kryptowährungen, gibt es bei bewilligten Schweizer Anbietern nicht. Kreditierung an Spielende ist verboten.

Verlustlimiten und Spielsperre – wer den Riegel vorschiebt

Beide Schweizer Veranstalter sind Grossspielveranstalter – die Spielerschutzregeln folgen dem BGS und der VGS, sind aber operativ Sache jedes Veranstalters. Wer mitmacht, setzt sich vor der ersten Wette eigene Grenzen.

Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für einen, sieben und 30 Tage setzen; die Obergrenze liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – was spontane Impulse ausbremst. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage setzen. Sporttip ist für Personen ab 18 Jahren zugänglich; wer unter 18 ist, ist von der Teilnahme ausgeschlossen. Wer selbst als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.

Die Spielsperre ist als Sicherheitsnetz gedacht, nicht als Strafe. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für einen bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre kann frühestens nach drei Monaten aufgehoben werden, mit Einbezug einer Fachstelle.

Was Spielende selbst in der Hand haben, endet an den Auszahlungswegen: Wenn die Verlustlimite einer Woche oder eines Monats ausgereizt ist, geht die nächste Einzahlung ins Leere. Wer sich nach einer Niederlage ohne Pauseinsicht ins Wochenende retten will, hat vorher über das eigene Konto einen Riegel vorgeschoben.

Wettschein und Limits: was Sporttip pro Wette zulässt

Die operativen Eckwerte von Sporttip sind eng gesetzt. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Die Veranstalterin kann die Limiten jederzeit und ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Diese Werte sind keine Schutzschwelle nach oben – sie sind ein operativer Rahmen, in dem sich die meisten sporttypischen Wetten bewegen. Wer mit kleineren Einsätzen beginnt, merkt die CHF-1-Schwelle kaum; wer im Spitzenbereich wettet, stösst an die CHF-1’000-Decke, lange bevor die persönliche Verlustlimite greift.

Wie Quoten entstehen und was die Marge bedeutet

Die Quote ist die eine Zahl, die ein Wettender sieht – und sie hat zwei Komponenten: die Wahrscheinlichkeitseinschätzung des Veranstalters und seine Marge. Wer die Trennung versteht, liest jede Quotentafel anders.

Spielsieger, Satzwetten, Handicaps, Über/Unter

Die gängigsten Wettarten für ATP-Matches verteilen das Risiko sehr unterschiedlich.

Spielsiegerwetten setzen auf den Ausgang des Matches. Bei ungleichen Paarungen ist die Quote auf den Favoriten klein und auf den Aussenseiter gross; die Spanne gibt einen groben Anhaltspunkt zur Markteinschätzung, aber jeder Anbieter hat eine andere Sicht auf das Spiel.

Satzwetten wetten auf das exakte Satzergebnis (zum Beispiel 2:0, 2:1). Sie setzen die Dominanz einer Seite voraus und sind nur dann sinnvoll, wenn die Spieler qualitativ deutlich auseinanderliegen – oder im Sandplatztennis, wo häufige Breaks die Sätze kürzen.

Handicap-Wetten gleichen die Ausgangslage an, indem dem Favoriten ein virtueller Rückstand oder Satzrückstand mitgegeben wird. Eine Wette auf «Spieler A -1.5 Sätze» gewinnt nur, wenn dieser Spieler das Match ohne Satzverlust durchzieht. Solche Wetten verzerren die Quote in eine Richtung und sind für Spielende interessant, die eine klare Dominanz erwarten.

Über/Unter-Wetten zielen auf Spielstatistiken, etwa die Anzahl Spiele im Match oder die Anzahl Games in einem Satz. Eine typische Linie im Herrentennis auf Hartplatz ist 21.5 Spiele; eine Wette auf «über 21.5 Spiele» gewinnt, wenn das Match 22 Spiele oder mehr enthält (drei Sätze mit Sätzen ab 6 Games, Tiebreak zählt als ein Spiel).

Jede dieser Wettarten hat im Wettprogramm eine andere Marge. Die Verteilung, welche Quoten wo enger und wo weiter gestellt werden, gehört zum Geschäftsmodell der Veranstalter.

Die Quote ist nicht die Wahrscheinlichkeit

Eine Quote von 2.00 enthält implizit eine Wahrscheinlichkeit von 50 %. Aber genau diese Umrechnung ist trügerisch – sie geht von einer Welt ohne Veranstaltermarge aus. In der Realität steckt im Quotensystem immer ein Abschlag.

Angenommen, ein Veranstalter bietet ein fiktives Zwei-Wege-Match zu beiden Seiten mit einer Quote von 1.90 an – bewusst ein Beispielwert, kein belegtes Angebot. Die Auszahlungsquote dieses Marktes errechnet sich aus 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) ≈ 1 ÷ 1.0526 ≈ 0.95 oder 95 %. Die Marge, also der Anteil, den der Veranstalter von jeder eingesetzten Einheit auf diesem Markt einbehält, beträgt damit rund 5 %. Das ist der Preis, den jede Wette auf diesem Markt trägt – unabhängig davon, welche Seite gewinnt.

Eine Quote von 1.85 / 1.85 ergäbe entsprechend eine Auszahlungsquote von etwa 92.6 % und eine Marge von rund 7.4 %. Bei den meisten grossen ATP-Märkten schwankt die Marge je nach Anbieter und Wettart zwischen etwa 4 und 8 Prozent. Wer die Marge nicht kennt, sieht nur die Wahrscheinlichkeiten und übersieht, was jede Wette bereits gekostet hat, bevor der Ball gespielt ist.

Für den Spielenden bedeutet das: Wer viele kleine Wetten auf mehreren Märkten platziert, zahlt die Marge mehrfach. Wer sich auf eine Wettart konzentriert und nur dort spielt, wo er die Quote einschätzen kann, schmälert diese Kosten. Der Unterschied ist nicht gross pro Wette, aber er entscheidet über die Bilanz, sobald das Wettvolumen wächst.

Livewetten und Cash-Out

Livewetten sind zugelassen und werden von Sporttip vor Spielbeginn und live angeboten. Die Wette gilt unabhängig davon, ob das Ereignis tatsächlich live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00; in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Rote Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann die Veranstalterin Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten.

Cash-Out funktioniert bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.

Cash-Out ist eine Versicherung gegen das Verlaufen einer laufenden Wette – und ein Instrument, das seine Kosten in der Differenz zum Endwert trägt. Wer die Quote vor Cash-Out kennt und den Preis zum Ausstieg dagegenhält, sieht, wie viel ihn die Sicherheit kostet.

Quotenboosts, Profitboosts und Kombiboost

Neben dem Standardprogramm gibt es zwei Boosts, die das mögliche Ergebnis nach oben ziehen – und Regeln, die den Einsatz begrenzen.

Quotenboosts und Profitboosts gibt es bei Sporttip nur online. Quotenboosts gelten für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Der Kombiboost gilt nur online – Prematch, Live und Systemwetten. Er verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Der Kombiboost ist eine Art Umsatzanreiz, der nur greift, wenn die Tipps insgesamt eine Mindestqualität haben – unter 1.50er-Quoten verpufft er.

Gewinnberechnung: Einsatz mal Quote

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus dem Einsatz mal der Gesamtquote – bei Kombinationen ist das das Produkt der Einzelquoten. Das Ergebnis wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei einer Einzelwette von CHF 10 auf Quote 1.85 ergibt das einen Bruttogewinn von CHF 18.50, abzüglich Einsatz CHF 10 also einen Nettogewinn von CHF 8.50.

Bei einer Kombiwette von CHF 5 auf drei Einzelquoten 1.70, 2.10 und 1.95 multiplizieren sich die Quoten zu einer Gesamtquote von rund 6.96, der Bruttogewinn liegt bei etwa CHF 34.80, der Nettogewinn bei rund CHF 29.80. Risiko und möglicher Ertrag steigen mit jeder zusätzlichen Begegnung.

Diese Rechnung zeigt, warum die Marge in Kombiwetten so stark wirkt: Mit jeder zusätzlichen Einzelquote schlägt die jeweilige Marge dieses Marktes auf das Produkt durch. Aus drei Quoten mit je 95 % Auszahlungsquote wird eine Kombiquote mit etwa 85.7 % Auszahlungsquote – was vielen Spielenden nicht bewusst ist, weil die einzelnen Quoten plausibel aussehen.

Sonderfall: Veranstaltungsabsagen und 48-Stunden-Regel

Wenn ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt wird, gilt es als nicht stattgefunden. Bei Einzelwetten wird der Einsatz vollständig erstattet; bei Kombinations- und Systemwetten wird die Wette mit den verbleibenden Voraussagen neu berechnet. Die 48-Stunden-Regel ist eine Schutzklausel, die verhindert, dass abgesagte Spiele die Berechnung verfälschen oder Quoten auf veraltete Annahmen stehen bleiben.

Die Regel ist fair, aber sie hat eine Bedingung: Sie gilt nur, wenn das Ereignis tatsächlich verschoben und nicht ersatzlos gestrichen wird. Wettende, die auf kurzfristige Auslosungen setzen – etwa die erste Runde eines 250er-Turniers am Montag – sollten wissen, dass Verletzungen am Spieltag die Wette über die 48-Stunden-Schwelle retten können.

Spielplan, Kategorien und Grand Slams im ATP-Kalender

Die ATP-Saison folgt einem festen Rhythmus. Hartplatz dominiert den Jahresbeginn, Sandplatz den Frühsommer, Rasen und Hartplatz wechseln sich bis zu den US Open ab, und der Herbst gehört den Hallenbelägen in Europa und Asien.

Masters-1000-Turniere sind die zweite Stufe unter den Grand Slams: neun Turniere im Jahr, dotiert am höchsten ausserhalb der Majors, mit den grössten Feldern und den längsten Spielplänen. ATP-500-Turniere sind die dritte Stufe mit 16 Stationen im Kalender 2025; ATP-250-Turniere bilden mit 30 Stationen die breite Basis, in der Spieler Weltranglisten-Punkte sammeln und jüngere Spieler erste Erfahrungen auf der grossen Tour sammeln.

Die vier Grand Slams – Australian Open, French Open, Wimbledon und US Open – werden nicht von der ATP ausgetragen und sind nicht Teil der ATP-Tour-Punktewertung, aber sie stehen im Wettprogramm. Wimbledon ist das einzige Rasen-Major; die French Open sind der einzige Sand-Major-Höhepunkt; die Australian Open und die US Open spielen auf Hartplatz. Diese Verteilung prägt das, was gesetzt wird: Auf Rasen fallen Aufschlagspiele schneller, was die Wette auf Tiebreak oder auf Under-Games beeinflusst; auf Sand sind Marathon-Matches häufiger, was die Wette auf über 21.5 Spiele begünstigt.

Miami ist ein Masters-1000-Turnier im Frühjahr auf amerikanischem Hartplatz und gehört zu den ersten grossen Stationen der Sandplatz-Vorbereitung – eine Zeit, in der Spieler ihre Form vor den French Open finden.

Saisonabschluss: ATP Finals

Die ATP Finals bilden im November den Abschluss der ATP-Tour-Saison und sind auf die acht besten Spieler der Spielzeit zugeschnitten. Das Turnier hat ein modifiziertes Format (Round Robin in zwei Gruppen, Halbfinale, Finale) und bietet ein begrenzteres Wettangebot als die wöchentlichen Tour-Turniere, weil es weniger Spiele pro Tag gibt.

Wer auf die ATP Finals wettet, sollte die Gruppenstruktur mitdenken – bei Round-Robin-Spielen ist die Wahrscheinlichkeit eines Tiebreak-Games höher, weil jeder Spieler mehrere Matches bestreitet und eine einzelne Niederlage nicht eliminiert.

Vergleich der Veranstalter und Plattformen

In der Schweiz gibt es zwei bewilligte Veranstalter; eine breite Auswahl an Buchmachern, wie sie in Märkten ohne Konzession üblich ist, existiert nicht. Ausländische Plattformen sind erreichbar, aber ohne Schweizer Bewilligung.

Marke Rolle in der Schweiz Bewilligung Träger / berichtete Lizenz
Swisslos Sporttip Bewilligter Veranstalter, Deutschschweiz, Tessin, Liechtenstein Schweizer Bewilligung (BGS, SR 935.51; Aufsicht Gespa) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligter Veranstalter, Westschweiz Schweizer Bewilligung (BGS, SR 935.51; Aufsicht Gespa) Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande)
Rabona Ausländische Plattform Ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht etabliert; ohne Wirkung in der Schweiz
Jackbit Ausländische Plattform Ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht etabliert; ohne Wirkung in der Schweiz
Sportuna Ausländische Plattform Ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht etabliert; ohne Wirkung in der Schweiz
Fezbet Ausländische Plattform Ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht etabliert; ohne Wirkung in der Schweiz
Boomerang Bet Ausländische Plattform Ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht etabliert; ohne Wirkung in der Schweiz
PowBet Ausländische Plattform Ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht etabliert; ohne Wirkung in der Schweiz
HornetBet Ausländische Plattform Ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht etabliert; ohne Wirkung in der Schweiz
BetFury Ausländische Plattform Ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht etabliert; ohne Wirkung in der Schweiz

Die Spalte Bewilligung trennt eine Schweizer Veranstalterbewilligung von der ausländischen Variante ohne Wirkung in der Schweiz. Träger und Lizenzhinweise stammen aus den Selbstdarstellungen der Plattformen und sind nur ein Hinweis, kein Gütesiegel.

Swisslos Sporttip

Swisslos vertritt als Interkantonale Landeslotterie-Genossenschaft mit Sitz in Basel die Deutschschweizer Kantone sowie das Tessin und Liechtenstein und ist über die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020) legitimiert. Das Sportwettenangebot läuft unter dem Namen Sporttip. Für 2025 verteilte Swisslos einen Reingewinn von CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, die Sportförderung im Breitensport, Fussball, Eishockey und Sporthilfe finanziert; CHF 109 Mio. des Reingewinns stammten aus den Sportwetten (2024: CHF 122 Mio.).

Das Sporttip-Wettprogramm umfasst eine breite Palette an Sportarten mit Tennis als einer der zentralen Säulen. Im Spielplan sind Livewetten und Prematch-Wetten kombinierbar; Cash-Out funktioniert für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten vor Spielbeginn und live, aber nur als volles Cash-Out. Die Mindestquote für einzelne Tipps im Kombiboost beträgt 1.50, die Höchsteinsätze CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 pro Systemwette.

Für ATP-Wetten bedeutet das: Wer in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein wohnt, hat hier den einzigen bewilligten Zugang zu ATP-Quoten mit Schweizer Spielerschutzrahmen. Die Marge pro Markt ist nicht öffentlich ausgewiesen – sie steckt implizit in der Quote. Wer auf Marathon-Sandplatzmatches oder auf ATP-250-Spiele ausserhalb der Top-Ten-Quartette wettet, prüft vorab, ob das Spiel im aktuellen Wettprogramm geführt wird.

Loterie Romande Jouez Sport

Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sitz und Kontaktadresse sind Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Im Geschäftsbericht 2025 weist die Loterie Romande 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende aus.

Funktional ist das Wettangebot von Jouez Sport mit dem von Sporttip vergleichbar; beide folgen demselben BGS-Rahmen und der Gespa-Liste. Der Unterschied liegt im Servicegebiet und in der Markenführung, nicht im Bewilligungsstatus. Für Westschweizer ATP-Wettende ist Jouez Sport der einzige bewilligte Online-Zugang; wer in einem anderen Vertragsgebiet wohnt, kann dort kein Konto eröffnen.

Ausländische Plattformen ohne Schweizer Bewilligung

Die übrigen Plattformen in der Übersicht – Rabona, Jackbit, Sportuna, Fezbet, Boomerang Bet, PowBet, HornetBet und BetFury – sind ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz hat nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung. Sie sind nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen; Spielsperren, die in der Schweiz ausgesprochen werden, greifen dort nicht. Wer dort ein Konto führt, wettet nach den Hausregeln des Anbieters, und es gibt keinen Schweizer Rekursweg.

Diese Anbieter sind für Schweizer Spielende erreichbar, fallen aber unter das Werbeverbot des Art. 74 Abs. 3 BGS – ihre Werbung darf in der Schweiz nicht verbreitet werden. Domains ausländischer Anbieter können von der Gespa auf die Sperrliste gesetzt werden; Schweizer Telekomanbieter blockieren sie per DNS. Eine Sperrliste wird regelmässig aktualisiert; Ende 2025 enthielt sie 671 Domains.

Wer auf einer ausländischen Plattform wettet, sollte das vor der ersten Einzahlung prüfen. Die Plattformen werben mit Bonusangeboten, Sportartenbreite und Auszahlungsquoten, die über den Margen der Schweizer Veranstalter liegen können – aber der fehlende Schweizer Spielerschutz, die fehlende Verbindung zum Ausschlussregister und die fehlende Schweizer Aufsicht wiegen den Preisvorteil in den meisten Fällen nicht auf. Hinzu kommt die ausländische Lizenzunsicherheit – Curaçao-, Malta-, Deutschland-Lizenzen haben Schweizer Recht gegenüber keinerlei Wirkung.

Wer profitiert, wer zur Kasse gebeten wird

Die Schweizer Bewilligungspflicht trifft nicht alle Spielende gleich. Wer in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein wohnt, kann bei Swisslos Sporttip ein Konto eröffnen; wer in der Westschweiz wohnt, geht zur Loterie Romande. Wer aus beruflichen Gründen temporär in der Schweiz lebt, hat je nach Aufenthaltstitel unterschiedliche Möglichkeiten zur Online-Registrierung.

Mindestens 18 Jahre alt und mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Vertragsgebiet – das sind die beiden Eintrittsschwellen. Die Identität wird per Ausweis verifiziert; die Daten werden gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer als Wettkämpfer an einem ATP-Match teilnimmt, darf auf dieses nicht wetten – eine Selbst-Wett-Schranke, die Manipulation verhindert.

Bei Limits geht die Verlustlimite vor: Wer für sieben Tage CHF 200 setzt, kommt mit dem Wochenende nicht in Versuchung, eine emotionale Wette nachzuschieben. Wer 21 ist oder älter, kann die Limite höher setzen – bis zur Höchstgrenze von CHF 9’999 pro 30 Tage, sofern die persönliche Bonität das trägt.

Der Steuereffekt: Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommensteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn, der je nach Kanton unterschiedlich hoch ist. Die bundesrechtliche Schwelle für die Verrechnungssteuer liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 bei CHF 1’070’400. Wer darunter bleibt, hat keinen Steuereffekt auf den Wettgewinn. Wer darüber liegt, sieht 35 % Verrechnungssteuer direkt abgezogen und holt sie über die Steuererklärung zurück.

Gewinne ausländischer Anbieter fallen je nach Kanton ganz anders aus: Im Kanton Thurgau etwa werden Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als steuerbares Einkommen behandelt. Wer diese Frage ernst nimmt, fragt den kantonalen Steuerverwalter oder einen Steuerberater – nicht den Wettanbieter.

Welche Limits für wen greifen

Die Sporttip-Limits sind in drei Schichten gestaffelt: Tageslimite, Wochenlimite und 30-Tage-Limite. Die CHF-9’999-Obergrenze pro 30 Tage gilt nur, solange keine reduzierte Wochen- oder Tageslimite gesetzt ist. Wer mit kleineren Einsätzen beginnt, kommt mit der Wochenlimite aus; wer professionell wettet, wird an der 30-Tage-Limite gemessen.

Die Höchsteinsätze pro Wette – CHF 1’000 für Einzel- und Kombiwetten, CHF 10’000 für Systemwetten – sind zusätzliche operative Deckel. Wer mit Systemwetten mehrere Voraussagen kombiniert, hat hier den grössten Hebel, stösst aber an die CHF-10’000-Schwelle.

Die Erhöhung der Limiten greift erst nach 72 Stunden – ein Schutzmechanismus, der impulsive Limitenausweitungen unterbindet. Senkungen gelten sofort. Wer abends nach einer Niederlage seine Limite anheben will, muss drei Tage warten, bis die Erhöhung wirkt.

Welche Veranstalter zu welcher Spielweise passen

Wer auf die grossen ATP-Turniere setzt – Masters 1000, ATP Finals, Grand Slams –, hat beim bewilligten Veranstalter ein vollständiges Wettangebot mit Prematch- und Livewetten. Marathonmatches auf Sand und Partien über die volle Distanz sind die Regel; das Wettangebot der grossen Veranstalter ist breit.

Wer auf ATP-250-Turniere in Nebenwochen setzt, sollte das konkrete Wettprogramm prüfen – nicht jedes 250er-Turnier ist vollständig im Wettprogramm. Die Schweizer Veranstalter picken aus der Liste die Partien aus, die das nötige Marktvolumen erwarten lassen.

Wer mehrere Begegnungen kombiniert, ist im Kombiboost von Sporttip ab vier Voraussagen mit Mindestquote 1.50 unterwegs – der Bonus von 5 bis 100 % auf den Nettogewinn skaliert. Wer den Kombiboost aktiv nutzt, sollte Quoten über 1.50 nicht als Ausschluss, sondern als Schwelle sehen und seine Tipps darauf ausrichten.

Wer mit kleinen Einsätzen beginnt, hat mit dem Mindesteinsatz von CHF 1 eine niedrige Schwelle. Die persönliche Verlustlimite pro Tag lässt sich auf einen Franken setzen, was den Spielraum für ein Experiment sehr eng macht – und genau das soll sie auch.

Auszahlung, Steuern und was die Veranstalter nicht offenlegen

Auszahlungen erfolgen nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers – diese Regelung steht im VGS und gilt gleichermassen für Sporttip wie für Jouez Sport. Wer auszahlt, muss ein verifiziertes Konto vorlegen; eine Barauszahlung an Verkaufsstellen ist bei Online-Wetten nicht möglich.

Steuerfreiheit bis zum Freibetrag ist die Regel, nicht die Ausnahme: Wer einzelne Wetten unter dem Freibetrag gewinnt, hat mit dem Fiskus nichts zu tun. Über dem Freibetrag greift die Verrechnungssteuer, die der Veranstalter direkt abzieht und die der Spielende über die Steuererklärung zurückholen kann. Welche Zahlungsmittel ein Veranstalter konkret akzeptiert – Banküberweisung, Twint, Kreditkarte, PostFinance – gehört zu seinen operativen Bedingungen und steht in dessen allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Die Bewilligungsbehörde Gespa veröffentlicht Spielregeln, Sperrlisten und Testkäufe, aber keine Auszahlungsquoten oder Margen einzelner Märkte. Wer wissen will, wie eng ein Anbieter seine ATP-Märkte stellt, vergleicht die Quoten vor einer Wette. Die Marge selbst bleibt Geschäftsgeheimnis – ihre Wirkung wird im nächsten Abschnitt quantifiziert.

Die Marge als verdeckter Preis jeder Wette

Die Marge eines Marktes ist der Anteil jeder eingesetzten Einheit, den der Veranstalter im Schnitt einbehält. Sie ist in der sichtbaren Quote versteckt – und sie ist der Preis, den jeder Spielende zahlt, unabhängig davon, wie gut er tippt.

Beispielrechnung mit zwei Wegen und gleicher Quote

Die Rechnung wurde mit zwei Wegen und gleicher Quote durchgespielt, um die Mechanik sichtbar zu machen. Wenn ein fiktiver Anbieter ein Zwei-Wege-Match zu beiden Seiten mit der Quote 1.90 anbietet, ergibt sich die Auszahlungsquote dieses Marktes zu 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) ≈ 95 %; die Marge liegt bei rund 5 %.

Wer bei diesem Markt 100 Wetten à CHF 1 platziert – 50 auf jede Seite, der Einfachheit halber mit perfekter Vorhersagequote angenommen –, zahlt im Schnitt die Marge auf jeden Einsatz: 100 Franken Einsatz, 95 Franken zurück, 5 Franken Verlust. Verzerrt er die Verteilung zugunsten der favorisierten Seite, kippt die Marge nicht – sie liegt im Markt, nicht im Tipp.

Bei einer Auszahlungsquote von 92.6 % (Quoten 1.85 / 1.85) wäre die Marge 7.4 % – günstig zu wissen, wenn ein Anbieter auf einem engen Markt wie «über 21.5 Spiele» ungewöhnlich tiefe Margen fährt. Bei den meisten grossen ATP-Märkten ist mit einer Marge zwischen etwa 4 und 8 Prozent zu rechnen. Wer mehrere Einzelwetten in einer Kombiwette kombiniert, zahlt die Marge jedes Marktes im Produkt – und liegt am Ende bei einer Kombi-Auszahlungsquote, die deutlich unter der eines gut gewählten Einzelmarktes liegt.

Was die Marge für die Wahl der Wettart bedeutet

Spielsieger-Märkte mit tiefen Margen (4 bis 5 %) sind in der Regel die günstigsten Märkte, weil die Veranstalter hier den grössten Wettbewerb haben. Märkte mit vielen möglichen Ausgängen – Satzwetten 0:2 vs. 2:0 vs. 2:1, Handicap-Kombinationen – sind tendenziell teurer. Über/Unter-Linien sind oft mittlere Margen.

Wer viele kleine Wetten platziert, zahlt die Marge jedes Mal; wer eine Wette pro Spieltag konzentriert und auf Märkten mit tiefer Marge spielt, schmälert die Kosten. Der Unterschied in den Quoten zwischen 4 % und 8 % Marge entspricht auf eine Wette von CHF 10 etwa 40 Rappen – was sich über eine Saison zu mehreren Hundert Franken summiert.

Wettarten im Vergleich – was ATP-Spielende nutzen

Die ATP-Tour unterscheidet sich von anderen Sportarten durch die Struktur jedes Matches: Best-of-Three mit Tiebreak im dritten Satz (auf den meisten Tour-Turnieren) und Sonderregeln bei den Grand Slams (Best-of-Five bei den Herren in Melbourne, Paris und New York). Diese Struktur prägt, welche Wettarten sich lohnen.

Spielsieger auf Sand: längere Matches, höhere Quoten

Auf Sandplatz gewinnen Aufschlagspiele seltener als auf Hartplatz; die Quote auf einen klaren Favoriten ist tendenziell höher, weil die Möglichkeit eines Satzverlusts realistischer ist. Eine Wette auf den Spielsieger eines Sandplatzmatches ist in der Regel teurerer als dasselbe Match auf Hartplatz – gemessen an der implizierten Wahrscheinlichkeit.

Tiebreak-Wetten

Tiebreaks treten auf, wenn ein Satz 6:6 endet. Sie sind auf den schnelleren Belägen und auf Hallenbelägen häufiger, weil dort Aufschlagbreaks seltener vorkommen. Wer auf Tiebreak im Match setzt, wettet auf eine Eigenschaft des Belags und der Aufschlagqualität der Spieler.

Über 21.5 Spiele / Über 20.5 Spiele

Diese Linie ist typisch für Best-of-Three-Matches. «Über 21.5 Spiele» gewinnt, wenn das Match 22 oder mehr Spiele enthält – zum Beispiel 7:6, 6:4 (23 Spiele) oder 6:4, 4:6, 6:3 (28 Spiele). Wer auf mehrere Sätze oder enge Sätze setzt, ist hier richtig.

Bei Best-of-Five-Matches ist die analoge Linie deutlich höher – typisch 38.5 oder 39.5 Spiele.

Game-Handicap

Ein Game-Handicap gleicht das Match an eine virtuelle Differenz an. Eine Wette auf den Spieler A mit +3.5 Games gewinnt, wenn A nicht mehr als 3 Games weniger als B gewinnt; bei 6:4, 4:6, 6:4 hat A 16 Games, B 14 – Differenz +2 – und die Wette gewinnt. Solche Wetten sind im ATP-Tennis beliebt, weil sie auch bei Spielen mit klarer Favoritenrolle noch Quote hergeben.

Specials: Asse, Doppelfehler, erste Aufschlagquote

Viele Veranstalter bieten Sonderwetten auf Spielerstatistiken an. Asse, Doppelfehler, erste Aufschlagquote oder Tiebreak im ersten Satz sind typische Linien. Diese Märkte haben oft höhere Margen als der Spielsiegermarkt, weil sie schwerer zu prognostizieren sind. Wer hier wettet, sollte sich der Marge bewusst sein.

Wer aufhören will, kann aufhören

Das Schweizer System baut mehrere Stoppschilder ein, an denen ein Spielender selbst entscheiden kann, ob er weitergeht. Es sind keine externen Verbote, sondern Hebel im eigenen Konto.

Verlustlimiten senken, nicht erhöhen

Wer merkt, dass die eigenen Wetten nicht aufgehen, kann die Tages- oder Wochenlimite senken – die Senkung greift sofort. Eine Erhöhung dauert 72 Stunden. Das ist das einfachste Werkzeug, den eigenen Spielraum zu verkleinern, ohne ein dauerhaftes Verbot auszulösen.

Spielsperre als Schutz

Wer sich für eine bestimmte Zeit oder auf unbestimmte Zeit sperren lässt, verliert den Zugang – produktbezogen bei Sporttip von einem bis 180 Tage, ohne vorzeitige Aufhebung. Eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und in Liechtenstein. Eine Sperre lässt sich frühestens nach drei Monaten aufheben, mit Einbezug einer Fachstelle.

Hilfe holen

Bei Anzeichen von Spielsucht bieten die Kantone Fachstellen; die Gespa koordiniert die Adressen. Wer eine Selbstauskunft will, beginnt am besten beim Hausarzt oder bei der kantonalen Suchtberatung. Die Spielsperre ist ein administratives Werkzeug; die Therapie ist eine medizinische Leistung, die parallel läuft.

Eine Rechnung für das eigene Wettkonto

Die ATP-Saison ist lang – rund 50 Wochen Turnierkalender. Ein durchschnittlicher Wettender, der auf die grossen Masters-1000-Turniere und die Grand Slams setzt, kommt auf etwa 20 bis 30 Wetten pro Saison, wenn er nur auf die Endspiele der Masters- und Grand-Slam-Turniere wettet. Bei einem durchschnittlichen Einsatz von CHF 10 pro Wette ist das ein Gesamtvolumen von CHF 200 bis 300 pro Saison.

Bei einer durchschnittlichen Marge von 5 % pro Markt liegt der erwartete Verlust durch die Marge bei CHF 10 bis 15 pro Saison – ein Betrag, der unter dem persönlichen Steuereffekt liegt. Wer höhere Margen akzeptiert (zum Beispiel 7 %) zahlt mehr, ohne es zu merken, weil die Marge in der Quote versteckt ist.

Wer Kombiwetten mit vier Voraussagen zu Mindestquote 1.50 spielt und den Kombiboost aktiviert, erhöht seinen möglichen Gewinn – aber auch die implizite Marge durch die Mehrfachmultiplikation. Ein disziplinierter Wettender setzt sich vor der Saison eine Verlustlimite und beobachtet die eigene Trefferquote, nicht nur die absoluten Gewinne.

Was diese Seite nicht leistet

Diese Seite prognostiziert keine ATP-Match-Ergebnisse. Sie erklärt, wie ATP-Wetten in der Schweiz funktionieren, welche Bewilligungsstruktur sie durchlaufen, wie Quoten technisch entstehen und welche operativen Limits gelten. Wer ein bestimmtes Match tippen will, liest die Form, den Belag und die Quote – nicht diese Seite. Wer ein Problem mit seinem Spielverhalten hat, geht zur Fachstelle, nicht zum Buchmacher.

Häufig gestellte Fragen

Auf welche ATP-Turniere kann in der Schweiz gewettet werden?

In der Schweiz ist nur das Wettangebot erlaubt, das auf der Gespa-Liste steht – das ist die geschlossene Liste bewilligter Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. ATP-Turniere erscheinen dort, soweit die Gespa sie führt; nicht jede Station ist automatisch Teil des Wettprogramms beider Veranstalter. Welche Partien konkret angeboten werden, prüft der Spielende im Wettschein der Sporttip- oder Jouez-Sport-Plattform. Was auf der Liste fehlt, ist nicht wettbar.

Wie entsteht die Quote bei einem Tennismatch, und welchen Einfluss hat der Belag?

Die Quote enthält zwei Komponenten: die Wahrscheinlichkeitseinschätzung des Veranstalters und seine Marge. Der Belag prägt die Spieldynamik – auf Rasen sind Aufschlagspiele häufiger, auf Sand längere Matches und mehr Breaks – was sich in der Einschätzung niederschlägt. Auf eine Quote 1.90/1.90 (fiktives Beispiel) entfallen rechnerisch rund 5 % Marge, die jeder Wette eingepreist ist, unabhängig vom Belag. Die Trennung der beiden Anteile hilft zu verstehen, was die Quote leistet und was nicht.

Wie wird eine Wette behandelt, wenn ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt wird?

Wird ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt, gilt es als nicht stattgefunden. Bei Einzelwetten wird der Einsatz vollständig erstattet; bei Kombinations- und Systemwetten wird die Wette mit den verbleibenden Voraussagen neu berechnet. Entscheidend ist, dass die Verschiebung tatsächlich stattfindet; eine ersatzlose Streichung löst die Erstattung ebenfalls aus. Die Regelung steht in den Sporttip-Spielregeln Version 4.2 und schützt Wetten davor, auf veralteten Annahmen stehen zu bleiben.

Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote?

Der Bruttogewinn ist das Produkt aus Einsatz und Gesamtquote – bei Kombinationswetten das Produkt der Einzelquoten. Bei einer Einzelwette von CHF 10 auf Quote 1.85 ergibt das einen Bruttogewinn von CHF 18.50, der Nettogewinn abzüglich Einsatz liegt bei CHF 8.50. Das Ergebnis wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei jeder zusätzlichen Voraussage in einer Kombiwette multipliziert sich nicht nur die Quote, sondern auch die implizite Marge aller kombinierten Märkte.

Welche Verlustlimiten und welche Spielsperre gelten bei den beiden Schweizer Veranstaltern?

Vor der ersten Teilnahme müssen Spielende bei Swisslos Sporttip Verlustlimiten für einen, sieben und 30 Tage setzen; die Obergrenze liegt bei CHF 9’999 pro 30 Tage, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage setzen. Eine produktbezogene Spielsperre ist von einem bis 180 Tage möglich, ohne vorzeitige Aufhebung; eine unbefristete Sperre wird in das schweizweite Register eingetragen und greift auch für Casinos. Die Loterie Romande folgt demselben Rahmen mit eigenem Web-Zugang und eigenen Kontaktdaten.

Sind Gewinne steuerfrei, und was bedeutet «je nach Kanton» beim Steuerfreibetrag?

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommensteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn. Die bundesrechtliche Schwelle für die Verrechnungssteuer ab 1.1.2026 liegt bei CHF 1’071’000; darunter fällt keine Verrechnungssteuer an, die meisten Spielenden bleiben deutlich darunter. Über dem Freibetrag zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer direkt ab, die über die Steuererklärung zurückgeholt werden kann. Welche konkrete Freigrenze auf kantonaler Ebene gilt, hängt vom Wohnsitzkanton ab – daher der Hinweis «je nach Kanton», der ohne Auskunft der kantonalen Steuerverwaltung nicht in eine konkrete Zahl zu fassen ist.

Inhalt erstellt vom Team «englandwetteninfo»