Unentschieden vorhersagen 2026 in der Schweiz
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Aktualisiert am Oktober 19, 2026 · Bewilligungs- und Limitenregeln geprüft gegen die Sporttip-Spielregeln Version 4.2 sowie die Gespa-Liste der bewilligten Wetten (10.09.2026).
Wer auf ein Unentschieden setzt, wettet auf eines von drei möglichen Resultaten eines Spiels: Heimsieg, Auswärtssieg oder Remis. Der Dreiweg-Markt verteilt die Wahrscheinlichkeit auf diese drei Ausgänge, und der Preis für jedes Pferd spiegelt diese Verteilung wider. Eine Wette auf das Remis ist mathematisch nichts anderes als jede andere Wette — eine Position im Markt, deren Preis der Veranstalter setzt und deren Auszahlung bei Treffer feststeht. Was sie für Wettende in der Schweiz besonders macht, ist die Kombination aus einer kleinen, geschlossenen Veranstalterlandschaft, einer vom Regulator vorgegebenen Liste erlaubter Märkte und einer Wettkultur, in der Remis-Serien als vermeintlicher «Tipp» gehandelt werden, obwohl die Quote selbst sagt, dass das Ereignis eben nicht sicher ist.
Diese Seite beschreibt den Mechanismus: wie eine Remis-Quote entsteht, was sie über die Wahrscheinlichkeit verrät, wo der Veranstalter seinen Anteil behält und welche Pflichten Spielerinnen und Spieler in der Schweiz haben, bevor sie überhaupt den ersten Tipp abgeben. Sie macht keine Vorhersage und gibt keinen Tipp ab — wer ein Spiel vorhersagen will, muss am Ende Form, Statistik und eigene Lesart selbst zusammenfügen.
Wie das Unentschieden im Dreiweg-Markt bewertet wird
Im Dreiweg-Markt stehen sich drei Ausgänge gegenüber: Heimsieg, Auswärtssieg, Unentschieden. Jeder Ausgang erhält eine Quote, und die drei Quoten zusammen ergeben den Preis, den der Veranstalter für das Spiel anbietet. Wer eine Wette auf das Remis platziert, wettet darauf, dass nach Ablauf der regulären Spielzeit — bei Fussball also 90 Minuten plus Nachspielzeit — kein Sieger feststeht.

Die reguläre Spielzeit ist die Grundlage. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Diese Trennung ist wichtig: Wettende, die einen Pokal-Tipp abschliessen, ohne die Hinweise zu lesen, wetten im Zweifel auf das Ergebnis nach 90 Minuten, nicht auf das Resultat nach 120 Minuten und Elfmeterschiessen. Bei Sporttip ist diese Regelung festgehalten und gilt auch für Livewetten.
Die Quote, die der Veranstalter für das Remis anbietet, folgt keiner Wahrscheinlichkeit im physikalischen Sinn. Sie folgt der Wahrscheinlichkeit, mit der der Veranstalter dieses Ergebnis erwartet — gewichtet um seinen Anteil. Eine Quote von 3.40 für das Unentschieden bedeutet nicht zwingend, dass das Ereignis mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 29 Prozent eintritt (1 ÷ 3.40 ergibt rund 29 %), sondern dass der Veranstalter dieses Risiko so bewertet und mit seinem Margenaufschlag versehen hat. Bei einem realistischen Beispiel von zwei Ausgängen mit Quote 1.90 / 1.90 lässt sich der Veranstalteranteil als Marge direkt ablesen: Die rechnerische Auszahlungsquote beträgt 1 ÷ (1 ÷ 1.90 + 1 ÷ 1.90), also etwa 95 %; die Marge liegt damit ungefähr bei 5 % (genaue Berechnung: 1 − 0.95 = 0.05, also 5 %). Bei einem ausgeglichenen Dreiweg-Markt mit drei Ausgängen liegt die Gesamtmarge üblicherweise zwischen 5 % und 10 %, bei ausgeprägten Favoritenkonstellationen auch darüber. Die Marge ist der Anteil, den der Veranstalter von jedem Franken Einsatz einbehält — sie ist über alle Veranstalter dieselbe Grösse, schwankt aber je nach Markt, Sport und Spiel.
Wer die Wahrscheinlichkeit eines Remis schätzen will, kann das aus der Quote versuchen, muss aber wissen, was dabei verloren geht. Aus der implizierten Wahrscheinlichkeit (1 ÷ Quote) lässt sich die Roh-Wahrscheinlichkeit ablesen, nicht aber der wahre Anteil. Wer nur die Remis-Quote isoliert betrachtet, sieht den Preis des Veranstalters — nicht das Risiko des Spiels.
Wie eine Vorhersage entsteht — und warum sie das Remis nicht «sicher» macht
Suchende nach «Wettvorhersagen heute» oder «Wettvorhersagen Fussball» suchen meist nach einem konkreten Tipp. Eine seriöse Vorhersage entsteht aus drei Bausteinen: Form, Statistik, Quote. Sie addieren sich nicht zu einer Sicherheit, sie reduzieren die Zahl plausibler Wetten.
Form heisst: Wie hat die Heimmannschaft ihre letzten Spiele bestritten, wie die Auswärtsmannschaft, wie verliefen die letzten direkten Duelle? Eine Mannschaft, die seit zehn Spielen ungeschlagen ist, hat subjektiv weniger Risiko, ein Spiel zu verlieren — aber das Remis ist eine eigene Position. Statistik heisst: Welcher Anteil der bisherigen Duelle endete unentschieden, und wie unterscheidet sich dieser Anteil nach Heim- und Auswärtskonstellation? Quote heisst: Wie teuer ist das Remis im aktuellen Markt, und wie hat der Veranstalter es im Vergleich zu Vorwochen oder zu ähnlichen Spielen kalibriert? Diese drei Bausteine zusammenzuführen ist die handwerkliche Seite jeder Vorhersage.
Eine häufige Remis-Serie, etwa «drei Unentschieden in Folge zwischen diesen beiden Mannschaften», ist statistisch kein Grund, auf das nächste Remis zu wetten. Die Vergangenheit eines Spiels verändert seine Wahrscheinlichkeit nicht — die Quoten vergangener Partien flossen in die Schätzung der Quote für das nächste Spiel ein, aber sie machen das Ereignis nicht wahrscheinlicher. Genau dieses Missverständnis erzeugt den Eindruck, das Remis sei «überfällig»: Es gibt keine Überfälligkeit in einem unabhängigen Zufallsprozess. Es gibt nur eine Quote, die der Veranstalter für das nächste Spiel setzt, und sei sie noch so hoch.
Hinzu kommt der Kontext: Die Wahrscheinlichkeit eines Remis hängt vom Spielstand ab. In einem 0:0 in der zweiten Halbzeit steigt sie deutlich, in einem 3:1 sinkt sie Richtung null. Wer live auf das Remis wettet, wettet auf einen Spielstand, nicht auf das Spiel. Bei Sporttip-Livewetten zählen Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00; in spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, Schiedsrichter-Entscheidung) kann der Veranstalter Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten.
Eine hohe Remis-Quote heisst nur, dass der Veranstalter das Risiko eines Unentschiedens als vergleichsweise hoch einschätzt — nicht, dass das Ereignis eintreten wird. Wer das vergisst, zahlt für eine Illusion.
Rechtslage in der Schweiz: Wer Unentschieden-Wetten anbieten darf
Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel im Sinne des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019) und stehen unter der Aufsicht der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern). Nicht die ESBK — sie beaufsichtigt nur Spielbanken. Das Gesetz erlaubt Sportwetten grundsätzlich, knüpft sie aber an eine Bewilligung: Wer in der Schweiz Sportwetten veranstalten will, braucht eine Veranstalterbewilligung und pro Spiel eine Spielbewilligung (Art. 21–25 BGS); die Bewilligung «gilt nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS). Der Bundesgesetzgeber hat die Zahl der Veranstalter grosser Lotterien und Sportwetten interkantonal auf zwei begrenzt.

In dieser Konstruktion gibt es nur zwei Veranstalter: Swisslos, Produkt Sporttip, im Vertragsgebiet der Deutschschweizer Kantone, des Tessins und des Fürstentums Liechtenstein; sowie Loterie Romande, Produkt Jouez Sport, in den sechs Westschweizer Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Beide tragen eine bewilligte Veranstalter- und Spielbewilligung; die Aufsicht führt die Gespa. Ein Online-Konto lässt sich nur eröffnen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im jeweiligen Vertragsgebiet, mit einer verifizierten Identität und ohne bestehende Spielsperre.
Wer online Sportwetten anbietet, ohne eines dieser beiden Produkte zu sein, handelt ohne Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz — Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land — hat in der Schweiz keine Kraft; die Gespa publiziert für ausländische Domains ohne Schweizer Bewilligung eine Sperrliste, die Schweizer Telekomanbieter per DNS-Sperre umsetzen (Art. 86–93 BGS). Ein Zugriff auf eine gesperrte Domain wird in der Regel innert Stunden ersetzt durch eine neue Domain, wenn die Sperre zu umgehen versucht wird; die Liste umfasste Ende 2025 insgesamt 671 Domains.
Wetten, die nicht in der Schweiz bewilligt sind, fallen unter Art. 74 Abs. 3 BGS: Werbung dafür ist verboten und wird mit Busse bis CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Strafrechtlich ist das Veranstalten solcher Wetten eine Übertretung oder ein Vergehen — bis drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Handeln bis fünf Jahre (Art. 130 BGS). Bestraft wird der Veranstalter, nicht der Spieler; aber Gewinne können in Strafverfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keinerlei Schweizer Spielerschutz oder Anlaufstelle für Streitfälle.
Was darf gewettet werden? Das BGS schreibt eine geschlossene Liste vor: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (in der hier geprüften Version 10.09.2026). Qualifikationsrunden zählen nur, wenn sie auf der Liste stehen; Frauenwettbewerbe ebenfalls; Rangwetten sind nur erlaubt, wenn die Rangierung über die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet; Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Eckball- oder Kartenmärkte enthält die Liste nicht; ein Esports-Bereich fehlt. Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen sind vom Wetten ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS). Innerhalb dieser Liste können beide Veranstalter ihre Wettprogramme gestalten — was nicht auf der Liste steht, kann in der Schweiz nicht legal angeboten werden.
Wer also auf ein Unentschieden im Fussball setzen will: Im Wettprogramm von Sporttip oder Jouez Sport findet sich das Remis in den klassischen Wettbewerben (Super League, Bundesliga, Champions League, etc.), und dort sind die Quoten verfügbar. Ein Unentschieden auf eine Qualifikationsrunde einer Nachwuchsmannschaft oder einen Esports-Titel ist auf dieser Liste nicht zu finden.
Spielerinnen und Spieler: was vor der ersten Wette festgelegt sein muss
Wer bei einem Schweizer Veranstalter eine Wette platzieren will, muss zuvor mehrere Pflichten erfüllen. Sie sind nicht optional; sie sind die Voraussetzung dafür, dass überhaupt ein Konto eröffnet werden kann.
Mindestalter ist 18 Jahre; Minderjährige sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpferin oder Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten — Sporttip schliesst solche Wetten ausdrücklich aus. Bei der Online-Registrierung wird die Identität über einen hochgeladenen Ausweis verifiziert; die Daten werden aus dem Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Eine zweite Registrierung derselben Person ist nicht möglich.
Vor der ersten Wette setzen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage: eine Oberlimite (Standardeinstellung), die bei Sporttip bis CHF 9’999 reicht (für unter 21-Jährige CHF 1’000). Eine Senkung der Limite gilt sofort; eine Erhöhung erst nach 72 Stunden — das verhindert Spontanreaktionen nach einer verlorenen Wette. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Eine Spielsperre kann selbst gesetzt werden, produktbezogen für 1 bis 180 Tage, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Spielbanken einschliesslich Online-Spielbanken sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine selbst gewählte Sperre kann erst nach drei Monaten wieder aufgehoben werden (Art. 84 VGS), unter Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS).
Eine Serie verlorener Wetten ist kein Grund, den Einsatz zu erhöhen oder die Limite anzuheben. Die Wartefrist von 72 Stunden bei einer Erhöhung ist bewusst gesetzt — sie zwingt zu einer Pause. Wer sie umgehen will, indem er bei einem anderen Veranstalter spielt, verlässt die Schweizer Schutzarchitektur: Eine Spielsperre im Schweizer Register gilt für Swisslos, Loterie Romande und die Spielbanken, nicht für ausländische Anbieter. Daraus folgt ein doppelter Punkt: Wer in der Schweiz spielt, hat vollen Schutz — und wer raus aus diesem System will, gibt den Schutz ab.
Die Gespa hat 2025 verdeckte Testkäufe an physischen Verkaufsstellen durchgeführt: Bei 200 Versuchen wurde in 47.5 % der Fälle eine Sportwette an eine getestete Minderjährige verkauft. Wer den Schweizer Schutz über die Verkaufsstellen für lückenlos hält, überschätzt dessen Durchsetzung — die Online-Registrierung mit Ausweisprüfung ist deutlich zuverlässiger.
Wetten per App: was zugelassene Apps können und was andere versprechen
Schweizer Sportwetten werden über die Online-Kanäle der beiden Veranstalter abgegeben. Bei Swisslos läuft die Wette über die Website und die Sporttip-App (iOS, Android). In der App zusammengestellte Wetten können per QR-Code an einer Sporttip-Verkauftsstelle gespielt werden — so wird aus der mobilen Vorbereitung eine Annahmestelle. Bei Loterie Romande läuft die Online-Wette über die Website Jouez Sport, im Westschweizer Vertragsgebiet.
Diese Apps sind keine Drittsoftware, kein unabhängiger «Tippgeber», sondern der Zugang zum bewilligten Wettkonto. Wer eine vermeintliche «Vorhersage-App» für Schweizer Wetten sucht, muss unterscheiden: Einige verbreiten Prognosen, ohne dass eine Wette hinterlegt wird; andere bündeln Quoten oder Analysen, oft mit Affiliate-Links zu ausländischen Anbietern. Solche Anwendungen sind in der Regel keine Glücksspielanwendungen im Sinne des BGS; aber sie können zu Wetten ausserhalb des Schweizer Bewilligungsraums verleiten. Wer dort einen Tipp entgegennimmt und ihn bei einem nicht bewilligten Anbieter spielt, verlässt die Schweizer Schutzarchitektur vollständig: kein Schweizer Ausschlussregister, keine Schweizer Beschwerdestelle, keine Schweizer Bewilligung der Wette.
Die wichtigste Trennlinie bei jeder App: Wird im bewilligten System gespielt (Swisslos oder Loterie Romande), oder ausserhalb? Im bewilligten System ist die Wette gültig im Sinne des BGS, die Identität verifiziert, das Wallet auf ein Schweizer Konto auszahlbar; ausserhalb ist die Wette unbeaufsichtigt, der Gewinn ausländisch besteuert, und das Schweizer Recht greift nur über die Sperrliste der Domain.
Wie eine Wette auf Unentschieden konkret berechnet wird
Eine Wette mit Quote 3.40 und Einsatz CHF 10 bringt bei Treffer CHF 34 zurück. Der Gewinnbetrag ist Einsatz mal Quote. Bei Sporttip ist die genaue Berechnung in den Spielregeln festgehalten: Einsatz mal Quote ergibt den Gewinnbetrag (bei Kombiwetten mal Gesamtquote, also das Produkt der Einzelquoten); das Resultat wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.
Eine Kombiwette multipliziert die Quoten — wer auf drei Unentschieden mit Einzelquoten von 3.40, 3.20 und 3.60 setzt, hat eine Gesamtquote von etwa 39.2; mit Einsatz CHF 5 liegt der Bruttogewinn bei etwa CHF 196. Bei Jouez Sport ist die Kombiwette auf 2 bis 10 Voraussagen begrenzt, mit einer Mindestquote von 1.10 pro Einzelwette und einer maximalen Gesamtquote von 100’000. Bei Sporttip darf eine Einzelwette nicht unter CHF 1 und nicht über CHF 1’000 liegen; eine Systemwette darf bis CHF 10’000 erreichen.
Wer Kombiwetten mit dem Sporttip-Kombiboost spielt, kann auf den Nettogewinn einen Bonus von 5 % (bei 4 Voraussagen, Mindestquote 1.50), 20 % (7), 40 % (10) oder 100 % (15) erhalten. Der Boost gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten — und eine Senkung des Boosts durch ein Cash-Out macht den Vorteil zunichte. So entsteht der Eindruck eines grossen Bonus, der sich auf eine schmale Auswahl an Konstellationen verteilt.
Quotenboosts und Profitboosts sind bei Sporttip nur online für Prematch-Einzelwetten verfügbar, pro Person einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Wer mit einem Boost wettet, sollte prüfen, was nach dem Cash-Out davon übrig bleibt — der Boost verfällt bei Cash-Out. So zeigt sich, dass viele «Bonusse» an Bedingungen geknüpft sind, die in der Praxis die meisten Wetten ausschliessen.
Cash-Out, abgebrochene Spiele und steuerliche Lage
Cash-Out ist bei Sporttip verfügbar: für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und es besteht keine Garantie, dass der Veranstalter Cash-Out für jeden Markt anbietet. Der Cash-Out-Betrag liegt zudem unter dem möglichen Gewinn bei regulärem Ausgang des Spiels und kann jederzeit angepasst werden.
Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die betroffene Voraussage die Quote 1.00. Die restlichen Voraussagen laufen weiter. Ein Spielabbruch während des Spiels ohne Nachhol ist seltener, aber das Vorgehen ist ähnlich geregelt.
Steuerlich sind Gewinne aus Schweizer Grossspielen bis zum Freibetrag einkommenssteuerfrei. Der Bund hat den Freibetrag ab 1.1.2026 auf CHF 1’071’000 festgesetzt (2025 lag er bei CHF 1’070’400); über dem Freibetrag zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung rückforderbar ist. Da die allermeisten Wetten weit unter dem Freibetrag liegen, fällt weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer an. Die kantonalen Freibeträge unterscheiden sich; eine verlässliche Auskunft geben nur das kantonale Steueramt oder ein Steuerberater. Gewinne aus ausländischen Wetten fallen nicht unter die Schweizer Verrechnungssteuer; einzelne Kantone (etwa Thurgau) behandeln sie jedoch als voll steuerbares Einkommen unabhängig vom Betrag.
Wichtig ist, was nicht existiert: Es gibt keine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz — wer behauptet, der Einsatz werde besteuert, irrt. Und es gibt keine Sperre durch Banken oder Kartensysteme gegen nicht bewilligte ausländische Wettanbieter — wer dort einzahlt, zahlt freiwillig und ohne Schutz durch das Schweizer Recht.
Vergleich der beiden Schweizer Veranstalter
Die folgende Übersicht ordnet die beiden in der Schweiz bewilligten Veranstalter nach ihrer Bewilligungslage und ihrer organisatorischen Zuordnung. Sie ersetzt keine Empfehlung und keine Bewertung der Gewinnaussicht — beide sind Grossspielveranstalter unter Schweizer Bewilligung und stehen unter Gespa-Aufsicht.
| Anbieter | Bewilligung | Veranstalter / Produkt |
|---|---|---|
| Swisslos (Sporttip) | Bewilligung (Veranstalter- und Spielbewilligung unter BGS, Gespa-Aufsicht) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel — Produkt Sporttip |
| Loterie Romande (Jouez Sport) | Bewilligung (Veranstalter- und Spielbewilligung unter BGS, Gespa-Aufsicht) | Société de la Loterie de la Suisse Romande — Produkt Jouez Sport |
Beide decken den gleichen Regulierungsrahmen ab und sind die einzigen zwei Anbieter, an die sich ein Schweizer Wettender mit gutem Gewissen wenden kann. Der Unterschied liegt in der geografischen Zuständigkeit und im Wettprogramm: Swisslos bedient die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein; Loterie Romande die sechs Westschweizer Kantone. Wer in der Deutschschweiz wohnt, kommt an Loterie Romande online nicht heran und umgekehrt — ein Spieler kann nur dort ein Konto eröffnen, wo er wohnt.
Swisslos Sporttip
Swisslos ist eine interkantonale Genossenschaft mit Sitz in Basel, gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Das Produkt für Sportwetten heisst Sporttip und richtet sich an die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein. Wer hier wettet, wettet bei einer der zwei bewilligten Grossspielveranstalterinnen der Schweiz unter Gespa-Aufsicht — was den vollständigen Schutz durch das Schweizer Recht bedeutet, vom verifizierten Konto bis zur Auszahlung auf ein Schweizer Bank- oder Postkonto.
Die Spielregeln Version 4.2 zeigen das Regelwerk in aller Schärfe: Mindesteinsatz CHF 1, Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette, CHF 10’000 pro Systemwette; Swisslos kann Limiten jederzeit ändern. Der Gewinn wird auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen abgerundet. Kombiboost, Quotenboost und Profitboost sind online verfügbar, jeweils mit klaren Bedingungen — Mindestquoten für den Kombiboost (1.50), maximaler Boost-Höhe, einmalige Nutzbarkeit pro Person. Cash-Out ist möglich, aber nur als vollständiges Cash-Out und nicht garantiert für jeden Markt; ein ausgeführtes Cash-Out ist unumkehrbar.
Wer Sporttip benutzt, sollte die Spielregeln kennen — sie stehen in den Spielregeln und Teilnahmebedingungen, die Version 4.2 stammt aus dem Jahr 2026 und kann sich ändern. Die App (iOS, Android) und die Website sind die einzigen Online-Zugänge; eine Verkaufsstelle spielt einen per QR-Code aus der App übermittelten Wettschein. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben; Gewinne darüber innert drei Arbeitstagen auf das verifizierte Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto. Ein Wettgewinn, der nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Auswertung geltend gemacht wird, verfällt zugunsten des Swisslos-Zwecks; eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung muss innert zehn Tagen per eingeschriebenem Brief erhoben werden.
Was ihn ausmacht: Sporttip ist der einzige Deutschschweizer Anbieter unter Schweizer Bewilligung. Für ein Publikum in der Deutschschweiz ist er nicht eine unter vielen Optionen, sondern die einzige legale Option.
Loterie Romande Jouez Sport
Die Loterie Romande mit Sitz in Lausanne (Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne) führt das Produkt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie zählt 2’350 Verkaufsstellen und beschäftigt 221 Mitarbeitende. Wie Swisslos ist sie eine der zwei bewilligten Grossspielveranstalterinnen unter Gespa-Aufsicht. Ihr Online-Zugang heisst jeux.loro.ch.
Beim Wetten gilt bei Jouez Sport: Höchstgewinn CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette, CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; jede Einzelwette und die Gesamtquote einer Kombi müssen mindestens Quote 1.10 aufweisen, mit einer Obergrenze der Gesamtquote von 100’000. Das sind engere Rahmenbedingungen als bei Sporttip — etwa bei der Zahl der kombinierbaren Voraussagen und der Gesamtquote.
Wer in Genf, Waadt oder einem anderen Westschweizer Kanton wohnt, hat mit Loterie Romande den einzigen legalen Schweizer Zugang zu Sportwetten. Wer in einem Deutschschweizer Kanton wohnt, kann dort kein Konto eröffnen — die geografische Beschränkung ist hart. Für Westschweizer Kundinnen und Kunden liegt der Vorteil in der räumlichen Nähe und einem Westschweizer Wettprogramm, das teils andere Fussball-Ligen priorisiert.
Was ihn ausmacht: Jouez Sport ist der einzige Westschweizer Anbieter unter Schweizer Bewilligung. Das Wettprogramm und die Sprachregion machen ihn für Westschweizerinnen und Westschweizer zur einzigen legalen Option.
Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
Neben den beiden bewilligten Veranstaltern existieren zahlreiche ausländische Marken, die in der Schweiz nicht bewilligt sind und für die auch keine Schweizer Bewilligung beantragt wurde. Dazu gehören unter anderem BassBet, Rainbet, 20Bet, 1xBet, Gamdom, bet-at-home, X3Bet und Betscore. Eine Curaçao-, Malta-, Tobique- oder andere Lizenz, die einige dieser Marken nach eigenen Angaben tragen, hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Diese Anbieter sind nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen, haben keine Schweizer Beschwerdestelle und fallen unter die Gespa-Sperrliste, deren Domains Schweizer Telekomanbieter per DNS-Sperre blockieren.
Wetten bei solchen Anbietern sind aus Sicht des Schweizer Rechts nicht bewilligt; die Spielerin oder der Spieler wird nicht bestraft, aber Gewinne können in Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keinen Schweizer Spielerschutz. Im Kanton Thurgau werden Gewinne aus ausländischen Grossspielen zudem als voll steuerbares Einkommen behandelt. Wer dort einzahlt, sollte sich bewusst sein, dass die Wette in der Schweiz rechtlich unbeaufsichtigt ist.
Diese Anbieter gehören nicht in die Spalte «empfohlen» und nicht in eine Suggestion. Sie werden hier genannt, weil Schweizer Wettende ihnen online begegnen — sie sind in Werbung, Affiliate-Inhalten und Vergleichen präsent. Wer auf eines dieser Angebote stösst und in der Schweiz wohnt, hat mit Swisslos und Loterie Romande zwei voll bewilligte Optionen zur Verfügung; wer aus anderen Gründen zu einem nicht bewilligten Anbieter geht, tauscht Schutz gegen Zugang.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit eines Unentschiedens, und wie lässt sie sich aus der Quote ableiten?
Aus der Quote lässt sich eine rohe Wahrscheinlichkeit ableiten, indem man eins durch die Quote teilt — eine Quote von 3.40 entspricht rechnerisch etwa 29 %. Das ist die implizierte Wahrscheinlichkeit im Preis, nicht die echte Wahrscheinlichkeit des Spiels; sie enthält den Margenaufschlag des Veranstalters. Wer nur die Remis-Quote isoliert liest, sieht die Bewertung des Veranstalters, nicht das Risiko.
Zählt bei einer Wette auf Unentschieden die reguläre Spielzeit, und wie werden Verlängerung und Penaltyschiessen behandelt?
Ja, im Dreiweg-Markt zählt die reguläre Spielzeit plus Nachspielzeit. Bei Fussball sind das 90 Minuten plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen werden nur eingerechnet, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind — etwa bei einer expliziten «Sieger nach Verlängerung»-Wette.
Welche Statistiken zu Remis-Serien sind aussagekräftig, und weshalb ist eine Serie ohne Remis kein Grund für eine Wette?
Aussagekräftig sind längerfristige Remis-Anteile in vergleichbaren Konstellationen (Heim gegen Auswärts, ähnliche Ligastärke) und der direkte Vergleich der beiden Mannschaften über mehrere Saisons. Eine kurze Serie ohne Remis bedeutet nicht, dass das nächste Spiel mit höherer Wahrscheinlichkeit unentschieden endet; die Vergangenheit verschiebt die Wahrscheinlichkeit nicht. Die Quote für das nächste Spiel berücksichtigt diese Vergangenheit bereits.
Wie berechnet sich der Gewinn einer Wette auf Unentschieden aus Einsatz und Quote?
Der Gewinn ist Einsatz mal Quote. Bei einer Quote von 3.40 und einem Einsatz von CHF 10 ergibt sich ein Gewinn von CHF 34. Bei Kombiwetten werden die Einzelquoten multipliziert; aus drei Einzelquoten von 3.40, 3.20 und 3.60 ergibt sich eine Gesamtquote von etwa 39.2. Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet.
Welche Apps gibt es für Vorhersagen, und was bedeutet die Gespa-Liste für die erlaubten Wettarten?
Zugelassene Apps für Wetten in der Schweiz sind ausschliesslich die Apps der bewilligten Veranstalter: die Sporttip-App von Swisslos und die Anwendung von Loterie Romande. Drittsoftware, die Prognosen verbreitet oder Quoten vergleicht, ist kein Glücksspiel im Sinne des BGS; sie kann aber zu Wetten ausserhalb des Bewilligungsraums verleiten. Die Gespa-Liste (in der hier geprüften Version 10.09.2026) legt fest, welche Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten bewilligt sind; sie enthält keine Eckball-, Karten- oder Esports-Märkte.
Welche Verlustlimiten müssen vor der ersten Wette bei einem Schweizer Veranstalter gesetzt werden?
Spielende setzen vor der ersten Wette Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage, mit einer Oberlimite, die bei Sporttip bis CHF 9’999 reicht (für unter 21-Jährige CHF 1’000). Eine Senkung gilt sofort; eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich kann freiwillig eine Einzahlungslimite für 30 Tage gesetzt werden. Eine vorgängige Selbstsperre für 1 bis 180 Tage oder eine unbefristete Spielsperre (mit Eintrag im schweizweiten Register) ist möglich.
Tipps – englandwetteninfo
Inhalt erstellt vom Team «englandwetteninfo»
