Value-Rechner für Sportwetten: Quote, Wahrscheinlichkeit und Marge verstehen
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Ein Value-Rechner für Sportwetten nimmt zwei Dinge in die Hand – die Quote des Anbieters und die eigene Schätzung der Wahrscheinlichkeit – und rechnet daraus einen erwarteten Wert. Was dabei herauskommt, ist kein Tipp und keine Garantie. Es ist eine Rechnung, die dem Leser zeigt, ob seine Schätzung über dem liegt, was die Quote verspricht. In der Schweiz ist der Kreis der Anbieter, die einen solchen Rechner überhaupt sinnvoll machen, eng: nur zwei Veranstalter dürfen Sportwetten anbieten, und jede Rechnung steht oder fällt mit deren Quoten, Regeln und Limits. Wer hier rechnet, rechnet mit dem, was diese beiden Veranstalter tatsächlich liefern.
Aktualisiert am Oktober 19, 2026 – abgeglichen mit den Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Sporttip (Swisslos) sowie dem Règlement Jouez Sport (Loterie Romande).
Warum ein Rechner in der Schweiz ohne die zwei erlaubten Veranstalter wertlos ist
In der Schweiz gilt das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51). Es lässt Sportwetten nur als Grossspiel zu und definiert in Artikel 3 die Begriffe, in Artikel 21 bis 25 die Bewilligungspflicht und in Artikel 4 den Geltungsbereich: Eine Bewilligung «gilt nur in der Schweiz». Eine ausländische Lizenz – aus Malta, Curaçao, Deutschland oder einem anderen Land – hat hier keine Kraft. Die Aufsicht führt nicht die ESBK, die in der Schweiz die Casinos beaufsichtigt, sondern die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht) in Bern, gestützt auf das Geldspielkonkordat, das am 1. Januar 2021 in Kraft getreten ist.

Die Kantone haben in der Interkantonalen Vereinbarung vom 20. Mai 2019 (IKV 2020) die Zahl der Veranstalterinnen von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip für die Deutschschweiz und das Tessin sowie das Fürstentum Liechtenstein, Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone. Wer hier rechnet, rechnet also mit dem Wettangebot einer dieser beiden Veranstalterinnen. Alles andere ist entweder unzulässig oder fällt in den Bereich von Domains, die die Gespa auf ihrer Sperrliste führt – mehr als 670 Domains Ende 2025, blockiert auf DNS-Ebene durch Schweizer Telekomanbieter. Werbung für in der Schweiz nicht zugelassene Glücksspiele ist nach Artikel 74 Absatz 3 BGS verboten und nach Artikel 131 BGS mit Busse bis CHF 500’000 bedroht. Diese Seite beschreibt die Rechenwege und bewertet das Angebot der erlaubten Anbieter. Sie bewirbt keine ausländische Plattform.
Rechtslage und Spielerschutz: was Schweizer Veranstalter leisten müssen und was sie nicht leisten
Spielende in der Schweiz sind durch eine Reihe von Bestimmungen geschützt, die unabhängig davon gelten, was ein Rechner anzeigt. Wer einen erwarteten Vorteil von fünf Prozent ausrechnet, kann trotzdem eine Verlustserie erleiden, die sein eigenes Limit überschreitet. Die Mechanismen, die das verhindern sollen, stehen im Gesetz – und sie haben dort ihren Preis.

Wer spielen darf und wer nicht
Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen. Minderjährige sind ausgeschlossen, und wer an einem Wettereignis als Wettkämpfer teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Das gilt für Sporttip wie für Jouez Sport. Online setzt die Registrierung bei Swisslos Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet voraus, und die Personendaten werden aus einem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Mehrfachregistrierungen sind ausgeschlossen. Die Loterie Romande bedient ihre Westschweizer Kantone mit einem vergleichbaren Verfahren.
Verlustlimiten: vom Spieler selbst gesetzt
Das BGS verlangt vom Veranstalter, dass die Spielenden eigene Maximalwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste setzen. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 24 Stunden – gesetzlich. Swisslos und Loterie Romande wenden in ihren Bedingungen 72 Stunden an. Bei Sporttip gilt: vor der ersten Wette Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, Obergrenze CHF 9’999, bei unter 21-Jährigen CHF 1’000. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Was hier als Selbstschutz beginnt, ist gleichzeitig der Punkt, an dem jeder Rechner stille Post wird, wenn das eigene Limit nicht zur Rechnung passt.
Spielsperre und Ausschlussregister
Wer sich selbst sperren will, kann bei Swisslos den Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage blockieren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Auszahlungen an gesperrte oder minderjährige Personen bestehen nicht (Art. 45 BGS). Die freiwillige Sperre lässt sich frühestens nach drei Monaten aufheben, mit Einbezug einer Fachstelle. Gespa-Testkäufe 2025 haben allerdings an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen verkauft – das ist kein Argument gegen Online-Sperren, aber es relativiert die Aussage, der stationäre Schutz funktioniere zuverlässig.
Steuern: was ein Gewinn aus Sportwetten dem Fiskus meldet
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn. Bundesweit liegt die Schwelle seit 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400); die kantonale Schwelle weicht davon ab und wird jeweils mit «je nach Kanton» umschrieben. Über der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die mit der Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Wer darunter bleibt, zahlt nichts – eine Sportwette ist hier also nicht das, was in angelsächsischen Märkten eine Wettsteuer auf den Einsatz heisst. Es gibt keine solche Steuer. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer; im Kanton Thurgau behandelt die Praxis Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen.
Wettarten, Quoten und der Rechner im Hintergrund
Ein Value-Rechner verarbeitet nicht alle Wettarten gleich gut. Was er kann, hängt davon ab, ob der Markt zwei oder drei Ausgänge hat, ob die Quoten als Dezimalzahlen vorliegen und ob die zugrundeliegende Wahrscheinlichkeit eine saubere Schätzung oder eine Wunschvorstellung ist. Wer die Mechanik versteht, sieht am Ende auch, wo jeder Rechner aufhört, mehr zu liefern, als hineingesteckt wurde.
Einzelwette, Kombiwette, Systemwette
Eine Einzelwette ist die einfachste Form: ein Wettereignis, ein Ausgang, eine Quote. Die Auszahlung entspricht dem Einsatz multipliziert mit der Quote – bei Sporttip zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Einzelquoten zu einer Gesamtquote, und der Gewinn entsteht aus Einsatz mal Gesamtquote. Eine Systemwette fasst mehrere Kombinationen aus einem Pool von Voraussagen zusammen; Sporttip lässt hier einen Höchsteinsatz von CHF 10’000 pro Systemwette zu, nach oben also grosszügiger als die CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette, nach unten durch den Mindesteinsatz von CHF 1 begrenzt.
Bei Jouez Sport ist die Spanne enger: Mindesteinsatz online CHF 2, an Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples ebenfalls CHF 2. Der Höchsteinsatz pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 500; ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Die Gesamtquote einer Kombiwette muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen, der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Hier zeigt sich, was die Rechnung nach oben einschränkt: nicht der erwartete Wert, sondern das Regelwerk.
Livewetten, Cash-Out und die Rechnung im Laufe des Spiels
Livewetten sind erlaubt. Bei Sporttip gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, VAR-Entscheid – kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Damit hat die Rechnung einen Schnittpunkt: ab diesem Zeitpunkt ist die erwartete Auszahlung definitionsgemäss der Einsatz zurück, und der positive Erwartungswert verschwindet.
Cash-Out ist bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten verfügbar, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der Cash-Out-Betrag liegt unter dem möglichen Gewinn bei regulärem Wettabschluss, hängt vom Verlauf ab und kann jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für jeden Markt anbieten. Wer live mitrechnet, kommt also mit einem verlangsamten Rückfluss heraus, nicht mit dem versprochenen Endwert. Auch für Jouez Sport ist Cash-Out eine Funktion, die im Règlement nicht gesondert geregelt ist – wer sie nutzt, ist an die Anzeige des Wettscheins gebunden.
Quotenschlüssel und Marge
Jeder Markt hat eine eingebaute Marge. Sie lässt sich aus den Quoten aller Ausgänge berechnen: die Auszahlungsquote ist 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten, die Marge ist 100 % minus dieser Auszahlungsquote. Bei einem einfachen Zweiwege-Markt mit beiden Quoten 1.90 ergibt sich eine Auszahlungsquote von rund 94,74 % und eine Marge von etwa 5,26 %. Das ist die Marge, die der Veranstalter im Schnitt behält – nicht von jedem einzelnen Kunden, sondern über alle Wetten gerechnet. Es ist die einzige Zahl, die ein Value-Rechner aus den Quoten allein herleiten kann, ohne Wahrscheinlichkeit, ohne Schätzung.
Bei einem Dreiwege-Markt (Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg) addieren sich drei Kehrwerte zu einer höheren Summe, die Marge fällt grösser aus, die Auszahlungsquote kleiner. Das ist auch der Grund, warum Value-Rechner in Märkten mit vielen Ausgängen (Tennis-Sätze, Handicap-Kombinationen, Spielerwetten in einer 128er-Auslosung) weniger verlässliche Ergebnisse liefern: die Marge verschluckt einen grösseren Anteil des Einsatzes, und der Spielraum für einen positiven Erwartungswert wird klein.
Rechenband Marge (illustrativ)
Eingaben: ein Zweiwege-Markt mit beiden Quoten 1.90, ein häufiges Muster, kein realer Preis.
Berechnung: Auszahlungsquote = 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) ≈ 94,74 %. Marge = 100 % − 94,74 % ≈ 5,26 %.
Bedingung: identische Quoten auf beiden Seiten. Bei asymmetrischen Quoten – etwa 1.65 gegen 2.40 – verschiebt sich die Marge nur leicht, die Auszahlungsquote liegt meist zwischen 92 % und 96 %.
Ein Rechner kann mehr liefern, sobald eine Wahrscheinlichkeit eingesetzt wird: den erwarteten Wert, ausgedrückt als Differenz zwischen geschätzter Wahrscheinlichkeit und impliziter Wahrscheinlichkeit mal Quote minus 1. Aber genau dort verlässt er das, was die Quoten hergeben, und übernimmt die Schätzung der spielenden Person. Das Ergebnis ist dann nicht mehr die Eigenschaft des Marktes, sondern die Differenz zwischen Markt und Schätzung – und der Rechner macht diese Differenz sichtbar, ohne zu sagen, wer von beiden richtig liegt.
Vom Erwartungswert zum praktischen Rechnen
Der erwartete Wert einer Einzelwette ist Einsatz mal (eigene Wahrscheinlichkeit mal Quote – 1). Ist das Produkt positiv, ist die Wette aus Sicht der Schätzung einen Einsatz wert; ist es negativ, ist sie es nicht. Bei einer geschätzten Wahrscheinlichkeit von 55 % und einer Quote von 2.00 ergibt sich 0,55 × 2,00 − 1 = 0,10, also ein erwarteter Wert von 10 % des Einsatzes – ohne Berücksichtigung der Marge des Marktes und ohne Berücksichtigung dessen, dass die eigene Schätzung selbst ein Modell mit Unsicherheit ist. Die Rechnung zeigt nur, was wäre, wenn die Schätzung trägt. Tun wird sie es nur in einem Bruchteil der Fälle.
Wer mehrere Wetten kombiniert, multipliziert die Gesamtquote und damit den erwarteten Wert stärker – aber auch die Unsicherheit. Eine Kombiwette aus vier Voraussagen zu je 55 % geschätzter Wahrscheinlichkeit landet bei einer Gesamtquote von rund 7,20, der erwartete Wert sinkt mit jeder weiteren Voraussage, weil die Schätzungen unsicherer werden. Das ist der Grund, warum Systemwetten-Rechner populär sind: sie erlauben es, einen Teil der Voraussagen falsch zu haben. Aber was sie nicht ändern, ist die Marge – sie bleibt in jeder Einzelwette eingepreist, und die Auszahlungsquote eines 10er-Systems ist entsprechend tiefer als die einer Einzelwette.
Die zwei Veranstalter im Vergleich: was sie rechnerisch ermöglichen und was nicht
Die folgende Einordnung vergleicht die beiden in der Schweiz zugelassenen Veranstalter anhand ihrer Bewilligung, ihres organisatorischen Hintergrunds und ihrer Reichweite. Sie ist keine Rangliste nach rechnerischem Vorteil – der hängt allein von den Quoten ab, die ein Rechner erst sichtbar macht.
| Marke | Schweizer Bewilligung | Veranstalter und Produkt |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung unter dem BGS (Gespa-Aufsicht) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Produkt Sporttip |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung unter dem BGS (Gespa-Aufsicht) | Société de la Loterie de la Suisse Romande; Produkt Jouez Sport |
Wer in der Deutschschweiz wohnt, kommt an Sporttip nicht vorbei. Wer in der Romandie wohnt, an Jouez Sport nicht. Der Rechner selbst ist anbieterneutral – er erwartet eine Quote und eine Wahrscheinlichkeit. Aber was als Quote eingesetzt werden kann, hängt vom Wettprogramm des Veranstalters ab, und das ist nach Kantonen getrennt.
Rechner im Alltag: was die Zahlen dem Spieler tatsächlich bringen
Ein Rechner liefert keine Entscheidung. Er liefert eine Frage, sauber formuliert. Wer «rechnet», vergleicht seine Einschätzung mit dem, was die Quote verspricht. Das ist alles. Wer aus dem Ergebnis ein System macht, das Wetten automatisch auswählt, übersieht, dass die Schätzung selbst das schwerste Glied der Kette ist – schwerer als jede Formel.
Was die Quote über die Wahrscheinlichkeit sagt
Aus einer Quote von 2.00 folgt eine implizite Wahrscheinlichkeit von 50 %. Aus einer Quote von 3.50 folgt eine von rund 28,6 %, aus 1.25 eine von 80 %. Diese Umkehrung – 1/Quote – ist das, was jeder Rechner als erstes Glied seiner Rechnung anbietet. Sie zeigt, was der Markt für wahrscheinlich hält, gemessen an seiner eigenen Quote. Sie sagt nichts darüber, was tatsächlich eintritt, und sie schliesst die Marge ein, weshalb die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge zusammen über 100 % liegen. Eine Two-Way-Quote von 1.90 / 1.90 ergibt rund 52,6 % + 52,6 % = 105,3 %, und die fehlenden 5,3 Prozentpunkte sind die Marge. Wer das nicht beachtet, vergleicht Äpfel mit Birnen: die implizite Wahrscheinlichkeit ist nicht die «echte», sie ist die, die der Markt plus Marge hergibt.
Wann eine Quote «Wert» hat
Eine Quote hat aus Sicht einer spielenden Person dann Wert, wenn die eigene geschätzte Wahrscheinlichkeit über der implizierten liegt. Schätzt jemand ein Ereignis auf 55 %, und die Quote 1.90 impliziert 52,6 %, dann liegt die Schätzung 2,4 Prozentpunkte darüber. Bei einem Einsatz von CHF 50 verspricht die Quote im Gewinnfall CHF 95; der erwartete Wert, gerechnet mit der geschätzten Wahrscheinlichkeit, ist 0,55 × 95 − 50 ≈ 2,25 CHF über 50 Einsätzen. Was hier zählt, ist nicht ein positiver Saldo, sondern der Vergleich zur Alternative. Eine Wette ohne Wert hat einen negativen erwarteten Wert, und sie durch eine Wette mit Wert zu ersetzen, hebt den erwarteten Wert im Schnitt. Das ist alles, was «Value» in diesem Markt heisst.
Warum das Ergebnis nur so gut ist wie die Schätzung
Der Rechner addiert keine Information. Er ordnet sie. Die Quote ist objektiv, in dem Sinne, dass sie auf einer Plattform veröffentlicht ist. Die Wahrscheinlichkeit ist subjektiv, in dem Sinne, dass sie im Kopf der spielenden Person entsteht – aus Statistik, aus Verletzungslisten, aus Heimbilanz, aus Bauchgefühl. Liegt die subjektive Schätzung daneben, ist der erwartete Wert negativ, und der Rechner hat die Wette trotzdem als «Wert» ausgewiesen. Das ist der Punkt, an dem die ganze Mechanik kippt: nicht die Formel ist das Risiko, sondern die Eingabe. Wer das vergisst, schiebt das Risiko vom Kopf in den Rechner, ohne es zu beseitigen.
Operatoren im Überblick: was jeder zum Rechnen beiträgt
Swisslos Sporttip
Swisslos – mit Sitz in Basel und gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung vom 20. Mai 2019 (IKV 2020) – führt Sporttip als eines der zwei erlaubten Sportwettenprodukte der Schweiz. Das Vertragsgebiet umfasst 19 Deutschschweizer Kantone (AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH), den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein; zusammen ergibt das das Swisslos-Gebiet. Wer dort wohnt, kann online ein Spielkonto eröffnen – nach Ausweis-Upload, Adressprüfung, nur einmal pro Person.
Die Einsatzgrenzen sind klar dokumentiert: Mindesteinsatz CHF 1 pro Einzel- und Kombiwette, Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 pro Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wer hier einen Rechner füttert, füttert ihn mit Einsätzen in dieser Spanne – mehr lässt das System nicht zu.
Bei Sporttip sind Livewetten, Prematch-Wetten und Kombiboost verfügbar. Der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit Einzelquoten von je mindestens 1,50 und stockt den Nettogewinn gestaffelt auf – 5 % bei vier Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn, 100 % bei fünfzehn – und ist auf den Online-Kanal beschränkt. Quoten- und Profitboosts sind für Online-Prematch-Einzelwetten beziehungsweise definierte Sportereignisse verfügbar, pro Person nur einmal nutzbar und bei Cash-Out-Anwendung verloren. Bei abhängigen Wettereignissen derselben Sportveranstaltung ist nur die offizielle Bet-Builder-Funktion zugelassen; irrtümlich angenommene Kombinationen können für ungültig erklärt und der Einsatz zurückerstattet werden.
Die Auszahlungsmechanik: Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut, Gewinne darüber bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto. Bis zu zwei Auszahlungen pro Jahr sind gratis, ab der dritten kann eine Kommission von 3 % anfallen. Auszahlungen erfolgen nur auf ein Konto im eigenen Namen, und eine Auszahlung von Gratisspielguthaben aus Promotionen ist ausgeschlossen. Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Swisslos-Zwecks.
Für den Rechner heisst das: die Quoten sind verbindlich, die Rundung auf 5 Rappen nach zwei Nachkommastellen ist fix, und die Obergrenze bestimmt, wie stark sich eine rechnerisch attraktive Wette über den Daumen gewichten lässt. Wer in der Deutschschweiz wettet, rechnet hier mit Quoten, die anderswo nicht zugänglich sind.
Loterie Romande Jouez Sport
Die Loterie Romande führt Jouez Sport für die Westschweiz – Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf, Jura. Sitz in Lausanne, Avenue de Provence 14; 2’350 Verkaufsstellen und 221 Mitarbeitende nach eigenen Angaben. Das Produkt teilt die Logik einer erlaubten Grossspielbewilligung mit Sporttip, folgt aber eigenen Spielregeln und Limits, die im Règlement (17. Auflage, September 2024) festgehalten sind.
Online liegt der Mindesteinsatz bei CHF 2 – an Verkaufsstellen CHF 3, bei Multiples CHF 2. Der Höchsteinsatz pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 500; ein Multiples-Wettschein darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Einzel- oder Gesamtquote muss zwischen 1.10 und 100’000 liegen. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette ist auf CHF 300’000 begrenzt, für alle Gewinne eines Multiples zusammen auf CHF 1’000’000.
In dieser Mechanik steckt eine andere Rechenlogik: weniger kombinatorischer Spielraum pro Wette (10 Voraussagen statt 15 bei Sporttip), dafür eine niedrigere Mindestquote und ein höherer Maximalgewinn pro Multiple. Wer einen Rechner füttert, sollte mit den eigenen Eckwerten prüfen, ob die Struktur zur Strategie passt – ein System aus acht Voraussagen ist hier möglich, eine aus fünfzehn nicht.
Was Jouez Sport von Sporttip unterscheidet, ist neben dem Quellgebiet die fehlende Cash-Out-Garantie in den Spielregeln und der engere Maximalgewinn pro Wettschein. Was beide gemeinsam haben, ist die Bindung an das Schweizer Recht: Bewilligung, Identitätsprüfung, eigene Limiten, kein Bonus ohne Gespa-Zustimmung. Für die Rechnung heisst das: die Quote wird angenommen, das Ergebnis fliesst auf das Konto im eigenen Namen, ein anonymer oder Krypto-Weg existiert nicht.
Betscore, Duelbits, Rabona, bet-at-home, Interwetten, BDMBet, Betify, MrXbet
Diese acht Marken haben keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz – gleich aus welchem Land – entfaltet hier keine Wirkung; die Gespa führt die Domains auf der Sperrliste, die Schweizer Telekomanbieter auf DNS-Ebene blockieren. Aus Sicht des Rechners sind die Quoten, die diese Marken anbieten, für eine Person mit Wohnsitz in der Schweiz irrelevant, weil die Wette hier nicht stattfinden kann. Wer dennoch rechnet, rechnet mit Zahlen, die in der Schweiz nicht gelten.
Der Vollständigkeit halber: Alle acht Marken verfügen über keine Schweizer Bewilligung; die Gespa nennt Interwetten und bet-at-home namentlich auf der Sperrliste, bet365 ebenfalls. Diese Seite bewirbt keine der genannten Marken und fordert nicht zur Kontoeröffnung auf. Wer mit einem Wohnsitz in der Schweiz wettet, hat zwei erlaubte Veranstalter – Sporttip und Jouez Sport – und eine lange Liste blockierter Domains.
Was ein Rechner leistet – und wo er aufhört
Ein Value-Rechner für Sportwetten ist ein Werkzeug, kein Urteil. Er rechnet Quote und geschätzte Wahrscheinlichkeit in einen erwarteten Wert, er legt die implizite Wahrscheinlichkeit offen, er macht die Marge des Marktes sichtbar. Was er nicht leistet, ist die Schätzung selbst, die Vorhersage und die Auswahl der Wetten. Wer eines der drei vom Rechner erwartet, übersieht, dass jede dieser Aufgaben ein Modell mit eigenen Annahmen ist – und jedes Modell kann falsch liegen.
In der Schweiz begrenzt die Bewilligungslage den Kreis der Quoten, mit denen gerechnet werden kann, auf zwei Veranstalter. Wer hier rechnet, rechnet mit den Quoten, die Sporttip und Jouez Sport veröffentlichen, innerhalb der Limits, die diese beiden Anbieter setzen, unter den Regeln, die das BGS und die IKV 2020 vorgeben. Diese Rahmung macht den Rechner nicht überflüssig – sie macht ihn ehrlich. Die Quote trägt die Marge des Veranstalters, die eigene Schätzung trägt das Modell der spielenden Person, der erwartete Wert trägt die Differenz. Mehr lässt sich rechnerisch nicht sagen, und weniger reicht nicht.
Häufige Fragen zum Value-Rechner für Sportwetten in der Schweiz
Wie funktioniert ein Value-Rechner, und welche Angaben braucht er?
Ein Value-Rechner erwartet zwei Eingaben: die Quote des Anbieters und die eigene geschätzte Wahrscheinlichkeit für den Ausgang. Aus der Quote berechnet er die implizite Wahrscheinlichkeit (1/Quote) und daraus die Marge des Marktes über alle Ausgänge. Aus beiden Grössen bildet er den erwarteten Wert: eigene Wahrscheinlichkeit mal Quote minus 1. Alles, was der Rechner an Information liefert, stammt aus diesen beiden Zahlen.
Wie lässt sich die implizite Wahrscheinlichkeit aus einer Quote berechnen?
Die implizite Wahrscheinlichkeit ist der Kehrwert der Dezimalquote. Eine Quote von 2.00 entspricht 50 %, eine Quote von 3.50 entspricht rund 28,6 %. Die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge eines Marktes ergeben in der Summe mehr als 100 %; die Differenz zu 100 % ist die Marge des Marktes. Eine Two-Way-Quote von 1.90 / 1.90 ergibt 52,6 % + 52,6 % = 105,3 %, die Auszahlungsquote beträgt rund 95,0 % und die Marge damit 5,0 %.
Wie wird die Marge des Anbieters aus den Quoten eines Ereignisses sichtbar?
Die Marge ist 100 % minus der Auszahlungsquote, und die Auszahlungsquote ist 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quote_n), summiert über alle Ausgänge des Marktes. Bei einem Zweiwege-Markt mit 1.90 / 1.90 beträgt die Auszahlungsquote rund 95,0 %, die Marge also 5,0 %. Bei Märkten mit drei oder mehr Ausgängen fällt die Marge höher aus, weil die Summe der Kehrwerte grösser wird.
Warum ist das Ergebnis eines Rechners nur so gut wie die eingegebene Wahrscheinlichkeitsschätzung?
Der Rechner ordnet vorhandene Information, er erzeugt keine. Die Quote ist objektiv, die Wahrscheinlichkeit ist eine subjektive Schätzung. Liegt die Schätzung daneben – und sie liegt in den meisten Fällen daneben –, dann ist der erwartete Wert, den der Rechner ausgibt, irreführend. Die Formel ist korrekt, die Eingabe ist es nicht. Wer seine Schätzung nicht kalibrieren kann, sollte nicht rechnen, sondern setzen.
Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote, und wie wird er bei Sporttip gerundet?
Der Gewinn einer Einzelwette ist Einsatz mal Quote, bei einer Kombiwette Einsatz mal Gesamtquote. Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei einer Quote von 2.15 und einem Einsatz von CHF 50 ergibt sich rechnerisch CHF 107,50; nach Aufrundung und Abrundung kann der ausbezahlte Betrag um wenige Rappen abweichen.
Welche Höchsteinsätze gelten bei Sporttip und Jouez Sport, und wie lassen sich Verlustlimiten setzen?
Bei Sporttip liegt der Höchsteinsatz pro Einzel- oder Kombiwette bei CHF 1’000, pro Systemwette bei CHF 10’000, der Mindesteinsatz bei CHF 1. Bei Jouez Sport liegt der Höchsteinsatz pro Einzel- oder Kombiwette bei CHF 500, der Mindesteinsatz online bei CHF 2. Verlustlimiten werden nicht vom Gesetz gesetzt, sondern vom Spieler selbst: bei Sporttip für 1, 7 und 30 Tage vor der ersten Wette, Obergrenze CHF 9’999. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage setzen.
Quoten – englandwetteninfo
Inhalt erstellt vom Team «englandwetteninfo»
