Über unter wetten – Linien, Quoten und die zwei bewilligten Anbieter

Updated Oktober 2026
Licensed
usAvailable in US
Fast payouts
18+ Only

Ladevorgang...

Ein Torpfosten mit Latte steht aus der Ferne vor grauem Himmel auf einer Wiese.

Eine Über-/Unter-Wette ist im Kern eine einzige Frage: endet eine messbare Grösse am Ende über oder unter einer vom Veranstalter gesetzten Linie. Beim Fussball sind es Tore, beim Basketball Punkte, beim Eishockey Tore, beim Tennis die Anzahl Games in einem Satz. Wer «über 2.5» spielt, gewinnt, wenn drei oder mehr Tore fallen; wer «unter 2.5» spielt, gewinnt bei null, einem oder zwei Toren. Halbe Linien wie 1.5, 2.5 oder 3.5 schliessen den genauen Treffer aus – das Ergebnis kann nicht auf der Linie landen. Bei geraden Linien wie 2.0 ist ein Unentschieden möglich, und der Wettschein wird in der Regel zurückerstattet. Diese Mechanik ist auf beiden Seiten dieselbe; der Unterschied zwischen einer Über- und einer Unter-Wette liegt nur in der Richtung, in die der Wettende die Gesamtsumme erwartet.

Stand der Daten: Oktober 19, 2026; geprüft gegen die Spielregeln von Sporttip (Swisslos) und das Reglement Jouez Sport (Loterie Romande).

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, und wird auf 5 Rappen genau abgerundet.

Die Quote auf jeder Seite trägt die Marge des Veranstalters. Sie ist nicht symmetrisch gemeint, sondern ein Spiegel des Buchmacher-Urteils: wer die wahrscheinlichere Seite wählt, bekommt die tiefere Quote. Eine 1.90/1.90-Linie auf 2.5 Tore heisst, dass der Veranstalter das Spiel als ausgeglichen einschätzt und auf beiden Seiten gleich viel Risiko kaufen will. Eine 1.65/2.20-Linie verrät eine deutlichere Erwartung. Genau in dieser Asymmetrie steckt der Verdienst des Veranstalters: er nimmt auf beiden Seiten einen kleinen Abschlag mit, und am Ende bleiben die Quoten unter dem, was eine «faire» Wette – 2.00/2.00 – ergeben würde.

In der Schweiz ist diese Wettart kein grenzenloser Markt. Das Geldspielgesetz anerkennt nur zwei Veranstalter, die Sportwetten durchführen dürfen, und jede Wette muss sich innerhalb des Wettprogramms bewegen, das die Gespa für sie freigegeben hat. Wer auf Über oder Unter tippt, tippt deshalb immer in einem geschlossenen Rahmen – die Sportarten und Wettarten stehen fest, bevor die Quote gesetzt wird.

Wie eine Linie zustande kommt und was sie über das Spiel verrät

Eine Linie ist kein Zufallswert. Sie wird vor dem Spiel aus dem erwarteten Verlauf abgeleitet, dann an die Wetten angepasst, die eingehen, und schliesslich so justiert, dass der Veranstalter auf beiden Seiten ein ähnliches Risiko trägt. Für den Wettenden bedeutet das: die Linie am Tag vor dem Spiel ist eine Prognose, die Linie kurz vor Anpfiff ist das, was der Markt tatsächlich erwartet. Beide ändern sich, wenn neue Informationen eintreffen – ein Ausfall in der Startelf, ein Wetterumschwung, eine taktische Umstellung. Wer die Linie als reine Buchmacher-Meinung liest, übersieht, dass sie auch die Wettenden selbst enthält.

Ein Feldweg führt bei Sonnenaufgang zwischen Wiesen auf ein Waldstück zu.
Der Sporttip-Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben.

Bei Livewetten gilt dasselbe Prinzip in schnellerer Folge. Der Veranstalter reagiert auf den Spielverlauf, die Quoten schwanken mit jedem Tor und jeder gelben Karte, und die Linie auf «nächste Gesamttorzahl» verschiebt sich mit dem Spielstand. Das Tempo verleitet zu schnellen Folgewetten – der Reiz einer Über-/Unter-Wette liegt genau darin, dass sie mit einem Tor in eine Richtung kippt.

Für die Schweiz heisst das: das Wettprogramm bestimmt, welche dieser Linien überhaupt angeboten werden. Die Gespa führt eine geschlossene Liste bewilligter Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten; was dort nicht steht, darf nicht angeboten werden. Eckball- und Kartenmärkte, asiatische Handicap-Varianten, esports – sie alle tauchen in dieser Liste nicht auf. Wer eine asiatische Über-/Unter-Linie oder eine 0.25/0.75-Variante sucht, sucht sie bei den Schweizer Veranstaltern vergeblich. Die Anbieter in dieser Aufstellung beschränken sich auf Linien, die dem europäischen Format entsprechen – ganze und halbe Werte, 2.5-Tore-Linien, Punkte-Summen im Basketball, Tore im Eishockey.

Was Über und Unter im Wettprogramm von Sporttip und Jouez Sport bedeutet

Im Wettprogramm von Sporttip und Jouez Sport steht eine Über-/Unter-Wette immer vor einer messbaren Grösse. Tore, Punkte, Sätze, Games – die Linie folgt der Sportart. Fussball bietet die klassischen 0.5- bis 4.5-Tor-Linien und gelegentlich eine 5.5-Linie bei offensiv erwarteten Spielen; im Basketball geht es um die Gesamtpunktzahl, im Eishockey um Tore, im Tennis um Games oder Sätze. Jede Linie wird von beiden Seiten ausgeschrieben: wer «über» wählt, setzt darauf, dass die Gesamtsumme die Linie übersteigt; wer «unter» wählt, setzt auf das Gegenteil.

Eine leere Holztribüne steht am Waldrand neben einem kleinen Sportplatz im Herbstlicht.
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019.

Die Quote auf jeder Seite spiegelt die Wahrscheinlichkeit, die der Veranstalter dem Ausgang beimisst, abzüglich seiner Marge. Bei einem erwarteten 2:1-Spiel liegt die Linie oft bei 2.5, die Seite «über» notiert tiefer als 2.00, die Seite «unter» höher. Weicht das tatsächliche Ergebnis von der Erwartung ab, gewinnt der Wettende; weicht es in die andere Richtung ab, verliert er. Der Spielraum ist schmal, die Quoten liegen eng beieinander, und die Marge des Veranstalters ist in beiden Quotierungen enthalten.

Die Verrechnung folgt bei beiden Veranstaltern klaren Regeln. Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus dem Einsatz mal der Gesamtquote – bei einer Einzelwette ist das die ausgeschriebene Quote, bei einer Kombiwette das Produkt der Einzelquoten. Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Das bedeutet: aus einem rechnerischen Gewinn von CHF 13’736 wird ein ausgezahlter Gewinn von CHF 13.75, aus CHF 17’482 wird CHF 17.50. Diese Abrundung ist klein, sie fällt bei niedrigen Einsätzen nicht ins Gewicht – aber sie zeigt, dass die ausgeschriebene Quote nicht der ausgezahlte Betrag ist, sondern dessen Obergrenze. Bei Jouez Sport gilt die kantonale Praxis der Loterie Romande, die Quoten und Gewinne ebenfalls auf 5 Rappen rundet.

Reguläre Spielzeit, Verlängerung und Penaltyschiessen

Eine der häufigsten Fragen bei Über-/Unter-Wetten betrifft die Spielzeit. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus die Nachspielzeit – beim Fussball also 90 Minuten plus die vom Schiedsrichter angezeigte Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder wenn sie Gegenstand der Wette sind. Eine 2.5-Tore-Linie auf ein K.-o.-Spiel im Weltcup, das in die Verlängerung geht, zählt also nur die Tore aus den 90 Minuten plus Nachspielzeit. Wer auf «über 2.5» setzt und das Spiel endet nach 90 Minuten 1:1, in der Verlängerung fällt kein Tor, im Penaltyschiessen schon – die Wette ist verloren, weil das Penaltyschiessen nicht zählt.

Im Basketball ist die Lage einfacher. Eine Über-/Unter-Linie auf die Gesamtpunktzahl bezieht sich auf das gesamte Spiel einschliesslich Verlängerung, weil das Wettprogramm in der Regel die reguläre Spielzeit plus Overtime meint. Steht im Programm «einschliesslich Verlängerung», gilt sie; steht sie nicht da, gilt nur die reguläre Spielzeit. Wer eine asiatische Linie mit halber oder viertel Punktzahl sucht, wird sie im Schweizer Wettprogramm nicht finden – die Liste der bewilligten Wettarten kennt keine 0.25- oder 0.75-Linien, und die Veranstalter bieten sie nicht an.

Bei abgebrochenen oder abgesagten Spielen greift eine eigene Regelung. Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückerstattet, in einer Kombiwette erhält die betroffene Voraussage die Quote 1.00, was die Gesamtquote entsprechend senkt. Diese 48-Stunden-Frist gilt im Rahmen von Turnieren mit einer festen Spielfolge; bei einem Ligaspiel, das wegen Wetter abgesagt wird, ist die Nachholpartie meist innerhalb der Frist. Entscheidend ist, was tatsächlich stattfindet – nicht, was der Spielplan vorsah.

Gespa, Bewilligung und die geschlossene Liste

Die Aufsicht über Sportwetten in der Schweiz liegt bei der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Sie führt keine Liste lizenzierter Buchmacher im herkömmlichen Sinn, weil das Geldspielgesetz nur zwei Veranstalter zulässt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Wer in der Schweiz eine Sportwette platzieren will, kann sie nur bei einem dieser beiden Anbieter abschliessen – physisch an einer Verkaufsstelle oder online über das jeweilige Spielkonto.

Die Gespa legt ausserdem fest, was überhaupt gewettet werden darf. Die «Liste der bewilligten Wetten», zuletzt angepasst am 10. September 2026, nennt Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten; was dort nicht steht, darf nicht angeboten werden. Die Liste enthält Fussball, Eishockey, Basketball, Handball, Tennis, Volleyball, Eishockey-Nationalmannschaften, den Radsport, den Skisport und einiges mehr. Sie enthält keine esports-Sektion, keine Eckball- und Kartenmärkte, keine asiatischen Handicap-Varianten. Frauenwettbewerbe sind nur dann bewilligt, wenn sie auf der Liste stehen; Qualifikationsrunden nur dann, wenn die Liste sie ausdrücklich aufnimmt; Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb oder über das Podium entscheidet. Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehshows sind nicht erlaubt – das Geldspielgesetz nennt sie ausdrücklich nicht.

Diese Geschlossenheit hat zwei Seiten. Sie schützt den Wettenden vor intransparenten Angeboten und vor Wetten auf Ereignisse, die der Veranstalter nicht überprüfen kann. Sie beschränkt aber auch das Wettprogramm: wer eine bestimmte Linie oder einen bestimmten Markt sucht, ist an das gebunden, was die Gespa bewilligt hat. Wer auf eine asiatische 0.25-Tore-Linie setzen will, kann das in der Schweiz nicht tun – weder bei Sporttip noch bei Jouez Sport.

Bewilligung, Vertragsgebiet und Spielkonto

Eine Online-Registrierung bei Swisslos setzt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet voraus, also in einem der 19 Deutschschweizer Kantone, im Tessin oder in Liechtenstein. Wer in Genf wohnt, kann kein Sporttip-Konto eröffnen; wer in Bern wohnt, kann kein Jouez-Sport-Konto eröffnen. Die Person muss volljährig sein, darf keine Spielsperre haben, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Identität wird über einen hochgeladenen Ausweis verifiziert und gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten – das gilt für Aktive ebenso wie für Funktionäre und Schiedsrichter.

Bei der Loterie Romande ist die Registrierung ähnlich geregelt, mit Wohnsitz in den sechs Westschweizer Kantonen als Voraussetzung. Beide Veranstalter betreiben eigene Spielkonten, die vom Wallet getrennt sind; Einzahlungen laufen über die vom Veranstalter zugelassenen Zahlungsarten, Auszahlungen nur auf ein Bank- oder Postkonto im Namen der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers. Anonyme Auszahlungen oder Kryptowährungen sind im bewilligten Schweizer Wetten nicht vorgesehen. Das Geldspielgesetz schreibt diese Bindung an ein namentliches Konto ausdrücklich vor.

Wer in der Schweiz was anbieten darf

Die folgende Einordnung fasst die bewilligten Veranstalter und die nicht bewilligten Marken zusammen, die Schweizer Spielende aus dem Internet kennen. Sie ersetzt keine eigene Prüfung der Spielregeln, sie macht nur sichtbar, wer eine Schweizer Bewilligung hat und wer nicht.

Anbieter Bewilligung in der Schweiz Veranstalter / berichtete Lizenz
Swisslos Sporttip Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (BGS); Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (BGS); Aufsicht Gespa Loterie Romande, Lausanne
1xBet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Wirkung
Donbet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Wirkung
AmunRa ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Wirkung
Bruce Bet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Wirkung
Fezbet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Wirkung
Pribet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Wirkung
Cloudbet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Wirkung
GG.BET ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Wirkung

Die Trennung ist klar: zwei Anbieter führen eine Schweizer Bewilligung, acht führen keine. Eine ausländische Lizenz – gleich aus welchem Land – hat in der Schweiz keine Wirkung; das Geldspielgesetz zählt Wetten ohne Schweizer Bewilligung zu den nicht bewilligten Grossspielen, und die Gespa führt eine Sperrliste mit Domains, die Schweizer Internetanbieter per DNS blockieren. Wer bei einem der acht genannten Anbieter spielt, spielt ausserhalb des Schweizer Rechtsrahmens, ohne Zugang zum Schweizer Ausschlussregister und ohne Schweizer Beschwerdestelle. Die Werbung für solche Angebote ist in der Schweiz verboten, nicht aber deren Nutzung; der Spielende wird nicht bestraft, aber Gewinne können im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und die kantonalen Steuerbehörden behandeln Gewinne aus ausländischen Grossspielen nach eigener Praxis.

Mindesteinsatz, Höchsteinsatz und was eine Wette kostet

Die Einsatzgrenzen sind bei beiden Veranstaltern klar definiert. Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000, und für eine Systemwette CHF 10’000. Bei Jouez Sport liegt der Mindesteinsatz online bei CHF 2 (in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2), der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten bei CHF 500, und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Diese Werte stehen in den Spielregeln, sie können vom Veranstalter jederzeit ohne Angabe von Gründen geändert werden, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Beim Gewinn gibt es ebenfalls eine Obergrenze. Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000, und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombiwette muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen; eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen. Diese Regelung schützt den Veranstalter vor einem einzigen Grossgewinn, der seine Reserven sprengen würde, und sie bedeutet für den Wettenden, dass eine Wette mit einer sehr hohen Gesamtquote formal angenommen, aber in der Auszahlung gekappt wird.

Marge: was die Quoten beider Seiten über den Veranstalter verraten

Die Quote auf jeder Seite trägt die Marge des Veranstalters. Bei einer ausgeglichenen Wette – das Spiel gilt als offen, beide Seiten haben ähnliche Chancen – liegt die faire Quote bei 2.00/2.00. Liegen die Quoten tatsächlich bei 1.90/1.90, hat der Veranstalter auf beiden Seiten einen Abschlag von etwa 5 % eingepreist. Die Auszahlungsquote – der Anteil der Einsätze, der im Mittel an die Wettenden zurückfliesst – ist dann 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90), also rund 0.95, was einer Marge von etwa 5 % entspricht. Bei Quoten von 1.80/2.00 liegt die Auszahlungsquote bei 1 ÷ (1/1.80 + 1/2.00), also bei rund 0’947, die Marge bei etwa 5.3 %.

Eine kleine Beispielrechnung: bei einer 1.90/1.90-Linie auf 2.5 Tore zahlt der Veranstalter im Mittel 95 Rappen pro eingesetzten Franken an die Wettenden zurück, 5 Rappen behält er als Marge. Bei einer asymmetrischen Linie wie 1.65/2.20 liegt die Auszahlungsquote bei 1 ÷ (1/1.65 + 1/2.20), also bei rund 0’941 – die Marge beträgt etwa 5.9 %. Der Veranstalter schlägt also nicht auf einen festen Prozentsatz auf, sondern er kalkuliert die Marge aus der Quotenstruktur. Je grösser die Asymmetrie, desto höher tendenziell die Marge, weil das Risiko auf der einen Seite stärker gewichtet werden muss. Eine Wette zu «fairen» Quoten gibt es im bewilligten Markt nicht.

Was heisst das für den Wettenden? Bei 1.90/1.90 verliert er im Mittel 5 Cent pro Franken Einsatz, unabhängig davon, auf welche Seite er setzt. Wer 100 Wetten à CHF 10 auf 2.5 Tore platziert – abwechselnd über und unter – verliert im Mittel rund CHF 50, ohne dass eine einzelne Wette daran schuld wäre. Die Marge ist der Preis des Wettens, und sie ist nicht verhandelbar. Sie lässt sich nur indirekt senken, indem man auf Wettmärkte mit niedrigerer Marge ausweicht (Asiatische Märkte, die in der Schweiz nicht angeboten werden) oder auf Boni, die aber im bewilligten Markt anders funktionieren als im ausländischen.

Spielerinnen und Spieler: Limiten, Sperren und was die Veranstalter verlangen

Vor der ersten Teilnahme an Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – das verhindert, dass eine Person in einer emotionalen Phase ihr eigenes Limit sofort wieder hochsetzt. Zusätzlich kann eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage gesetzt werden. Diese Limiten sind Selbstbindungen, die der Veranstalter technisch durchsetzt: wer sie zu reiessen droht, kann nicht weiter wetten.

Die Spielsperre ist die stärkere Stufe. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie für das Fürstentum Liechtenstein. Das bedeutet: wer sich einmal sperrt, ist aus dem gesamten bewilligten Geldspielmarkt ausgeschlossen, und die Sperre gilt unabhängig davon, ob die Person sie bei Sporttip, bei einem Casino oder bei einem anderen Anbieter ausgesprochen hat. Eine freiwillige Sperre kann frühestens nach drei Monaten aufgehoben werden, und sie ist an eine Fachstelle gebunden.

Für die Praxis heisst das: wer auf Über-/Unter-Wetten setzt, hat in seinem eigenen Konto drei Hebel zur Verfügung – Tages-, Wochen- und Monatslimite, Einzahlungslimite und Spielsperre. Wer die ersten beiden nutzt, hält den Einsatz im Rahmen, den er sich selbst gesetzt hat. Wer die dritte nutzt, schliesst sich für eine bestimmte oder unbestimmte Zeit komplett aus. Beide Hebel greifen technisch, das heisst der Veranstalter kann das Limit nicht umgehen und die Sperre nicht aufheben.

Quotenboost, Kombiboost und Cash-Out

Beide Veranstalter kennen Zusatzfunktionen, die eine Über-/Unter-Wette verändern können. Bei Sporttip gibt es den Quotenboost, der nur online für Prematch-Einzelwetten gilt und die ausgeschriebene Quote für eine bestimmte Voraussage erhöht; den Profitboost, der den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz erhöht; und den Kombiboost, der nur online gilt und mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50 verlangt. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn – mit gedeckelten Einsätzen und Erhöhungen.

Beim Kombiboost bedeutet das konkret: wer eine Kombiwette mit fünf Voraussagen platziert, von denen jede die Mindestquote 1.50 erfüllt, erhält einen Bonus von 5 % auf den Nettogewinn. Bei sieben Voraussagen steigt der Bonus auf 20 %, bei zehn auf 40 %, bei fünfzehn auf 100 %. Der Boost ist eine Erhöhung des Nettogewinns, nicht eine Erhöhung der Quote – wer eine Wette verliert, erhält den Boost nicht. Wer auf eine 2.00/2.00-Linie setzt und verliert, hat weder Gewinn noch Boost; wer gewinnt, bekommt den Nettogewinn um den angegebenen Prozentsatz erhöht. Das ist eine Marketing-Aussage, die in den Spielregeln steht und in den Allgemeinen Bedingungen ihre Grenzen findet.

Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann vom Veranstalter jederzeit geändert werden. Der Veranstalter muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten – wer eine bestimmte Wette platziert, kann nicht darauf vertrauen, sie vorzeitig auszahlen zu lassen. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. Und: bei Livewetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählt die Wette mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid) kann der Veranstalter Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Das ist ein Schutz gegen verspätete Wetten, die ein bereits entschiedenes Spiel noch treffen.

Strategie: Tore, Spielstil, Wetter und Ausfälle

Eine Über-/Unter-Wette lässt sich nicht aus dem Bauch heraus gewinnen – sie lässt sich aber auch nicht mit Sicherheit gewinnen. Wer die Linie schlagen will, arbeitet mit denselben Informationen, die auch der Veranstalter nutzt: historische Tore pro Spiel, Spielstil der beiden Teams, Wetter, Ausfälle. Eine Mannschaft, die im Schnitt 1.4 Tore pro Heimspiel schiesst und 1.1 kassiert, spielt in einem 2.5-Spiel wahrscheinlich eher unter als über – aber «wahrscheinlich» heisst nicht «sicher». Ein einziges Spiel kann aus der Reihe tanzen, ein Elfmeter in der 89. Minute die Linie kippen.

Was sich auswerten lässt, ist die Wahrscheinlichkeit, mit der eine Mannschaft eine bestimmte Anzahl Tore schiesst. Bei einer angenommen Poisson-Verteilung und einem Mittelwert von 1.4 Toren pro Spiel liegt die Wahrscheinlichkeit für 0 Tore bei etwa 25 %, für 1 Tor bei etwa 35 %, für 2 Tore bei etwa 24 %, für 3 oder mehr Tore bei etwa 16 %. Eine 2.5-Linie würde in diesem Fall mit 16 % Wahrscheinlichkeit getroffen – was einer fairen Quote von etwa 6.25 entspricht. Steht die Linie bei 1.5, wird sie mit 16 + 24 = 40 % Wahrscheinlichkeit getroffen, was einer fairen Quote von 2.50 entspricht. Diese Rechnungen sind eine Annäherung; sie ignorieren Spielstil, Heimvorteil, Defensivstärke, Wetter. Wer sie nutzt, gewinnt nicht automatisch, aber er setzt gegen eine Linie, die er selbst eingeschätzt hat.

Die Frage ist, ob der Wettende einen Vorteil gegenüber dem Veranstalter hat. Bei grossen Fussball-Ligen ist die Informationslage so dicht, dass Buchmacher und Wettende auf ähnliche Werte kommen. Die Marge des Veranstalters – in der Regel um 5 % – schliesst einen langfristigen Gewinn auf der Linie selbst aus. Wer trotzdem gewinnen will, muss einen Informationsvorsprung haben, den der Veranstalter nicht hat: ein Insider-Wissen über eine Verletzung, eine taktische Umstellung, die in der Öffentlichkeit noch nicht angekommen ist. Dieses Wissen ist selten, und es ist in der Schweiz ausgeschlossen: wer als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.

Praktisch heisst das: wer auf Über-/Unter setzt, sollte die Linie lesen können, die Marge einkalkulieren und sich auf wenige Spiele konzentrieren, die er wirklich einschätzen kann. Eine 100-Wetten-Strategie, abwechselnd über und unter, kostet im Mittel die Marge; sie ist ein Nullsummenspiel mit negativem Erwartungswert. Eine Strategie, die auf 20 Spiele setzt, die man tatsächlich analysiert hat, hat ebenfalls einen negativen Erwartungswert – aber einen kleineren, weil die Marge auf das konzentriert wird, was man versteht.

Verbreitete Irrtümer und was eine Über-/Unter-Wette nicht ist

Eine Über-/Unter-Wette ist keine Wette auf den Sieger und keine Wette auf den Ausgang. Wer auf «über 2.5» setzt, gewinnt auch dann, wenn das Spiel 0:3 ausgeht – die Linie wird durch die Gesamtzahl der Tore bestimmt, nicht durch das Ergebnis. Wer auf «unter 2.5» setzt, gewinnt auch bei 1:0 oder 0:0.

Eine Über-/Unter-Wette ist auch keine Wette auf «mehr Tore als üblich». Die Linie 2.5 ist im modernen Fussball die häufigste Linie, weil sie ungefähr der durchschnittlichen Torzahl entspricht. Wer immer auf «über 2.5» setzt, weil Fussball «viele Tore» hat, setzt gegen eine Linie, die diese Erwartung bereits eingepreist hat.

Eine Über-/Unter-Wette ist schliesslich keine sichere Wette. Die Quote auf jeder Seite ist eine Wahrscheinlichkeit, keine Garantie. Wer 1.90/1.90 als «sichere» Linie liest, weil beide Seiten ausgeglichen wirken, vergisst die Marge. Eine faire 2.00/2.00-Linie gibt es im bewilligten Markt nicht; jede Linie kostet den Wettenden einen kleinen Abschlag.

Steuern, Freibetrag und Verrechnungssteuer

In der Schweiz sind Gewinne aus bewilligten Grossspielen einkommenssteuerfrei bis zu einem Freibetrag pro Einzelgewinn. Auf Bundesebene liegt der Freibetrag seit dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (im Jahr 2025 waren es CHF 1’070’400). Oberhalb dieses Freibetrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Der kantonale Freibetrag weicht vom Bund ab, weshalb die Faustregel «je nach Kanton» gilt und eine allgemeingültige einzelne Zahl nicht existiert.

Für die meisten Spielenden ist das irrelevant. Ein typischer Über-/Unter-Gewinn liegt im zwei- bis dreistelligen Bereich, weit unter jedem Freibetrag. Es fällt keine Einkommenssteuer an, keine Verrechnungssteuer wird einbehalten, der Gewinn wird brutto ausbezahlt. Was bleibt, ist die Marge des Veranstalters – und die ist im Gewinn bereits abgezogen, in Form der tieferen Quote.

Gewinne ausländischer Anbieter unterliegen der kantonalen Steuerpraxis. Der Kanton Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als voll steuerbares Einkommen; andere Kantone haben eine andere Praxis. Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, sollte die kantonale Steuerverwaltung oder eine Steuerberatung fragen, bevor die Steuererklärung fällig wird.

Wer wo spielen kann: Vertragsgebiet, Online-Konto und Verkaufsstellen

Ein Sporttip-Konto lässt sich nur eröffnen, wer Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet hat – also in den 19 Deutschschweizer Kantonen, im Tessin oder in Liechtenstein. Die Online-Registrierung verlangt einen Ausweis, der gegen Adressdatenbanken geprüft wird, sowie die Bestätigung, dass keine Spielsperre besteht. Wer in Genf wohnt, kann sich nicht bei Swisslos registrieren; die Person kann sich aber bei der Loterie Romande registrieren, sofern sie in einem der sechs Westschweizer Kantone wohnt. Wer im Ausland wohnt, kann sich bei keinem der beiden Veranstalter registrieren.

Verkaufsstellen gibt es in beiden Vertragsgebieten. Die Loterie Romande betreibt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und beschäftigt 221 Mitarbeitende; Sporttip ist in den Deutschschweizer Kantonen, im Tessin und in Liechtenstein an Verkaufsstellen präsent, die Swisslos betreibt. In der Verkaufsstelle gelten teilweise andere Limits: bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz in der Verkaufsstelle CHF 3 statt CHF 2, und die Höchsteinsätze sind identisch. Wettscheine, die in der Verkaufsstelle abgegeben werden, werden dort ausgewertet; Online-Wetten laufen über das Spielkonto.

Was bei Sportabbruch und Absage passiert

Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückerstattet, in einer Kombiwette erhält die betroffene Voraussage die Quote 1.00, und die Gesamtquote sinkt entsprechend. Im Rahmen eines Turniers mit fixer Spielfolge gilt die 48-Stunden-Frist sinngemäss – das nächste Spiel des Teams im Turnier wird als Nachholspiel betrachtet, sofern es innerhalb der Frist stattfindet.

Bei Livewetten gilt eine zusätzliche Regel: Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. Das bedeutet: wer im Fussball auf «über 0.5 Tore» der zweiten Halbzeit setzt, nachdem das erste Tor der zweiten Halbzeit bereits gefallen ist, gewinnt die Wette mit 1.00 – der Einsatz wird zurückerstattet, mehr nicht. In spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid – kann der Veranstalter Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Diese Regelung schützt die Integrität des Marktes; sie verhindert, dass eine Wette auf ein bereits eingetretenes Ereignis noch platziert und gewonnen wird.

Auszahlung, Gültigkeit und Verjährung

Ein Gewinn, der nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht wird, verfällt zugunsten des Swisslos-Zwecks. Wer eine Wette platziert, sollte das Ergebnis im Auge behalten; eine vergessene Auszahlung verfällt. Bei verweigerter Auszahlung ist eine Einsprache innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief an Swisslos zu richten.

Spielguthaben auf dem Swisslos-Wallet kann per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein gekauft werden; der Mindestbetrag liegt bei CHF 20, in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Auszahlungen vom Wallet auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto sind innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden. Die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.

Wer wo spielt: zwei bewilligte Veranstalter, acht ohne Bewilligung

Die folgende Aufstellung führt die bewilligten Veranstalter und die acht Marken ohne Schweizer Bewilligung auf. Sie dient der Information über den Bewilligungsstatus der Angebote.

Swisslos Sporttip

Swisslos betreibt das Produkt Sporttip für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein. Sitz der Genossenschaft ist Basel; die Bewilligung beruht auf der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020), die Aufsicht führt die Gespa. Das Online-Konto steht nur Personen mit Wohnsitz im Vertragsgebiet offen; die Identität wird über einen Ausweis verifiziert, und die Person muss volljährig sein. Sporttip bietet Über-/Unter-Wetten auf die im Wettprogramm genannten Linien – ganze und halbe Torlinien im Fussball, Punkte-Summen im Basketball, Tore im Eishockey, Games im Tennis – sowie Cash-Out, Quotenboost, Profitboost und den Kombiboost für Online-Wetten mit mindestens vier Voraussagen ab Quote 1.50. Die Limiten sind CHF 1 bis CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette und bis zu CHF 10’000 pro Systemwette.

Für wen es passt: für Wettende im Vertragsgebiet, die das vollständige Wettprogramm eines bewilligten Veranstalters nutzen wollen, Cash-Out als Werkzeug sehen und die eigenen Limiten technisch durchsetzen möchten. Wer eine 1.90/1.90-Linie auf grosse Fussball-Ligen sucht, findet sie hier. Wer eine asiatische Linie oder einen Eckball-Markt sucht, findet sie nicht – das Wettprogramm folgt der Gespa-Liste und enthält diese Märkte nicht.

Loterie Romande Jouez Sport

Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die Westschweiz – Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sitz ist Lausanne; das Online-Konto steht nur Personen mit Wohnsitz in diesen Kantonen offen, das Verkaufsstellennetz umfasst 2’350 Stellen. Die Bewilligung folgt demselben Rahmen wie Sporttip; die Aufsicht führt ebenfalls die Gespa. Jouez Sport bietet Über-/Unter-Wetten auf das eigene Wettprogramm; die Limiten sind CHF 2 bis CHF 500 pro Einzel- oder Kombiwette, ein Wettschein mit Multiples darf höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten, und der Höchstgewinn liegt bei CHF 300’000 pro Wette und CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Mindestquote ist 1.10, die maximale Gesamtquote 100’000.

Für wen es passt: für Wettende in der Westschweiz, die dieselbe bewilligte Mechanik wie Sporttip suchen, aber im Vertragsgebiet der Loterie Romande wohnen. Die Marge auf den Linien ist vergleichbar, das Wettprogramm folgt ebenfalls der Gespa-Liste, und asiatische Linien oder Eckball-Märkte fehlen. Wer hohe Gewinne anstrebt, findet die Obergrenze hier klar definiert; wer sehr hohe Einsätze platzieren will, stösst an die CHF-500-Limite pro Wette.

Marken ohne Schweizer Bewilligung

Die übrigen acht Marken – 1xBet, Donbet, AmunRa, Bruce Bet, Fezbet, Pribet, Cloudbet, GG.BET – führen keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz – gleich aus welchem Land – hat in der Schweiz keine Wirkung; die Gespa führt eine Sperrliste mit Domains, die Schweizer Internetanbieter per DNS blockieren. Wer bei einer dieser Marken spielt, spielt ausserhalb des Schweizer Rechtsrahmens. Es gibt keinen Zugang zum Schweizer Ausschlussregister, keine Schweizer Beschwerdestelle und keinen Schutz des Geldspielgesetzes. Wer sich für eines dieser Angebote interessiert, sollte die Spielregeln und die Lizenzinformationen der jeweiligen Plattform prüfen – die Eigenheiten der Angebote, wie Limits oder Zahlungsarten, unterliegen den Bedingungen des jeweiligen Anbieters.

Für wen es nicht passt: für Wettende, die innerhalb des Schweizer Rechts spielen wollen. Die acht Marken sind kein Ersatz für die zwei bewilligten Veranstalter, und sie sind keine zweite Wahl «für Fortgeschrittene». Sie sind Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, mit allen Konsequenzen, die das nach sich zieht – keine Verbindung zur Gespa, keine Sperrung im Schweizer Ausschlussregister, keine Schweizer Steuerbehandlung wie bei bewilligten Grossspielen.

Häufige Fragen zu Über-/Unter-Wetten

Was bedeutet die Linie bei einer Über-/Unter-Wette?

Die Linie ist der Schwellenwert, den die Gesamtsumme über- oder unterschreiten soll. Bei 2.5 Toren gewinnt «über» ab drei Toren, «unter» bei null bis zwei. Bei 2.0 Toren ist ein genaues Treffen möglich, und die Wette wird in der Regel zurückerstattet. Die Linie wird vom Veranstalter so gesetzt, dass auf beiden Seiten ein ähnliches Risiko entsteht; sie ist eine Wette auf die Richtung, nicht auf das Ergebnis.

Was passiert, wenn die Gesamtsumme genau auf der Linie liegt?

Bei halben Linien wie 1.5, 2.5 oder 3.5 ist ein genaues Treffen ausgeschlossen. Bei geraden Linien wie 2.0 oder 3.0 wird die Wette in der Regel zurückerstattet oder mit Quote 1.00 gewertet; in einer Kombiwette erhält die Voraussage 1.00, die Gesamtquote sinkt entsprechend. Bei Sporttip und Jouez Sport gilt diese Mechanik, ohne dass ein zusätzlicher Schwellenwert ausgewiesen wird.

Zählen Verlängerung und Penaltyschiessen zur regulären Spielzeit?

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit – beim Fussball 90 Minuten plus angezeigte Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Im Basketball gilt die Linie in der Regel für das gesamte Spiel einschliesslich Verlängerung, sofern das Programm das ausdrücklich nennt. Wer auf eine asiatische Linie setzt, sucht sie bei den Schweizer Veranstaltern vergeblich.

Wie wird eine Wette bei Spielabbruch oder Absage behandelt?

Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückerstattet, in einer Kombiwette erhält die betroffene Voraussage die Quote 1.00. Im Rahmen eines Turniers gilt die 48-Stunden-Frist sinngemäss. Bei Livewetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählt die Wette mit Quote 1.00; in spielentscheidenden Situationen kann der Veranstalter Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten.

Sind Über- und Unter-Wetten bei Sporttip und Jouez Sport bewilligt?

Über- und Unter-Wetten sind Teil der bewilligten Wettarten der Gespa-Liste, sofern die zugrunde liegende Sportart und der Wettbewerb ebenfalls auf der Liste stehen. Die Liste enthält keine asiatischen Linien, keine Eckball- und Kartenmärkte, keine esports-Sektion. Was auf der Liste steht, darf angeboten werden; was nicht auf der Liste steht, darf nicht angeboten werden. Die Liste wird von der Gespa gepflegt und zuletzt am 10. September 2026 angepasst.

Wie berechnet sich die Marge aus den Quoten beider Seiten?

Die Auszahlungsquote eines Marktes ist 1 ÷ (1/Quote₁ + 1/Quote₂ + …). Bei einer 1.90/1.90-Linie ergibt sich 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 0.95, was einer Marge von 5 % entspricht. Bei einer 1.65/2.20-Linie ergibt sich 1 ÷ (1/1.65 + 1/2.20) ≈ 0’941, was einer Marge von etwa 5.9 % entspricht. Die Marge ist im bewilligten Markt nicht verhandelbar; sie lässt sich nur indirekt durch die Wahl des Marktes oder durch Boni beeinflussen, die im bewilligten Markt anders funktionieren als im ausländischen.

Inhalt erstellt vom Team «englandwetteninfo»